Aufnahme: 1971
Begeisterndes Meisterkonzert zum Jubiläum des Männergesangvereins Quirrenbach
Mit einem Meisterkonzert, wie man es nicht alle Tage in dieser Art zu hören bekommt, beschloß der Männergesangverein Quirrenbach am Sonntagabend die Festlichkeiten aus Anlaß seines 65-jährigen Bestehens. Tagelang waren die Mitglieder des Chores im Einsatz. Die Organisation des großen Festes klappte wie am Schnürchen. Die Quirrenbacher Sänger können mit der Gestaltung ihres Jubiläums voll und ganz zufrieden sein. Die Festlichkeiten fanden ein breites Echo in der Öffentlichkeit, weit über den „Oberhau" hinaus.
Bereits am Freitagabend trat der Männerchor Quirrenbach in Aktion, um die Diamanthochzeit der Eheleute Max und Marie Müller aus Quirrenbach mitzugestalten, Nachdem die Dorfgemeinschaft dem Jubelpaar gratuliert hatte und der Vorsitzende des Festausschusses, Jean Dohle, im Auftrage der Gemeinschaft ein Geschenk überreicht hatte, überbrachte der Quirrenbacher Männerchor ein Ständchen und dessen Vorsitzender, Ferdinand Dohle, ehrte ebenfalls das Diamanthochzeitspaar.
Dem Auftakt am Freitagabend folgten die zweitägigen Festlichkeiten zum 65-jährigen Bestehen des Chores, der im Mai 1906 seinen Anfang nahm. In und um das Festzelt herrschte am Samstagabend ein toller Betrieb. Der von Funk und Fernsehen her bekannte Kölner Humorist und Karnevalist Max Mauel sorgte mit seinen Vorträgen für Stimmung. Mit ihm hatten die Quirrenbacher einen Mann gefunden, der es verstand, die Menge im Festzelt zu begeistern.
Während man im Festzelt tanzte, gab es draußen ein Spießbratenessen. Aber auch der Bierstand war stets dicht umlagert. An einer Fußball-Torwand, wie sie aus dem Zweiten Deutschen Fernsehen bekannt ist, konnten sich Anhänger des runden Leders im Zielschießen üben. Dabei gab es ebenfalls viel Spaß. Außerdem hatten die Mitglieder des Chores eine Sängerklause errichtet, in der man sich an perlendem Champagner laben konnte. Für die musikalische Umrahmung dieses Volksfestes, wie es Quirrenbach lange nicht erlebt hat, sorgte das Ittenbacher Bläserkorps mit mitreißenden Melodien. Bis weit in die Nacht hinein wurde gesungen und gefeiert.
Während der Festlichkeiten am Samstag ehrte Vorsitzender Ferdinand Dohle erneut das diamantene Jubelpaar. Glückwünsche überbrachten auch Vertreter des VdK und des Bundes der Vertriebenen. Am frühen Sonntagmorgen hatten die Chormitglieder wieder viel Arbeit damit, das Festzelt für einen Gottesdienst herzurichten. Stühle mußten aufgestellt werden, um für 400 Besucher Platz zu schaffen. Das Festhochamt zelebrierte Pfarrer Kreuser dann im Festzelt. Einen musikalischen Genuß bot dabei der Männergesangverein Quirrenbach, der unter der Leitung seines Dirigenten, Kantor Kurt Wirtz, eine von diesem komponierte moderne Messe zu Gehör brachte. Mitglieder des Kammerorchesters Oberpleis sorgten für die Instrumentalbegleitung. Nach dem Festhochamt bot das Ittenbacher Bläserkorps bei einem zweistündigen Platzkonzert einen bunten Melodienreigen.
