Großer Fastnachtsball am 15. Februar 1947

Aufnahme: 1947

Großer Fastnachtsball am 15. Februar 1947

„In sehr guter Karnevalsstimmung konnten bereits um 17.30 Uhr die ersten Gäste in den Saal eingelassen werden. Bei der Eröffnung um 18.00 Uhr war schon alles voll besetzt. Die tollsten Kostüme waren zu sehen. Man sah auf den ersten Blick, daß der Karneval wieder eingezogen war. Der Saal hatte ebenfalls sein hierzu erforderliches Bild erhalten. Die Musikkapelle war wie vorgesehen mit 6 Mann erschienen, alle mit Fastnachtsmäßiger Kleidung.

Zum Anfang richtete unser Vorsitzender noch ein paar herzliche Worte an alle, legte den Sinn des Tages klar und wünschte jedem einen recht frohen Abend. Dann übergab er der Tanzkapelle den Start zur musikalischen Unterhaltung.

Mit den tollsten Schlager wurde selbst das stummste Herz von ihr aufgemuntert. Bis 20.00 Uhr hielt sie den ganzen Saal ununterbrochen auf Schwung. Jetzt folgte aber die erste Büttenrede, angekündigt durch den Ansager Heinrich Herchenroth. Unter tosendem Beifall zog unser Gesellenvater in den Saal ein. Er trug sein Leid vor, was er bis jetzt mit den Mädel aus dem Tal alles durchzumachen hatte. Erstaunlicherweise sah man viele überraschte Gesichter (Rede siehe bei den Akten). Nach 2 Tänzen folgte der nächste Auftritt und zwar „der Puckel“, vorgetragen von Helene Köchner und Anneliese Lichtenberg. Ebenfalls tosendes Gelächter im ganzen Saal.

Als nächstes wurden die Pleistal-Nachrichten veröffentlicht. Sie enthielten die neuesten Überraschungen aus Uthweiler und Umgebung, vorgetragen vom 1. Schriftführer. Nach wie vor tosender Beifall.

Nach einem schwungvollen Tanz hielt Maria Züllich die nächste Büttenrede “der Vater Rhein“. Sie brauchte für das nötige Hintergrundwissen ebenfalls nicht zu sorgen. Und schon ging wieder das Fragen umher „und was kommt dann?“ Es kam „Der Onkel Doktor hat gesagt!“, ein Auftritt, der schon ohne Worte den ganzen Saal in ein dröhnendes Lachen umwandelte.

Durch 9 darauffolgende Tänze wurden die langgestreckten Hälse und Beine wieder in die normale Lage zurückversetzt. Der darauffolgende Vortrag des Feuerwehrmannes war ebenfalls herzzerreißend. In wechselnden Abständen wurden noch weitere humoristische Vorträge zum Besten gegeben.

Der Abend nahm so gegen alle Erwartung einen sehr zufriedenen Verlauf. Gegen 4.30 Uhr frühmorgens spielte die Musik den letzten Gästen den Abschiedswalzer. Somit fand dieses einzigartige Fest einen wunderbaren Ausklang.“

Quelle
Archiv Thomas Lissek: Protokollbuch
Zur Verfügung gestellt von
Irina Wistoff: Protokollbuch des Junggesellenvereins
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