Günther und Margret regieren im Oberhau - Prinzenproklamation und Sitzung in Eudenbach

Aufnahme: 1974

Günther und Margret regieren im Oberhau - Prinzenproklamation und Sitzung in Eudenbach

Ehrengäste im Eudenbacher Narrentempel bei der Galaprunksitzung mit der festlichen Prinzenproklamation waren Pfarrer Kreuser, Bürgermeister Günter Hank und der CDU-Stadtvorsitzender Georg Gilka. Sie alle und die übrigen vielen närrischen Besucher wurden vom Sitzungspräsidenten Karl Hofmann herzlichst begrüßt. Im Mittelpunkt der Oberhauer Fastelovendsrevue stand die Proklamation des neuen Prinzenpaares Günther I. und Margret I. (Plaumann). Scherzhaft sei hier bemerkt, daß das Ehepaar nicht blau war; bei der Prinzenvorstellung vor einigen Wochen taufte die Siebengebirgs-Zeitung das Prinzenpaar in Blaumann um.

Nachdem Sitzungspräsident Karl Hofmann dem neuen Tollitätenpaar die Insignien seiner Würde überreicht hatte, verlas Günther I. seine Regierungserklärung. Er forderte darin alle Eudenbacher Jecken auf, nicht nur Bützchen zu geben, sondern auch zu empfangen und alles mitzumachen. Er erklärte, daß seine Bemühungen um den Standort des neuen Rathauses Erfolg gehabt hätten. Bürgermeister Hank hätte sich bereiterklärt, das Rathaus in Eudenbach bauen zu lassen. Als Wappen würde das neue Rathaus einen Spitz gemäß dem Namen der Eudenbacher Karnevalsgesellschaft „Spitz paß op" erhalten. Dieser Spitz würde dann mit seinem Wau-Wau den netten Tierchen in Königswinter, den Eseln, entgegentreten.

Gunther I. versprach in seiner Regierungserklärung am Ölberg nach Öl zu bohren. Weiter versprach der närrische Fürst, daß unter seiner Regie die Schnellbahn nicht gebaut würde. Er schlug als Trasse eine zurückgebliebene Gegend, wie die Hardthöhe oder den Venusberg vor. Mit seinem Schlachtruf „Na, dann jöhh", rief er zum närrischen Kampf gegen Griesgram und Muckertum auf. Zuvor war das Prinzenpaar unter den Klängen des Fanfarenkorps der Eudenbacher Feuerwehr und der Eudenbacher Fünkchen als Prinzengarde blümchenwerfend in den Saal eingezogen. Blumen gab es für die Prinzessin aus der Hand des Sitzungs-Präsidenten und von Bürgermeister Hank in den Farben der Stadt. Hank freute sich über den internationalen Eudenbacher Karneval.

Der Sitzungspräsident stammt aus Bayern und Seine Tollität aus Ostpreußen. Hank bekannte sich als Untertan bei seinem Namensvetter Günther I. An die Gesellschaft überreichte das Stadtoberhaupt einen Scheck. Dann begann am Hofe Seiner Tollität eine Sitzung. Zu den Auftretenden, die Witz und Humor versprühten und durch ihre Tänze das Publikum erfreuten, gehörten: die Kölsch-Büllesbacher Funken, die Tanzkorps aus Bockeroth und Hanfmühle sowie last not least die Eudenbacher Fünkchen unter der Leitung von Gerti Clermont und dem Tanzpaar Magdalene Hombeuel und Willi Ditsche, Hans Müller aus Bad Godesberg, Norbert Arz aus Rösrath, „Dotz und Dötz", die „Zwei Bedrööfte" aus Bornheim und das Jugendtanzkorps „Remm-Flemmn" aus Uckerath. Zu den Gratulanten des neuen Prinzenpaares gehörten auch das noch amtierende Oberpleiser Prinzenpaar Walter I. und Gertrud II. und Hans-Georg Gilka. Den Prinzenorden gab es für Pfarrer Kreuser, Bürgermeister Hank und den CDU-Mann Gilka, der als Geschenk 25 Fläschelchen „Gilka-Wasser" mitgebracht hatte. St.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 5 vom 01.02.1974; Fotos und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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