Franz Weber aus Eisbach, nach der Primiz-Feier am 24. Juli 1949

Aufnahme: 1949

Franz Weber aus Eisbach, nach der Primiz-Feier am 24. Juli 1949

"Ein Dorf feierte Primiz!
Wer das nicht miterlebt hat, dem können Worte nur schwer vermitteln, was hinter dieser Ueberschrift steht: Wie buchstäblich ein ganzes Dorf Anteil nahm an der Vorbereitung und Arbeit für diesen Tag  und Anteil hatte an der beglückenden Freude dieses Tages, über dem eine strahlende Sonne am Himmel wie ein leuchtendes Symbol stand.

„Beglückt ist jedes Haus im Ort,
Daß unserer Gemeinde Sohn
Zum ersten Mal das ew'ge Wort
Heut opfert vor dem höchsten Thron."

Dieses fromme und schöne Wort las ich am Ausgang des Dorfes Eisbach, da wo der Weg zur Kapelle abbiegt. Ich fand darin schlicht und wahr zum Ausdruck gebracht, was viele mit frohem und bewegtem Herzen und mit Dank gegen Gott erfahren haben, daß in den Menschen unserer Gemeinde, zumal dieser kleinen Gemeinde Eisbach, noch viel echter Familiensinn, wahre Dorfgemeinschaft und eine wahre Liebe zur Heimat lebendig ist und sich in schöner Weise paart mit einer tief im Herzen verwurzelten Ehrfurcht vor dem Diener des Herrn.

Ein Dorf feiert Primiz,
ja ein ganzes Dorf feierte Primiz, und nicht nur das kleine Eisbach, das bis zum letzten Mann mit Leib und Seele dabei war, sondern auch die große Pfarrgemeinde feierte mit und zeigte ihre freudige Anteilnahme im Schmuck der Straßen und Häuser und im Weggeleite, das sie ihrem neugeweihten Priester gab. Ehe ich nun in Bildern und Gestalten einige Ausschnitte der bis ins Letzte erfüllten Tage schildere, muß ich noch sagen, daß ich mich selbst von ganzem Herzen an diesen Tagen gefreut habe in der Erinnerung an den Tag der eigenen Primiz und im Miterleben all des Schönen, das ein ganzes Dorf in seinen Bann zog.

Der Vorabend.
In Begleitung seines priesterlichen Freundes, Domkapitular Buchholz, der ihn aus stillen Tagen abholte, und ebenso geleitet von seinem Heimatpfarrer zog Franz Weber als neugeweihter Priester in sein Heimatdorf ein. Schon dies erste Bild wird ihm und allen Eisbachern unvergeßlich bleiben. Stand doch die ganze Dorfgemeinschaft die ansteigende Straße hinauf zum Empfang bereit, die Kleineren vorne vor dem bunten Teppich in Kreuzform, die Größeren sie überhöhend, der greise Vater inmitten seiner Kinder und Kindeskinder und hinter ihm das ganze Dorf. Den Gruß aller entbot einer der Dorfältesten, der Nachbar Wilhelm Bellinghausen. Seine Worte waren getragen von der Ehrfurcht vor der Weihe eines der Ihren. Nach ihm sagten Kinder des Dorfes mit hellen und frischen Stimmen ihre Glückwünsche:

„Willkommen, teurer junger Priester!
So jubeln all die Deinen heut',
Die sich auf diese Feierstunde
Im voraus lang mit Dir gefreut."
„Und in  den  Jubel rauscht ein  Danklied
Zum Allbarmherzigen  empor,
Der Dich aus unsres Dorfes Mitte
Zum heil'gen  Priesteramt erkor."
„Erfleh für uns vom Herrn die Gnade,
Daß fest wir stets im Glauben stehn,
Daß hier die späteren  Geschlechter
Nur wahrhaft fromme Christen sehn."
„So komm zu uns! Wir Kleinen streuen
Jetzt duft'ge Rosen vor Dir aus,
So mögen einst Dich Engel führen
Hinauf ins ew'ge Vaterhaus."

Der Primiziant war tiefbewegt von der Liebe, die ihn empfing und umfing: „Ihr wißt, daß ich Euch dankbar bin, aber schenkt Gott die Ehre, der mich zum Priester geweiht hat".

