Aufnahme: 1971
Goldhochzeit Schmitz in Eisbach
In selten guter körperlicher und geistiger Frische feiert am 23. Juli in Eisbach das Ehepaar Heinrich Schmitz und Frau Maria geb. Otto, Oberpleis, Eisbacher Straße 6, das Fest der goldenen Hochzeit. Jubelbräutigam Heinrich wurde vor 79 Jahren in dem Hause geboren, in dem das Ehepaar heute wohnt. Es handelt sich um das Haus des Goldhochzeiters. Nach dem Besuch der Schule erlernte er den Beruf eines Klempners und Dachdeckers. Doch hatte dieser Beruf nach Ansicht von Heinrich keine Zukunftsaussichten in der damaligen schlechten Zeit. Aus diesem Grunde wechselte er um und arbeitete in einer Baumschule in Jüngsfeld. Aber schon nach wenigen Jahren „schmeckte“ ihm diese Tätigkeit auch nicht mehr. 32 Jahre lang arbeitete er dann von 1922 bis 1955 als Rottenarbeiter bei der Rhein-Sieg-Eisenbahn. Wegen Kreislaufstörungen und Beschwerden durch einen Splitter, den er noch heute durch eine Kriegsverletzung im Körper hat, mußte er vorzeitig pensioniert werden.
Der Ehe entstammen ein Junge und ein Mädchen. Der Junge ist bereits im Kindesalter gestorben. Zum Jubeltag werden auch drei Enkel und ein Urenkel als Gratulanten erscheinen. Zu den Hobbys des Goldhochzeiters gehören heute die Gartenarbeit, Lesen und Fernsehen. Am liebsten liest Opa Schmitz Karl-May-Bücher, Liebesromane und Krimis. Auf die Frage, welches Fernsehstück er am liebsten sieht, kam die spontane Antwort: „Da wo geschossen wird."
Die Wiege der Jubelbraut stand vor 73 Jahren im benachbarten Steinringen. Nach der Schulzeit arbeitete sie u. a. mehrere Jahre in der Siegburger Geschoßfabrik und im Haushalt in Königswinter. Sie hat nur ein Hobby: Kochen.
Bis Kriegsende wohnte das Jubelpaar in Steinringen. Das Haus wurde durch Beschuß gegen Kriegsende 1945 total zerstört. Seit dieser Zeit wohnen Heinrich und Maria in Eisbach.
Die kirchliche Feier findet am 23. Juli um 11 Uhr in der Oberpleiser Gaststätte „Auel“ statt. Wie haben sich Heinrich und Maria dann kennengelernt? Dies ist eine ganz amüsante Geschichte. Voller Stolz und mit einem lachenden Gesicht erzählte Heinrich Schmitz sie unserem Mitarbeiter auf dessen Frage ganz ausführlich: Ein Kollege, der ebenfalls bei den Jüngsfelder Baumschulen tätig war, hatte zwei Töchter. Auf meine Frage, ob er nicht eine für mich übrig hätte, antwortete er mir: „Du kanns een hann, maach dech dohinger“.
Einige Wochen später ging ich mit meinem Arbeitskollegen spazieren, vor uns seine beiden Töchter. Sie gefielen mir gut. Maria nahm eine Arbeitsstelle im damaligen Hotel Adler in Königswinter an. Dort wollte ich sie am Pfingstfest des Jahres 1919 besuchen. Zuvor trank ich mir in der Drachenfelsstadt Mut an. Dabei trank ich soviel, daß ich in dem Zustand nicht mehr zu meiner Braut gehen konnte. Auf meinen Wunsch hin kam dann Maria mit ihren Eltern eine Woche später zur Oberpleiser Kirmes. Nach einer kurzen Begrüßung ließen uns die Eltern allein. Dabei haben wir uns dann kennengelernt“ St.
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