Höhepunkt und Abschluß der zweitägigen Festlichkeiten war am Sonntagabend ein Konzert im Festzelt, das von den Männerchören aus Troisdorf, Ittenbach, Aegidienberg, Hanfmühle und dem Quartettverein Siebengebirge Königswinter bestritten wurde. Dabei wurden hervorragende Leistungen geboten. Das Hauptgewicht lag auf konzertanten Liedvorträgen. Der Vorsitzende des Kreissängerbundes, Barthel Winterscheidt, war von den Vorträgen ebenso begeistert wie das fachkundige Publikum, das mit Beifall nicht sparte. Barthel Winterscheidt lobte die Sänger, die ein hohes künstlerisches Niveau gezeigt hätten. Zwischen den Darbietungen ehrte der Vorsitzende des Kreissängerbundes Michael Efferoth aus Eudenbach, der 50 Jahre lang aktiv der Quirrenbacher Chorgemeinschaft angehörte. Winterscheidt erklärte, er freue sich immer wieder, wenn er einen Mann wie Michael Efferoth ehren könne, der ein halbes Jahrhundert lang im Dienste des Singens gestanden und vielen Menschen damit Freude gemacht habe,
Der Vorsitzende des Männergesangvereins Quirrenbach, Ferdinand Dohle, ehrte ganz besonders auch die beiden noch lebenden Mitbegründer des Chores, den 81 Jahre alten Matthias Schmidt und den 84 Jahre alten Christian Weber. Dohle sagte, er freue sich ebenso wie alle übrigen Mitglieder und Freunde des Chores, daß man die beiden Mitbegründer noch mitten in den Reihen der Festgäste finden könne. Hierin finde sich wieder einmal mehr welche gemeinschaftsbildende Kraft der Männerchor besitze. Zu Beginn des Konzerts am Sonntagabend hatten die Quirrenbacher Sänger ein Begrüßungslied gesungen. Vorsitzender Ferdinand Dohle hatte ganz besonders herzlich Pfarrer Kreuser begrüßt.
Nach dem hervorragenden Chorkonzert fand man sich zum Abschluß der Festlichkeiten noch zu einem Sängerball zusammen, der alle Sänger und die Freunde guter Chormusik noch einmal bei beschwingter Stimmung miteinander vereinte. WS.
Männerchor Quirrenbach Chronik
Zwecks Gründung eines Männergesangvereins in Quirrenbach fanden sich im Monat Mai des Jahres 1906 Männer und Jünglinge zusammen. Über die Gründung eines Gesangvereins waren sich alle Anwesenden einig. Es wurden Statuten entworfen und diese dem damaligen Bürgermeister Kranz zur Genehmigung vorgelegt. Die Genehmigung erfolgte am 14. Juni. Die Gründungsversammlung fand am Sonntag, dem 1. Juli 1906 statt.
Zum ersten Präsidenten wurde Bernhard Zabel gewählt.
Bei einer Versammlung am 2. September wurde eine Kasse gegründet, in die jedes Mitglied 20 Pfennig zu zahlen hatte. Mit diesem Geld sollte eine Fahne angeschafft werden. Am 8. April 1907 wurde ein Gesuch des Vereins vom Bürgermeister zwecks Abhaltung eines öffentlichen Tanzabends abgelehnt. Der Tanzabend wurde trotzdem, allerdings nur für den Männergesangverein, durchgeführt.
Bei der Generalversammlung am 31. Januar 1910 wurde Bernhard Zabel von Wilhelm Quinck als 1. Vorsitzender abgelöst. Vereinslokal blieb das Lokal von Joh. Dohle. Am 25. September 1910 feierte der Verein sein 4. Stiftungsfest, das erste mal mit einem öffentlichen Konzert und Ball. Bei der Generalversammlung am 20. November 1913 gab es einen erneuten Wechsel im Posten des Vorsitzenden. Peter Halm wurde zum Leiter des Chores bestellt. Auf dieser Versammlung wurde beschlossen, den Monatsbeitrag für die aktiven Mitglieder auf 10 Pfennig und für die inaktiven Mitglieder auf 20 Pfennig festzulegen.