Dann zog der junge Priester mit dem greisen Vater ins elterliche Haus. Das war vom Samstag-Abend das ergreifenste Bild, gleichsam die sinnbildhafte Erfüllung dessen, was in jahrelanger Arbeit und Sorge von seinem Vater erbetet und erhofft worden war. Beim Gang durchs abendliche Dorf sah ich, was unermüdliche Hände in Tagen, ja Wochen geschaffen hatten. Das ganze Dorf trug ein einziges Festgewand. Die alte Straße war fast nicht wieder zu erkennen. So jung sah sie aus in ihrem frischen Grün, in dem leuchtenden blauweißen Kleid. Die Häuser hatten wohl um die Pläne der alten Straße gewußt und so hatten auch sie sich rechtzeitig um ein neues Gewand für diesen Tag bemüht. Aber die alte Straße tat noch ein übriges. Sie stellte an den Eingang und Ausgang und in die Mitte des Dorfes vor das Haus Weber hohe grüne Tore, die den neugeweihten Priester und alle Gäste des Dorfes, die kamen und gingen, mit frohen und frommen Worten begrüßten, davon die schönsten am Anfang dieses Berichtes stehen. Und noch einmal war es die alte Straße, die ein besonderes Zeichen der Liebe ersann. In den frühen Stunden des Sonntages, ehe der Primiziant zur alten Pfarrkirche zog, legte sie ihm zu I'üßen einen farbigen Teppich vom Haustor bis zum Dorfausgang. Die Krone zu allem Schmucke aber,  den das ganze Dorf angelegt hatte, trug und trägt nun für immer die  Mutter-Gottes-Kapelle auf der Höhe. Im  Innern birgt sie einen Altar von auserlesener Schönheit, der in allen Formen und Farben eine Madonna umschließt, eine Rosenkranzkönigin, so liebreizend und strahlend, daß jeder, der hier betet, frohen Herzens heimgehen muß.

„O eilet sie zu schauen, Die schönste aller Frauen, Die Frau  der ganzen Welt."
Die Erneuerung der Kapelle ist das Werk eines Mannes, den ihr alle kennt, Domkapitular Buchholz, der mir an diesem Abend sagte: „Nun hat sich der Traum meines Lebens erfüllt."

Der Primiz-Morgen
sah im hellen Licht einer leuchtenden Sonne frohbewegte Menschen zum Eingang des Dorfes Oberpleis ziehen, das gleichfalls sein schönstes Gewand angelegt hatte. Auch hier hatten die Liebe zum Sohn der Pfarrgemeinde und die Ehrfurch vor dem Priester den Weg durchs Dorf in festlichster Weise geschmückt. Vom Kirchplatz zog die Abordnung der Pfarrgemeinde aus: Der Pfarrer und seine Mitbrüder, begleitet von Gemeindevertretung, Kirchenvorstand und Kirchenchor, von Meßbuben und Mädchen in weißen Kleidern, umweht von den Bannern der Kolpingsfamilie und der Pfarrjugend. Von Eisbach kam der Primiziant, zwischen seinem alten Vater und seinem priesterlichen Betreuer, umgeben von den Seinen, seinem Dorf und der weiteren Nachbarschaft. Der Kirchenchor sang ihm den ersten Gruß, zwei Kinder sprachen das bereits einmal im Pfarrblatt gedruckte Gedicht: „Ein Priester muß sein, ganz groß und ganz klein". Dann kam der Pfarrer zu Wort: „Am Eingang des Dorfes grüßt Dich die Pfarrgemeinde, ihr Pastor und mit ihm Deine und seine Mitbrüder und alle Pfarrkinder, die Großen und die Kleinen, die Alten und die Kranken und auch die, die noch fern der Heimat sind. Sie begrüßen Dich mit viel guten Wünschen und ebensoviel herzlichen Bitten. Sie begrüßen Dich im Vertrauen auf die Macht und Herrlichkeit, die der geweihte Priester in sich trägt. Sie begrüßen Dich am Eingang des Dorfes, vor Deinem Erstlingsopfer in der Gemeinde> Weil aber Anfang und Ende christlichen Lebens vor Gott so nahe stehen, sage ich Dir im Namen der Gemeinde als ihren Gruß und ihre Bitte an Dich die Worte, die ein Priester betet, wenn er im Sakrament der heiligen Oelung einen Christen für den alles entscheidenen Weg vorbereitet: „Tritt ein, Herr Jesus Christus mit deinem Diener in diesen Ort. Laß einziehen göttlichen Segen, lautere Freude, tätige Liebe. Fliehet von diesem Ort ihr bösen Geister. Kehret ein ihr Engel des Friedens. Und ich sage Dir als Wunsch der Gemeinde für Dich ein weiteres Wort aus den Gebeten der Kirche: „Unser Herr Jesus Christus sei bei Dir und beschütze Dich, sei um Dich und bewahre Dich, sei vor Dir und führe Dich, sei mit Dir und stärke Dich, sei über Dir, daß er Dich allzeit beschirme und segne." Und nun laßt uns ziehen in Frieden, damit wir als lebendige Bausteine das Haus bauen, darin der. Herr durch die Hände des Neugeweihten sein Opfer dem himmlischen Vater darbringt."

