Die Uthweiler "Schreckenbergkapelle"

Aufnahme: 1970

Die Uthweiler "Schreckenbergkapelle"

Das "erste Leben" der Wahlfelder Antoniuskapelle, die ursprünglich in Uthweiler an der Hauptmannstraße stand (siehe Foto), begann 1885, als sie von den Geschwistern Schreckenberg erbaut wurde. Hierüber gibt es einen authentischen Bericht:

“Die Kapelle haben erbaut die Geschwister Schreckenberg von Uthweiler, nämlich:
Peter Wilhelm Schreckenberg und Christian Schreckenberg. Die Baustelle ist geschenkt von Heinrich Lehmacher, Stieldorf, dazu später die ganze Parzelle zur Erhaltung und Unterhaltung der Kapelle. Nach dem Tode der Eheleute Heinrich Lehmacher und seiner Frau treten die Geschwister Schreckenberg in den vollen Besitz derselben. Außerdem hat die Katharina Lehmacher 2 Eichen zum Bau geschenkt sowie die Hälfte der Kaufsumme der Glocke bezahlt. Die andere Hälfte hat ihr Vetter Bertram Sens bezahlt. Die vorgenannten Eheleute Lehmacher haben sonst auch viel dazu geschenkt.

Den Bau hat der Zimmermann Michael Lohmar und Michael Schmitz von Bockerodt gemacht und aufgeschlagen. Wilhelm Schreckenberg hat Mauerarbeit selbst getan. Bertram Sens hat die Fächer mit ausgemauert mit Tuffstein. Wilhelm Dornbusch aus Rott hat inwendig ausgestreckt und verputzt und außerdem den Boden gelegt. Die Platten habe ich von der Zementfabrik zu Oberkassel geholt durch Joseph Beilschmitt von Bockerodt. Bord und Latte habe ich in Dollendorf bei Gratzfeld erhalten, ebenso Leien zum Turm. Dachpfannen habe ich zu Boseroth bei Gast erhalten. Das Dach habe ich selbst gemacht. Das Chor mit Zement hat Peter Schönborn von Uthweiler gemacht. Den Türtritt habe ich in Ittenbach bei Kemp erhalten, den anderen Tritt in Siegburg, die Tuffsteine in Siegburg, Ziegelsteine bei Becker, Niederpleis, Sand in Schmerbroth bei Bröhl. An dem Turm hat Johann Zimmermann von Wellesberg mitgeholfen. Leiendecker Bols von Söven hat ihn gedeckt. Karl Klasen hat den Hahn darauf selbst gemacht und geschenkt.

Fuhrwerk haben die Nachgenannten geleistet: Johann Meis, Witwe Wilhelm Meis, Clemens Lichtenberg, Carl Wierig, Joseph Beilschmitt, Wilhelm Lehmacher (Düferoth), sonst haben die Einwohner von Stieldorfer Uthweiler bei der Arbeit mitgeholfen. Die Statue des hl. Antonius habe ich in Cöln bei Jansen auf der Breitestr. Nr. 44 gekauft, sie kostet 14 Taler oder 48 Mark. Die Gelder dafür habe ich gesammelt. Die Himmelskönigin habe ich von einem Unbekannten geschenkt erhalten, den hl. Joseph habe ich in Bonn bei Willmers gekauft, der hat auch die Himmelskönigin gemacht. Die anderen Statuen haben wir selbst angeschafft. Den Altar habe ich selbst im Winter gemacht sowie die 4 Bänke. Das Chorlämpchen hat Everath Stockhausen aus Oberpleis gemacht, auch die 4 Leuchter an den Statuen.

Überhaupt haben die Einwohner kein Geld dazu gegeben, außer Augustin Schreckenberg (3 Mark) und Johann Reuter (3 Mark). Im Herbst 1886 war sie fertiggestellt. Herr Pastor Oswald von Stieldorf kam im November am Sonntag - Nachmittag mit dem Wagen und segnete es ein zum Bethause. Michael Weiler aus Oberscheuren hat ihn am 8. November gefahren.

Wir halten den Monat Mai zu Ehren der Mutter Gottes mittags Andacht, den Monat Juni zu Ehren des hl. Herzen Jesu.

Geschrieben zu Uthweiler am 22. April 1888
Wilhelm Schreckenberg”

Das "erste Leben" der Kapelle endete 1976. Da die Grundstücksverhältnisse wechselten, musste sie demontiert werden. Ihr "zweites Leben" begann 1982 in Wahlfeld.

Zur Verfügung gestellt von
Heinz Hübbers
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