Bereits in den ersten Jahren seines Bestehens besuchten die Sänger zahlreiche Veranstaltungen befreundeter Vereine. Im Jahre 1913 bestand der Verein aus 20 aktiven und 14 inaktiven Mitgliedern. Im ersten Weltkrieg wurden den eingezogenen Sängern Päckchen gesandt. Wegen der Kriegsereignisse wurden vom Januar 1915 ab keine Proben mehr durchgeführt. Nach einer Ruhepause von vier Jahren und fünf Monaten wurde am 6, Januar 1919 die Arbeit wieder aufgenommen. 36 aktive Mitglieder waren wieder zur Stelle. Die Zahl der inaktiven Mitglieder betrug 15, obwohl neun Mitglieder im Kriege ihr Leben lassen mußten. Für die gefallenen Mitsänger wurde ein Seelenamt gelesen. Die Dirigentenschaft übernahm Lehrer Johann Steeg aus Eudenbach.
In den folgenden Jahren stieg die Mitgliederzahl rapide an. Am 18. Juli 1920 übernahm Johannes Hombeuel die Leitung des Vereins. Eine Beitragserhöhung wurde im Januar 1921 beschlossen, und zwar der aktiven von monatlich 10 Pfennig auf 50 Pfennig und der inaktiven von 20 Pfennig monatlich auf 10 Mark jährlich. In der Kapelle wurde eine Heldengedenktafel angebracht. Dazu spendete jedes Mitglied 5 Mark. Dirigent wurde Josef Honnef aus Eudenbach. Ein Theaterabend im Jahre 1922 diente zur Ausschmückung der Kapelle. Noch im Jahre 1922 wurden die Monatsbeiträge der Inaktiven auf 5 Mark erhöht. Eine Sammlung für die neuen Glocken erbrachte 222 Mark. Vier Proben im Sommer 1922 mußten wegen der Ernte ausfallen. Am 18. Januar 1923 löste Herr Bernhard Gilgen Herrn Hombeuel als Vorsitzender ab.
Von 1924 bis 1947 fehlen in der Chronik jegliche Unterlagen. Zwecks Neugründung des Männergesangvereins wurde am 5. Januar 1947 eine Generalversammlung einberufen. Peter Weber wurde in geheimer Wahl zum Vorsitzenden gewählt. Der Aufnahmebeitrag betrug 3 Mark, der Monatsbeitrag für die aktiven Mitglieder wurde auf 50 Pfennig und der inaktiven Mitglieder auf 1 Mark festgesetzt. Die musikalische Leitung wurde Johann Staffel aus Hühnerberg übertragen. Ein erstes Konzert im Dezember 1947 verlief wegen schlechten Besuches nicht zur Zufriedenheit der Sänger. Die Ausgaben waren bedeutend höher als die Einnahmen.
In den nächsten Jahren wurden wiederum Theaterabende und karnevalische Veranstaltungen durchgeführt. Karl Hoffmann übernahm bei der Jahreshauptversammlung am 5. März 1950 die Leitung des Chores. 1955 wurde Josef Quink zum Vorsitzenden gewählt. 1959 wurde Quink wieder von Peter Weber abgelöst. Doch 1961 trat er freiwillig wieder zurück. Bis 1967 Ferdi Dohle die Leitung übernahm, waren noch Karl Hermann Uhlenbruch und Dieter Linden Vorsitzende. Die Mitgliederzahl betrug Ende 1961 32 aktive und 41 inaktive Mitglieder. Heute zählt der Chor insgesamt rund 100 Mitglieder. Von vielen Erfolgen in den letzten Jahren und der Teilnahme an örtlichen Festen berichtet die Chronik weiter. Seit einigen Jahren leitet Kantor Kurt Wirtz den Chor.
Von den Gründermitgliedern lebt heute nur das Ehrenmitglied Christian Weber aus Brüngsberg. Fünf Ehrenmitglieder zählt der Chor heute. Dazu gehört u. a. auch Pfarrer Kreuser aus Eudenbach. Jährlich veranstaltet der Chor für die Kinder eine Nikolausfeier. Eines der ältesten Mitglieder ist Michael Efferoth. Er singt seit 50 Jahren im zweiten Baß. St.
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