Das Primizamt.
Kaum faßte die alte Kirche die Gläubigen, die innersten und innigsten Anteil nahmen an dem heiligen Geschehen, über dem nicht nur der Glanz der Erstlingsgabe ruhte, nicht nur der Klang der Orgel und des Chores, sondern auch die strahlende Schönheit der Gebete gerade dieses Tages. Schon der Introitus beginnt: „Seht der Herr, der Allherrscher ist da!" Die Epistel aber singt: „Werde Licht, Jerusalem! Siehe es kommt Dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir". Dem Primizianten ministrierten zwei befreundete Diakone und assistierte der Pastor. Die Predigt hielt der dazu Berufene: Domkapitular Buchholz. Sie kam aus wahrhaft priesterlichem Herzen und durfte inmitten all des Glanzes und der Freude dieses Tages aus tiefstem eigenen Erleben die Frage aufwerfen: Warum noch Priester werden in einer Zeit religiöser Entfremdung, in der Lieblosigkeit und Mißachtung, Verleumdung und Verfolgung den Weg des Priesters umgeben und das Ende oft Kerker und Tod ist? Die Antwort darauf bleibt die ewig gleiche und ergibt sich aus dem Wort des Herrn: „Wer mein Jünger sein will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." Er sprach weiter davon, daß eine tief gläubige Familie und das Gebet und Opfer der lieben verstorbenen Mutter Wegbereiter für den Primizianten gewesen sind und der nun bereit ist die Frohbotschaft des Herrn gerade in diese gottferne Welt zu tragen. Nach  dem Primizamt ging der priesterliche Sohn an das Grab seiner Mutter, die in der Gemeinschaft der Heiligen diesen Tag miterlebte. Dann geleitete die Gemeinde ihren Neupriester wieder bis zum Ausgang   des Dorfes zurück, um ihn hier dem  Geleit seiner Eisbacher anzuvertrauen.

Der Mittag
vereinte die große Familie und die geistlichen Freunde des Primizianten zum festlichen Mahle.

Der Nachmittag
vereinte sie alle im Dank gegen Gott. Am Schluß der Andacht erteilte der Neupriester der Gemeinde, jedem Einzelnen, der kam, den Primizsegen.

Der Abend
brachte dem Neupriester den Besuch seines Regens aus dem Priesterseminar, der ihn die letzten zwei Jahre zum Priestertum geführt hatte und der nun erleben durfte, wie stark Franz Weber in seiner Dorfgemeinde verwurzelt ist, wie ihn seine Familie und sein Dorf getragen und geformt haben und noch weiterhin ins priesterliche Leben führen werden. Das brachte der hochwürdige Herr Regens in bewegten Worten zum Ausdruck. Er erlebte auch die Ehrung des Primizianten durch den Kirchenchor, der mit frohem Herzen und jubelnden, Stimmen seine Lieder sang, unterbrochen durch ein herzliches Begrüßungswort eines getreuen Sängers, des erblindeten Matthias Müllenholz, eines ehemaligen Schulkameraden von Franz Weber, nochmals unterbrochen durch ein selbstverfaßtes Gedicht des an diesem Tage unermüdlichen Organisten Schenk, durch ein Gedicht der Kirchenchor-Jugend und einen Glückwunsch des Pfarrers, der seinem Primizianten diesmal sagte, er möge etwas von dem Glanz und Klang des Tages mit in sein Leben nehmen und nie den Glauben daran verlieren, daß trotz aller religiosen Entfremdung die Menschen im tiefsten Grunde auf den Priester warten, der sie echt und ehrlich anspricht. Ein Wort des Dankes für diesen abendlichen Gruß der Sänger und für all das Schöne des Tages, das ihm die Seinen, sein Dorf und die Pfarrgemeinde Oberpleis bereitet hatten, sprach zum Schluß dieses erfüllten Tages der Primiziant.

