Aufnahme: 2015
Wappen der Familien Bellinghausen
"Aus der Geschichte von Oberpleis und der Umgebung. Von Wilhelm Weber
Ein altes weit verbreitetes Rittergeschlecht dieses Namens wird schon in den Jahren 1432 und 1448 urkundlich erwähnt. Bürgerliche Bellinghausen erscheinen bereits in Urkunden aus den Jahren 1511 und 1553. Es war naheliegend, dass sich schon vor der Jahrhundertwende Heimatforscher mit der Geschichte der Familien Bellinghausen befasst haben. Die These, dass ein Zusammenhang zwischen adeligen und bürgerlichen Bellinghausen bestehen könnte, war verständlich, weil Angehörige des Adelsgeschlechts in unmittelbarer Nähe ansässig gewesen sind. In Much, Siegburg, Altenbernsau bei Overath, Leidenhausen bei Wahn und Venau bei Rösrath sind Adelige nachgewiesen. Einer der ersten, der sich mit der Geschichte dieses Adelsgeschlechtes befasste, war Wilhelm Bellinghausen, der aus Oberpleis stammte und zuletzt auswärtiger Korrespondent des Herderschen Verlags in Freiburg (Breisgau) war.
Bellinghausen hat damals versucht, alle Nachrichten über das Adelsgeschlecht zu sammeln, zu sichten und chronologisch zu ordnen. Wie seine Tochter uns nach dem zweiten Weltkrieg sagte, war dies sein Lebenswerk. Seine Arbeit ist m. W. nur einmal und nur auszugsweise veröffentlicht worden. Pfarrer G. C. Maaßen erwähnt in seinem Buche: Geschichte des Dekanats Königswinter von 1890, dass das Rittergeschlecht v. B. wahrscheinlich schon vor seiner urkundlichen Erwähnung den Rittersitz nach dem Ort Bellinghausen bei Burscheid (seit dem 17. Jahrhundert Burkhusen genannt) verlegt habe. Maaßen vermutete demnach, dass der Rittersitz vorher hier in unserer Gegend war. Seine Angaben über das Adelsgeschlecht verdankt Maaßen, wie er angibt, dem vorgenannten Wilhelm Bellinghausen.
Hauptlehrer Matthias Schonauer aus Thomasberg, ein anerkannter Heimatforscher und Mineraloge, hat seine Forschungen aus der Heimatgeschichte in der Kirchenzeitung der Pfarrgemeinde Oberpleis veröffentlicht. Er schrieb im Jahre 1928 u. a., dass die heute noch lebenden Bellinghausen mit Sicherheit Adelige als Ahnen haben. Der am 22. Oktober 1976 in Köln verstorbene Professor Dr. Werner Heinen aus Oberpleis war derselben Ansicht. In der Festschrift aus Anlass des 75-jährigen Bestehens des Männergesangvereins Oberpleis im Jahre 1931, erwähnt Heinen neben dem Adelsgeschlecht Hillesheim (Burg Niederbach), dass kleinere Adelige in Elsfeld und Bellinghausen saßen.
Schonauer und Heinen haben sicherlich Gründe für ihre Thesen gehabt, wahrscheinlich Urkunden und Schriften gekannt, die diesen Schluss zuließen. Außer den genannten Personen haben sich auch andere Forscher mit der Geschichte des Adelsgeschlechtes befasst. Hier ist Dr. Adolf Clasen Köln zu nennen. In einer umfassenden Arbeit vom Jahre 1942 hat er seine Ermittlungen dargestellt. Seine Abhandlung, im Besitze der Familie Bellinghausen Hartenberg, wurde dem Arbeitskreis Heimatkunde überlassen. Dr. Clasen nennt den Namen Bellinghausen: Typischer Sippenname und alle Träger des Namens sicherlich angesippt.
Auf den Inhalt der vielen Schriften über das Adelsgeschlecht kann hier nicht eingegangen werden. Dies soll in einem späteren Beitrag geschehen. Alle Zweige des Rittergeschlechtes sind im Mannesstamme erloschen. In einem Beitrag über die Stammburg der Bellinghausen schreibt P. Maurer aus Wiehl im Jahre 1931 am Schluss: Der Stamm Bellinghausen grünt noch in dem Aste Bellinghauser- Hohn, der sich auf einem kleinen Gute hei Oberpleis erhalten hat, unweit des Dorfes Bellinghausen.
Bisher ist es nicht gelungen, die Herkunft der Adeligen vom Hof in Bellinghausen nachzuweisen. Die Nachforschungen sind schwierig, weil die Kirchenbücher der Pfarre Oberpleis erst mit dem Jahre 1725 beginnen, während die von Nachbarpfarreien bedeutend älter sind. Es fehlen Unterlagen über die einheimischen Namensträger von 1553 bis 1725. Ob es gelingt, weitere Unterlagen (Urkunden) zu finden, ist fraglich. Eine abschließende Stellungnahme ist nach dem heutigen Stand der Ermittlungen noch nicht möglich.
Tatsache ist aber, dass bürgerliche Bellinghausen seit mehr als 450 Jahren hier sesshaft sind. Benutzte Quellen, soweit nicht schon genannt: Dr. Robert Flink, Die Geschichte von Oberpleis; Peter Bellinghausen, Detmold, Ausführungen über adelige und bürgerliche Bellinghausen."
Zu den Berichten: s. Links unten
Bellinghausen - ein Hof- und Ortsname sowie ein adliger und bürgerlicher Geschlechtername
Wappen derer von Bellinghausen
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