Fahnenweihfest des Junggesellenvereins „Pleistalfreude“ am 15. Juni 1947

Aufnahme: 1947

Fahnenweihfest des Junggesellenvereins „Pleistalfreude“ am 15. Juni 1947

Weltliche Feier, Teil 1

„Die Aussicht auf den günstigen Verlauf der weltlichen Feier der Fahnenweihe wurde durch die aufklärende Wetterlage von keinem mehr in Frage gestellt. Wie im Programm festgelegt, empfing man ab 14,00 Uhr die auswärtigen Vereine in unserem Vereinslokal. Es waren die Brudervereine Dambroich, Rott, Söven Westerhausen und Berghausen. Westerhausen war leider ohne Fähnrich erschienen, da derselbe nach Siegburg-Wolsdorf war, wo die Siegkreismeisterschaft ausgeschwenkt wurde. Inzwischen war auch Frau Amtsbürgermeister Vurthmann erschienen, die unserer Einladung nachgekommen war.

Unser 1. Vorsitzender ließ es sich nicht nehmen, sie auf das herzlichste Willkommen zu heißen. Da die Zeit inzwischen weit vorgeschritten war, ging man zur eigentlichen Weihe der Fahne vor. Im Hofe wurde von allen anwesenden Vereinen ein großer Kreis gebildet. In der Mitte stellten sich die auswärtigen Fähnriche zwei zu zwei gegenüber, während unser Fähnrich mit der Frontseite zur Straße hin stand. Die neue Fahne war noch durch einen schwarzen Überzug verhüllt. Unser Präsident hielt nun eine Ansprache an alle Anwesenden. Er kam auf den Sinn und Zweck des Junggesellenvereins zu sprechen und daß es ja auch eine Tradition von unseren Vorfahren her sei. Die Fahne bildet hierbei den Mittelpunkt und Zusammenhalt aller Mitglieder. Hierauf wurdedie Fahne enthüllt. Die Überraschung war gegen alle Erwartung groß.

Mit den passenden Worten verbunden wurde die Fahne durch den ersten Vorsitzenden mit einem Glas Wein geweiht. Anschließend wurde von den beiden Vereinsdamen Schöneborn Hilde und Züllich Maria, die übrigens auch noch die beiden Fahnenoffiziere waren, Prologe vorgetragen. Als besondere Überraschung der Damen wurde eine wunderbare Fahnenschleife mit der Aufschrift „Gestiftet von den Damen des Vereins, Fahnenweihfest 1947“ an die Fahne geheftet. Nun sollte unser Fähnrich zum ersten Mal der Öffentlichkeit zeigen, was er inzwischen im Verborgen gelernt hatte. Er führte ein Schauschwenken durch. Der Fahnenweihakt war somit beendet. Nun gruppierte man sich zum Festzug, vorne weg zwei Reiter. Anschließend auf einem festlich hergerichtetenWagen die Musikkapelle. Man bekam so langsam den Eindruck, daß ein so schön aufgezogenes Fest hier noch nicht stattgefunden hat.

Der Festzug führte zunächst vom Festzelt aus durchs Unterdorf von Uthweiler, dann ein Stück auf Blankenbach zu, wieder links ab durch Stieldorf-Utweiler bis zum Bahnhof. Hier stellten sich die Fähnriche zum Schauschwenken auf. Bei dem windigen Wetter hatten sie sehr mit ihren Fahnen zu kämpfen. Von hier führte der Zug wieder durch das ganze Dorf bis zum südlichen Ortsausgang. Dem Zug hatten sich die Vereine wie folgt angeschlossen: Der festgebende Verein Uthweiler zuerst. An den freudig strahlenden Gesichtern erkannte man die Stimmung und Teilnahme aller Mitglieder nebst Vereinsdamen. Hiernach folgte Rott, ihnen schlossen sich die Nachbarvereine Berghausen uns Söven an. Den Schluß bildete der Junggesellenverein „Frohsinn“ Dambroich. Die Musikkapelle hielt auf dem ganzen Weg den gesamten Zug in guter Stimmung."

* Bildmaterial zum Fahnenweihfest als Datensätze 5430, 5431, 532, 5434, 3435, 3437, 5438 und 5439.

Zur weltlichen Feier, Teil 2 - siehe Link unten.

Quelle
Archiv Thomas Lissek: Protokollbuch
Zur Verfügung gestellt von
Irina Wistoff: Protokollbuch des Junggesellenvereins Zur weltlichen Feier, Teil 2
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