Der Montag
war und wurde der Tag der Dorfgemeinschaft Eisbach.
Auch an diesem Morgen zog der Primiziant vom elterlichen Hause aus, den alten Vater zur Seite, begleitet von Domkapitular Buchholz, Pastor Wichert und den beiden Diakonen. Vor ihnen die Kinder, hinter ihnen die Familie und das ganze Dorf. Das Glöcklein der Mutter-Gottes-Kapelle läutete zum feierlichen Amt für die Lebenden und Verstorbenen der Dorfgemeinschaft, bei dem die Eisbacher Sängerinnen und Sänger rein und klangvoll eine zweistimmige Messe von Griesbacher sangen. Der kleine intime Chorraum der Kapelle mit seinem herrlichen Altar erstrahlte in vollem Licht. Die liebreizende und liebereiche Madonna stand im vollen Glänze ihrer Schönheit und schaute beglückt auf ihr Kind. Der neugeweihte Priester, der nichts von all dem Neuen wußte, stand ergriffen vor soviel Licht und Glanz im alten vertrauten Kapellchen.

Die Ansprache heim heiligen Opfer konnte kein anderer halten, als der, der die Kapelle so reich ausgestattet hatte: Domkapitular Buchholz. Er sprach noch einmal von der Geschichte der Kapelle, die aus dem Vertrauen eines schlichten Bauern auf die Hilfe der Mutter Gottes und aus der Treue eben dieses Mannes nach Erhörung seiner Bitte entstanden war. Sein Sohn durfte als erster Priester das heilige Opfer feiern, das zugleich sein Erstlingsopfer in der Gemeinde war. Domkapitular Buchholz gedachte des verstorbenen Pater Johannes Weber, der dieser Kapelle seine Liebe bewahrte bis ans Ende, sprach von seinem eigenen priesterlichen Leben, das hier von dieser stillen Stätte ausging und immer wieder hierher zurückfand, wie auch das Leben des jetzigen Primizianten Franz Weber von der Mutter der göttlichen Gnade geleitet war. Er rief seine Eisbacher auf, vertrauensvoll und inständig zur Mutter des Herrn zu beten, damit in Zukunft nochmals ein Kind des Dorfes als Priester an diesem Altare stehe. Der Primizsegen beschloß das schöne feierliche Amt.

Bis zum Nachmittag
wurde die Kapelle in Eisbach nicht leer von  Gläubigen, die zur Anbetung des Eucharistischen Gottes und zugleich zur Mutter unseres lieben Herrn kamen. Eine Andacht zu Ehren unserer lieben Frau beschloß die Stunden des Gebetes und nochmals erteilte der Primiziant seinen Segen.

Am Abend
dieses zweiten Tages fand sich die Dorfgemeinschaft zusammen auf der Wiese vor der Kegelbahn. Der schöne sommerliche Tag und Abend ließ sie unter Gottes Himmel den festlichen Tag beenden. Das ganze Dorf, Groß und Klein, Alt-Eingesessene und Neu-Beheimatete fanden in vorbildlicher Anordnung an gedeckten Tischen ihren Platz und nahmen dankbar an, was Familie Weber mit offenen Händen gab. Es wurde ein würdiger Beschluß mit viel schönen Darbietungen des Dorfes, ausgesucht und geleitet von Johann Bennerscheid, dem Nachbarn jenseits der Straße, dem väterlichen Freund des Primizianten und dem anerkannten Berater und Betreuer des Dorfes. Das Dorf überreichte hierbei ein sinniges Geschenk, eine Wanduhr mit schönem vollem Klang, aber mit dem noch schöneren Klang des von Wilhelm Gratzfeld gesungenen Liedes und der von zwei Mädchen gesprochenen Verse, die wohl von Johann Bennerscheid stammen, der allzu bescheiden im Hintergrund stehen will und darum mit seinen Versen hier genannt sei:

Es heißt in einer alten Kunde:
Dem Glücklichen schlägt keine Stunde
Doch gerne ich  Dir's sagen mag:
Die Uhr soll schlagen Tag für Tag
Dir jede neue Stunde ein,
Und dennoch sollst Du glücklich sein.
Bei jedem Schlage magst Du denken:
O  Gott, mögst mein Geschick so lenken,
Daß ich als Priester bleib Dir treu.
Den Vorsatz fasse stets aufs neu!
Dann wirst Du Deine hohe Würde
Empfinden nicht als schwere Bürde.
Du wirst die Schäflein Deiner Weide
Dann hüten treu in heü'ger Freude.
Auch mahnt Dich jeder Schlag aufs neu:
Bleib  Deiner lieben Heimat treu,
Bis wir dann einst im Himmel oben
Vereint mit Dir den Heiland loben.

