Aufnahme: 1955 (ca.)
Missionskreuz in Berghausen von 1734
Maiandacht - Marienverehrung
Nach dem 2. Weltkrieg – was vorher in Bezug auf Maiandachten war, ist mir leider aufgrund meiner von Gott bestimmten späten Geburt nicht bekannt – war es lange Jahre üblich, dass sich die Dorfbevölkerung von Berghausen ab dem 1. Mai einen Monat lang tagtäglich um jeweils 18 Uhr auf der Dorfstraße am Missionskreuz neben der Gaststätte Müller einfand, um eine Maiandacht zu halten, die jeweils etwa eine knappe halbe Stunde dauerte.
Ob es nun die damals durch Kriegswirren angeregte Gläubigkeit und Frömmigkeit oder/und auch der von der Lehrerschaft auf uns Kinder ausgeübte leichte Teilnahmedruck war, jedenfalls war die Maiandacht damals bei jedem Wetter immer sehr gut besucht, weil ein jeder neben der in katholischen Gegenden üblichen Marienverehrung eigene Wünsche und Bitten in seine Gebete einschließen konnte. Meist war es Matthias Gödt mit seiner kräftigen und dominanten Stimme, der die Marienlieder anstimmte und das Vorbeten übernahm.
„Maria, Maienkönigin, nun will der Mai dich grüßen“ und andere damals viel gesungene Mai- und Marienlieder gehörten zum Standard, genau wie das Beten eines Teiles des Rosenkranzes, was ja wie das „Vaterunser“ und auch das „Gegrüßest seist Du Maria“ - Letzteres insbesondere - zum Repertoire der christlichen Gebete gehörte. Das Missionskreuz war festlich geschmückt mit Birkenreisig, Flieder und einem Sträußchen Maiglöckchen.
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