Aufnahme: 1969
Das neue Feuerwehrgerätehaus in Bockeroth
„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!" Unter diesem Wahlspruch wurde am 8. Dezember 1949 in Bockeroth eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen. In diesem Jahre nun, dem zwanzigsten ihres Bestehens, war es den Bockerother Wehrleuten vergönnt, ein neues Domizil in Besitz nehmen zu können. Am Sonntag, dem 8. Juni 1969, konnte Bürgermeister Heinrich Horn ein modern eingerichtetes Feuerwehrhaus im Namen der Gemeinde Stieldorf seiner Bestimmung übergeben.
Wir haben diesen Festtag zum Anlaß genommen, um einmal über die Geschichte der Wehr zu berichten. Allerdings ist man dabei auf nur wenige Informationsquellen angewiesen. Man kann nur anhand des Protokollbuches den Werdegang beschreiben und aus der mündlichen Überlieferung schöpfen. Dabei war uns der Schriftführer, Franz-Josef Friedrichs, behilflich. Aus dem Protokoll über die Gründungsversammlung geht hervor, daß Bürgermeister Heinrich Horn maßgeblich am Zustandekommen einer Feuerwehr in Bockeroth beteiligt war. Er stiftete auch die erste Ausrüstung der Wehr, eine handbetriebene Pumpe. Außerdem gehörte zur ersten Ausrüstung etwas Schlauchmaterial.
Etwa ein Jahrzehnt später konnte ein VW-Kombi angeschafft werden. Es stand jetzt eine Motor- und eine VW-Spritze zur Verfügung. Dies ist auch heute die Gesamtausrüstung der Bockerother Freiwilligen Feuerwehr. Bisher hat die Leitung der Feuerwehr erst einmal gewechselt. Von 1949 bis 1960 war Paul Schlimbach 1. Brandmeister. Er wurde 1960 von Bernd Klosterhalfen abgelöst, unter dessen kundiger Führung die Bockerother Wehr zu einer gut geschulten Mannschaft heranwuchs.
Mit den Planungen zum Bau eines neuen Gerätehauses begannen die Bockerother Feuerwehrleute bereits 1967. Das bestehende Feuerwehrhaus war schon längst zu klein geworden und entsprach in keiner Weise mehr den Anforderungen einer schlagkräftigen Wehr. Das alte Haus wurde aber in die Vorplanungen miteinbezogen, um eine unnötige Kostenerhöhung zu vermeiden. Im Juni 1968 wurden die Mittel zum Bau des Gerätehauses endlich bewilligt und schon im September des selben Jahres mit den Bauarbeiten begonnen. In sensationell kurzer Bauzeit von nur 9 Monaten entstand unter sachkundiger Planung und Bauleitung von Architekt Ewald Krämer, Uthwei1er, ein modernes Gebäude, auf das die Bockerother Wehrleute mit Recht stolz sein dürfen.
Das zweigeschossige Hauptgebäude ( 9 x 11 m) wurde in Massivbauweise mit Flachdach errichtet. Das Erdgeschoß umfaßt einen Mannschaftsraum für etwa 40 Feuerwehrleute, ein Büro, einen Geräteraum, Brausen und WC's. Darüber liegt im Obergeschoß eine 75 qm große Wohnung für den Gerätewart. Der gesamte Gebäudetrakt ist unterkellert. Das Kellergeschoß beinhaltet die Ölheizung, den Tankraum und zwei Kellerräume. Die eigentliche Wagenhalle (10 x 10 Meter) ist nördlich an das Hauptgebäude angefügt. Sie wurde aus Stahlbetonfertigteilen mit einem stützenlosen Stegzementdielendach errichtet. Das Blendmauerwerk wurde in Kalksandstein ausgeführt.
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