Ein weiteres schönes Geschenk brachte der Kegelklub des Dorfes Eisbach, der - das sei für die Ortsfremden gesagt - seit über 40 Jahren ohne Wirt und Wirtshaus lebt und blüht, den Domkapitular Buchholz mitgegründet, dem Franz Weber bis heute als aktives Mitglied angehört, und der an diesem Abend den jetzigen Pastor als Ehrenmitglied ernannte. Die Festrede war keine solche im üblichen Stil. Sie war ein herzhaftes Wort unseres lieben Peter Buchholz, unseres Prälaten, eines dem Primizianten und seiner Heimat gleich tief verbundenen Mannes und Priesters. Das Schlußwort sprach der Neupriester, für den sich alle Hände geregt hatten, dem in dieser Stunde die Liebe und Verehrung aller gehörte, der darum auch die Worte des Dankes fand, die von Herzen kamen und zum. Herzen gingen. Er vergaß keinen, der ihn bis zu dieser Stunde ins Leben, durchs Leben und an die Stufen des Heiligtums geleitet hatte. Er versprach ihnen alle seine Treue im priesterlichen Gebet, im täglichen Memento der heiligen Messe, darin er sein geliebtes Heimatdorf allzeit vor Gott tragen will. Er versprach ihnen auch, immer wieder heimzukehren, um einer der Ihrigen zu sein und um gleich seinen Vorgängern die Kraft für die tägliche Arbeit aus den Wurzeln der Heimat zu finden. Es wurde ein Tag und Abend, von dem die Eisbacher noch viele Jahre erzählen werden, wie auch von dem  noch viel glanzvolleren eigentlichen Primiztag in der Pfarrgemeinde und dem stillen Vorabend.

Ein  Dorf  feierte  Primiz.
Ja, so kann nur ein Dorf feiern. So kann es aber auch nur feiern, wenn es in seinem Primizianten zugleich das Kind des Dorfes, wie den berufenen Jünger des Herrn erkennt. Möge nun Gott der Herr all die guten Wünsche segnen und nach seinem Maß und Willen erfüllen. Möge Er, der Herr, seinen Jünger aus diesen Tagen hinaus begleiten in die Arbeit an seinem Reiche. Das wünscht vor allem

sein und Euer Pastor Hans Wichert.

Ein Dankeswort des Primizianten.
Allen Pfarrangehörigen sage ich für die überaus große Aufmerksamkeit und die daraus sprechende Liebe anläßlich meiner Primiz meinen innigsten Dank. Insbesondere gilt mein Dank der hochwürdigen Pfarrgeistlichkeit und dem Kirchenchor, die mir den Tag meiner Primiz so einmalig schön bereitet haben. In ganz besonderer Weise danke ich aber auch der Dorfgemeinschaft Eisbach fiir all die Mühe und Liebe, mit der meine Eisbacher ohne Ausnahme das Dorf geschmückt und mir Feierstunden bereitet haben, die ich nie vergessen werde. Nur wer Eisbach im Festschmuck dieses Primiztages gesehen hat, kann ermessen, wie tief ergriffen ich am Vorabend der Primiz in mein geliebtes Heimatdorf ein- und heimgekehrt bin. Herzlichen Dank sage ich auch noch der Bevölkerung von Oberpleis, die den Weg zur Kirche so schön und liebevoll geschmückt hat. Ich werde den Dank gegenüber der Heimat im hl. Opfer vor Gott tragen und bitte auch meiner im Gebete weiterhin zu gedenken.

Franz Weber, Neupriester."


Quelle
Pfarrblatt Nr. 7 vom 7. August 1949
Zur Verfügung gestellt von
Herbert Krämer; Fotograf unbekannt
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Primiz Franz Weber Aus den Dörfern ringsum Katholische Kirche Oberpleis
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