Aufnahme: 1961 (ca.)

Missionskreuz in Berghausen von 1734

Reich verziertes Holzkreuz, das durch eine giebelartige Abdachung der Kreuzarme geschützt wird. Das schlanke Kreuz, dessen Stamm aus einem verstärkten Fuß wächst, ist mit Christi Leidensgliedern, Händen, Herz und Füßen, und einem Leidenssymbol, Dornenkrone, geschmückt. Im Fuß des Kreuzesstammes befindet sich eine Nische mit muschelförmigem Abschluss mit Pratzenkreuzzier, darunter ein Kapitellchen, auf dem eine kleine Madonnenfigur thront. Kreuzesstamm und Kreuzesarme enden in kleeblattförmigen Abschlüssen, die am Ansatz durch Zierrahmen von den Balkenendungen abgesetzt sind. Das Kreuz weist durch die Erinnerungstafel auf die Primizfeiern zweier aus der Gemeinde hervorgegangener Priester hin:

Pater Albertus Schoroth
aus Sandscheid, 1938

Pater Raphael Wasserheß
aus Berghausen, 1938

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"Warum Missionskreuze?

Die rheinische Bevölkerung hatte über viele Jahrzehnte Kriege und Verwüstungen erlebt. Zerstörend und brandschatzend waren verschiedene Truppen durch unser Land gezogen und hatten durch Kontributionen (Kriegssteuern, -entschädigungen) und Einquartierungen das Volk verarmt und ausgeblutet.

Die Kirche versuchte, der verarmten und unterdrückten Bevölkerung, die dazu noch unwissend und abergläubisch war, zu helfen.

Die Missionare stärkten und festigten im Volk den Glauben. Zu diesem Zweck forderten sie die noch gutgläubige Bevölkerung auf, da die Wege zu den wenigen Kirchen oft sehr weit waren, in den Dörfern Kreuze zu errichten, um sich vor diesen zum gemeinsamen Gebet zu versammeln.

So nehmen wir an, ist auch unser Kreuz errichtet worden. Gleichzeitig ist unser Kreuz ein Sakramentskreuz, was eine Nische unter den Leidenssymbolen ausweist. Die Bürger zu Berghausen versammelten sich zum Engel des Herrn, Rosenkranzgebet, zu Andachten für die Verstorbenen und zu Maiandachten.
Sein alter Standort, einige Meter zurück an einer Scheune mit freiem Platz davor, dürfte das bestätigen.

Es ist, soweit bekannt, das älteste, vollständig erhaltene Holzkreuz im alten Siegkreis."

Auszug aus der Festschrift "Creutz der Mission 1734, Königswinter-Berghausen" anlässlich der Renovierung 1983.
Die Beiträge hierfür stellten Dr. Gertrud Christoffel und Kunibert Krumm zusammen.

Zur Verfügung gestellt von
Elke Wasserheß Maiandacht
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