Aufnahme: 1945

Der Angriff auf Pleiserhohn am 21. März 1945

Der Bericht der amerikanischen Kompanie C gibt die ganze Härte des Kriegsgeschehens in der Oberpleiser Region um Pleiserhohn wieder:

"Um 11 Uhr gab der Batallionskommandeur den Befehl zum Angriff auf Pleiserhohn.

Wir hatten in dieser Nacht wenig geschlafen, und nach den aus den Befehlen folgenden ersten Vorbereitungen und Munitionsaufnahme versammelten wir die Kompanie um zwei Uhr morgens und verließen Oberpleis in Richtung des hohen Hügels, auf dem Pleiserhohn lag.

Es war eine sehr dunkle Nacht, und es war schwierig, die Kompanie zu versammeln. Wir hatten gehört, dass ein paar Feinde nach Oberpleis eingedrungen waren und dass einer der Männer der Kompanie B von einem 'Heini' getötet worden war. Als wir die Stadt verließen, fielen, nur mit kurzen Unterbrechungen, Mörser-Granaten rund um die Stadt. Niemand wurde beim Verlassen der Stadt verletzt.

Am Rand von Pleiserhohn sahen wir uns starken feindlichen Kräften gegenüber, die aus ungefähr einer Infanterie-Kompanie und einem Zug von Panzern (Panzerzug) bestanden. Sie entdeckten uns, als wir etwa 300 Yards von ihrer Stellung entfernt waren und eröffneten das Feuer auf uns mit Maschinengewehren, Kleinkaliberwaffen, 88 Geschützen und Mörsern.

Der erste Zug hatte schon fast die feindlichen Stellungen auf der rechten Flanke erreicht, bevor er zurückgeschlagen wurde. Die 'Heinis' schossen fortwährend Gefechtsfeldbeleuchtung, um das Gebiet die ganze Zeit beleuchtet zu halten.

Der zweite und dritte Zug auf der linken Flanke hatte zwei Gegenangriffe erlitten und war um einhundert Yards zurückgetrieben worden. Der Feind erlitt prozentual höhere Verluste als wir, aber zu diesem Zeitpunkt konnten wir nicht weiter vordringen.

Die Kompanie wurde vor Ort umgruppiert und machte einen Vorstoß in die linke Flanke des Feindes, doch Mörser und Artillerie-Feuer wurden um die Kompanie herum so intensiv, dass die Männer gezwungen waren, den Versuch aufzugeben.

Als die Kompanie sich um etwa 300 Yards zurückgezogen hatte, begann sie mit dem Graben von Stellungen, während eine Patrouille zur Erkundung der rechten feindlichen Flanke ausgesandt wurde. Eine kurze Kontrolle der Kompanie zeigte, dass unsere Verluste nicht so groß waren wie zuvor angenommen.

Ein Mann kam von der Patrouille zurück und meldete, dass die Patrouille das erste Haus in der Stadt betreten hatte und weiter vordrang. Sobald wir diese Nachricht erhalten hatten, marschierte die Kompanie in die Stadt ein und räumte sie komplett.

Verbindungen zu den Zügen wurden aufgebaut. Wir entdeckten, dass die 'Krauts' uns immer noch ausspähten, da die Hauptstraße mit Maschinengewehrfeuer gesichert wurde, und jedesmal, wenn jemand sich dort bewegte, eröffneten sie das Feuer. Auch das C.P. wurde von zwei Artillerie-Granaten getroffen.

Mit einem Gefühl der Erleichterung erhielten wir den Befehl, die Stadt Westerhausen anzugreifen, die nur 600 Yards entfernt lag. Der Kompaniechef verließ uns, um einen Weg zu erkunden, über den wir die Stadt erreichen und angreifen könnten, und kehrte mit zwei Gefangenen zurück.

Die deutschen Soldaten hatten in einem Hinterhalt gelegen 150 Yards vom Dorf in einer Stand Bäume (hinter Bäumen? - Anm. d. Red.), wo sie die Straße mit Maschinengewehrfeuer gesichert hatten.

Gerade als die Kompanie zum Angriff ausrücken wollte, kam die Stadt unter heftiges Mörserbombardement. Drei Granaten schlugen dort ein, wo der dritte Zug noch vor einer Minute gestanden hatte.

Der dritte Zug rückte so schnell aus, dass der erste Zug die TDs bestieg, um mit ihnen Schritt zu halten. Artillerie-Granaten fielen um uns herum, und es war eine große Überraschung festzustellen, dass nur zwei Männer getroffen worden waren. Als der Feind uns die Stadt erstürmen sah, bestiegen sie ihre Panzer und zogen sich zurück. Es wurden etwa dreißig Gefangene genommen, und die Kompanie baute ihre Stellung am Rande Westerhausens aus.

In der ersten Nacht hatten wir einen Gegenangriff von 50 Deutschen auf unserer linken Flanke. Sie kamen auf weniger als 10 Yards auf unsere Stellung heran, und ein T.D. wurde von einer Panzerfaust zerstört. Nach einem einstündigen Kampf zog sich der Feind zurück. Wir nahmen zwei Gefangene.

Nach dem nächtlichen Angriff schliefen wir sehr gut. Wir schickten zwei Patrouillen ins Tal an unserer rechten Flanke aus, es gab nicht viel Aktivität. Es wurde uns berichtet, dass einige Deutsche sich entlang des nächsten Höhenrückens eingruben. Ansonsten ertrugen wir die Raketenbomben und Artilleriegranaten, die weiterhin auf unsere kleine Stadt fielen. Während des Tages wurden zwei heiße Mahlzeiten serviert.“

Übersetzung und Auszug aus: Zweiter Weltkrieg, Die Geschichte der Kompanie C, 16. Regiment, 1. Infanterie Division, August 1942 bis Juni 1945, Auszug: 20.-22.März 1945

Quelle
Originalfoto: Nr. SC 248555 – 20.03.1945 – Rottbitze, in: The National Archives at College Park, Maryland
Zur Verfügung gestellt von
Dr. Andrew Denison, Pleiserhohn (Bericht); Rudolf Pieper (Originalfoto) Originalfoto: zerstörter amerikanischer Panzer bei Rottbitze - A. Denison referiert in Pleiserhohn
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