Aufnahme: 1971
Goldhochzeit der Eheleute Adolphi
In der Eudenbacher Unterdorfstraße 6 wird am 8. Oktober goldene Hochzeit gefeiert. Kaspar Adolphi und Frau Christina geb. Reuter haben an diesem Tage vor 50 Jahren den Bund fürs Leben in der Eudenbacher Kirche geschlossen. Dort soll auch das Dankamt zelebriert werden. Die standesamtliche Trauung fand einen Tag vor der kirchlichen Eheschließung statt. Goldjubilar Kaspar Adolphi wurde vor 81 Jahren in Rothenbach in der Eifel, ganz in der Nähe des Nürburgringes, geboren. Nach seiner Schulzeit arbeitete er bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges in der Eisenindustrie des Ruhrgebietes. Den ganzen 1. Weltkrieg erlebte Kaspar Adolphi in Frankreich. Nach der Rückkehr aus dem Kriege nahm er wieder seine Arbeit als Fabrikarbeiter in der Eisenindustrie des Ruhrgebietes auf. Nach der Hochzeit im Jahre 1921 wurde er bis zum Zweiten Weltkrieg Steinbrucharbeiter in den Steinbrüchen am Siebengebirge.
Aus gesundheitlichen Gründen wurde er vorzeitig pensioniert und arbeitete dann noch in der Landwirtschaft. Der Goldjubilar, der heute noch seinen Garten versorgt, geht gerne mit seiner Frau spazieren. Das Rauchen und Trinken mußte er gänzlich einstellen, da er ein Magenleiden hat. Viele Jahre sang Kaspar im heute nicht mehr bestehenden Gesangverein in Eudenbach. Der Ehe entstammen vier Mädchen. Zu den Gratulanten am Festtage gehören auch 16 Enkelkinder. Frau Adolphis Wiege stand vor 74 Jahren in Eudenbach. Da ihre Eltern frühzeitig starben, wurde Christina bereits mit fünf Jahren von einer Familie Buchholz angenommen. Dort blieb sie bis zu ihrer Verheiratung.
Im letzten Weltkrieg wurde das Haus des Jubelpaares stark beschädigt. Unter Mitwirkung von Kaspar Adolphi wurde das Haus wieder aufgebaut. Kennengelernt haben sich Kaspar und Christina im Ersten Weltkrieg durch den Bruder von Christina. Der Bruder und Kaspar lagen zusammen an der Westfront. Eines Tages, im Jahre 1916, erhielt der Bruder Post von seiner Schwester. Daraufhin sagte der Bruder zu seinem Freund Kaspar: „Ich habe auch noch eine Schwester, die hat mir heute geschrieben; wenn Du ihr mal schreiben willst?" Kaspar schrieb, erhielt Antwort und bei seinem nächsten Fronturlaub kam es zu einem ersten Treffen, das fürs ganze Leben bestimmend war. „Wir hatten gleich Gefallen aneinander gefunden", sagten beide gemeinsam beim Besuch unseres Mitarbeiters. Das Dankamt findet um 11 Uhr statt.
Das Ehepaar Adolphi fuhr in einer Kutsche zur Goldhochzeitsfeier Zwei Tage stand das Ehepaar Adolphi in der Unterdorfstraße in Eudenbach im Zeichen zahlreicher Ehrungen anläßlich der goldenen Hochzeit. Mit zahlreichen Girlanden war das Haus des Jubelpaares festlich geschmückt. Das Fanfarenkorps Rot-Blau-Auelgau holte die Schulkinder an der Schule ab und zog mit ihnen in Begleitung der Feuerwehr in einem Fackelzug zum Hause des Jubelpaares. Einige Kinder sprachen Gedichte. Nach dem Abbrennen eines Feuerwerkes fuhr zur größten Überraschung der Goldhochzeiter eine Kutsche mit zwei weißen Ponys vor. Nach einer Fahrt durch Eudenbach fand im Hotel „Zur Post" die offizielle Feier der Dorfgemeinschaft statt. Auch dort sprachen Schulkinder wiederum einige Gedichte und sangen Lieder.
Zur Freude des Jubelpaares führten die Schulkinder unter Leitung der Lehrerschaft ein Theaterstück auf. Als Geschenk der Dorfgemeinschaft überreichte Bruno Koll dem Jubelpaar ein Fernsehgerät. Pfarrer Kreuser überbrachte nicht nur die Glückwünsche der Pfarrgemeinde mit einem Geschenk, sondern auch die des Kardinals. Im Auftrage von Erzbischof Höffner überreichte Pfarrer Kreuser ein Bild des Kardinals sowie eine Schallplatte mit den Glückwünschen des Kardinals und mehreren musikalischen Werken, u. a. einige Motetten und dem Chorwerk „Salve Regina". Zur Unterhaltung und zum Tanz spielte eine Kapelle aus Asbach auf.
Der Männerchor Quirrenbach übermittelte seine Glückwünsche gesanglich.
Das Programm wurde beendet durch mehrere Tänze der Eudenbacher roten Fünkchen. Am Jubeltage selber zelebrierte Pfarrer Kreuser in der Kirche ein Dankamt. Die Glückwünsche der Stadt Königswinter übermittelte mit einem Frühstückskorb und einem Geschenk Bürgermeister Hank.
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