Aufnahme: 1974
50 Jahre Feuerwehr Eudenbach - Neues Gerätehaus
Doppelten Grund zur Freude hatten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Eudenbach. Die Wehr wurde 50 Jahre alt. Das Jubiläum wurde am Wochenende in Verbindung mit der Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses gefeiert. Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz hatte als Chef der Wehr die zahlreich erschienenen Ehrengäste begrüßt und in seiner Ansprache betont, daß die Wehr in dem vergangenen halben Jahrhundert viele Höhen und Tiefen erlebt habe. Die Wehrleute mußten in diesen 50 Jahren viele Schwierigkeiten meistern. Schmitz dankte der Wehr für ihre stete Einsatzbereitschaft und wünschte für die nächsten 50 Jahre die gleiche Tatkraft.
Aus der umfangreichen Chronik erwähnte der Wehrchef nur eine ernst-heitere Episode aus dem Jahre 1966. Die Eudenbacher Wehr wollte damals ihre Schlagkraft beweisen und lud zu einer Übung das Tambourkorps aus dem benachbarten Uthweiler zur musikalischen Umrahmung ein. Zwei Fässer mit Lackinhalt wurden entzündet. Es gab gewaltige Stichflammen, die jedoch schnell immer kleiner wurden. Bevor die Wehr am Brandort eintraf, war „das Feuer bereits von selber ausgegangen. Die Musikanten aus Uthweiler spielten in Anlehnung an das Martinsfeuer das Lied vom St. Martin. Aus Wut darüber gründeten die Eudenbacher noch im gleichen Jahre ein eigenes Tambourkorps. Doch inzwischen ist die Freundschaft wieder hergestellt.
Als Jubiläumsgeschenk übergab der Stadtdirektor den 31 aktiven Mitgliedern der Wehr und den 23 Jungfeuerwehrmänner ein neues Feuerwehrhaus. Dieses Haus, welches mit den Außenanlagen, die noch errichtet werden müssen, DM 500.000,— kostet, hat eine Nutzfläche von 220 qm. 1968 beschloß der damalige Gemeinderat von Oberpleis, ein Haus für die Wehr im Oberhau zu bauen. Durch die kommunale Neuordnung wurde der Bau jedoch verzögert und die Pläne des Architekten von der Stadt Königswinter nicht anerkannt. 1971 erstellte die Stadt neue Pläne, die der Rat der Stadt Königswinter genehmigte und so konnte im Spätsommer des vorigen Jahres mit dem Bau begonnen werden. Neben der Fahrzeughalle für zwei Fahrzeuge besitzt das Haus Gruppen- und Nebenräume und eine Vierzimmerwohnung.
Zu den Kosten gab der Kreis einen Zuschuß von DM 30.000,— und aus der Feuerschutzsteuer wurden DM 87.500,- beigesteuert; den Rest bezahlte die Stadt Königswinter. „Die Feuerwehrleute von Eudenbach haben bisher Großes geleistet." Diese Worte sprach Pfarrer Kreuser, der zusammen mit Pfarrer Lubrich (ev.) dem neuen Gebäude den kirchlichen Segen gab. Die Glückwünsche des Rhein-Sieg-Kreises überbrachte in einer humorvollen Ansprache Vizelandrat Fritz Becker: „Die Feuerwehr Eudenbach liegt der Stadt Königswinter und dem Kreis sehr am Herzen“. Mit einem dreifachen „Wasser marsch" wünschte Becker der Wehr auch für die nächsten 50 Jahre ein weiteres Blühen, Wachsen und Gedeihen.
„Die Bevölkerung übt Kritik an der Stadt, an der Verwaltung, am Rat, am Stadtdirektor und am Bürgermeister, doch noch niemals wurde über die Feuerwehr geschimpft. Dies ist doch ein gutes Zeichen für die Wehr." Mit diesen Worten übergab Bürgermeister Günter Hank Oberbrandmeister Bernhard Homscheid zur Ausschmückung des von der neuen Stadt Königswinter erbauten dritten Feuerwehrhauses seit 1969 eine Floriansfigur. Ebenfalls eine Statue des hl. Florians hatte der stellvertretende Kreisbrandmeister Kerz als Geschenk mitgebracht. Von der Stadtfeuerwehr Königswinter überbrachte Stadtbrandmeister Willi Gassen die Glückwünsche und überreichte zur Ausstattung einen Kühlschrank.
Überrascht war die Wehr von dem Geschenk der Jungfeuerwehrleute. Oberbrandmeister Homscheid konnte ein Bild mit einer Ansicht von Eudenbach in Empfang nehmen. Den Reigen der vielen Gratulanten schloß Ehrenbrandmeister Heinrich Müllenholz ab. Er gedachte in einer Schweigeminute der verstorbenen Mitglieder und überreichte der Wehr als Geschenk eine Feuerglocke. Zu den eingeladenen Ehrengästen gehörten: Bürgermeister Hank, Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz, die beiden Bürgermeister-Stellvertreter Dr. Schmidt-Küster und Heinrich Klümpers, Ehrenbrandmeister Heinrich Müllenholz, Stadtbrandmeister Willi Gassen, die Geistlichkeit mit Pfarrer Kreuser und Pfarrer Lubrich, der frühere Amtsdirektor von Oberpleis, Meurer, sowie die Kreistagsabgeordneten Theo Potthast, Ottfried Hennig und Josef Neuhöfer, Stadtratsmitglieder und Vertreter der Verwaltung. Mit einem Ständchen des heimischen Tambourkoprs wurde die Feierstunde der Einweihung des Gerätehauses eröffnet.
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