Primiz Pater Raphael Wasserheß

Aufnahme: 1939

Primiz Pater Raphael Wasserheß

Pater Raphael Wasserheß wurde am 2.8.1913 in Berghausen mit bürgerlichem Taufnamen Heinrich als zweites Kind von neun Geschwistern geboren. Eltern waren Friedrich Wasserheß und Franziska geb. Antony.
Nach dem Schulbesuch trat er am 3.6.1933 im Alter von 20 Jahren in das Benediktiner-Kloster auf dem Michaelsberg ein, legte am 4.6.1934 die erste Profess (Gelübde) und am 4.6.1937 die ewige Profess ab. Als Diakon besuchte er das klostereigene Priesterseminar in der Abtei Siegburg.

Im Katholischen Kirchenblatt von Oberpleis vom 26.2.1939 ist vermerkt:
Der 1. März ist in diesem Jahre für unsere Pfarre ein Tag seltener und großer Freude, da wieder ein Sohn unserer Pfarre, Diakon Raphael Wasserheß O.S.B. (Orden Sankt Benedikt, Anm. d.Red.) in der Abteikirche des Michaelsberges zu Siegburg die heilige Priesterweihe empfängt.
Pater Raphael ist freudig dem Ruf Gottes gefolgt und tritt nun als Priester in das Allerheiligste ein.

Die Priesterweihe des Professen des Benediktinerordens erfolgte am 1.3.1939 durch den Weihbischof Dr. Josef Hammels in der Kirche der Abtei Siegburg.

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Die Dorfgemeinschaft von Berghausen ehrte seine Primiz durch ein Fest im Ort, deren Festfolge nachstehend wiedergegeben ist:

Herzlichen Willkommensgruß der Heimat an den Neupriester, den hochw. Herrn P. Raphael Wasserheß O.S.B.

Schon wieder darf unsere Pfarrfamilie sich freuen, dass einer ihrer Söhne am Altare das Opfer Christi erneuern und seinen Segen uns vermitteln darf. Nun sind es sieben noch lebende Priester, die unsere Pfarre hervorgebracht hat. Wie oft hat der Primiziant in unserer Kirche als Kind gekniet und gebetet, bis er schließlich dem Rufe Gottes folgte und die lange Vorbereitungszeit auf sich nahm, um sich dem Dienste Gottes zu weihen.

Nun soll er in derselben Kirche, in der er durch die Taufe in das Gottesreich aufgenommen und in der Firmung gestärkt wurde zum Streiter Gottes, in der hl. Beichte und der hl. Kommunion so oft die Gnade Christi in sich verspürt hatte, das heilige Opfer für uns alle darbringen und Fürbitte am Throne Gottes für uns einlegen. Wir alle empfehlen uns in sein hl. Opfer. Möge Gottes Gnade in reichster Fülle aus diesem hl. Opfer dem Primizianten und uns zufließen.

In dem gut besuchten Triduum der letzten Woche hat uns Pfarrer Klein in dankenswerter Weise vorbereitet auf die Primiz. Heute wollen wir unsere Anteilnahme zeigen, indem möglichst viele hinzutreten zum Tische des Herren.


Die Festfolge für die Primizfeier - Sonntag, den 12. März:

9.45 Uhr: Abholen des Primizianten an dem Kirchenportal

10.00 Uhr: Feierliches Primizhochamt mit Festpredigt

15.30 Uhr: Feierliche Komplet

Die Nachbarschaft Berghausen bereitet am Montag, 7.30 Uhr, im Saale Müller in Berghausen dem Primizianten eine kleine Feierstunde mit folgender Festfolge:

I. Am Hause Wasserheß:

1.) Das Orchester spielt den Abendchor aus der Oper „Das Nachtlager von Granada“ von Kreutzer.
2.) Ein Dorfkind bringt den Gruß der Dorfjugend.
3.) Der Männer-Gesangverein Berghausen singt: Sanktus von Schubert.

II. Im Saale

1.) Orchester: „Das ist der Tag des Herrn" von Kreutzer.
2.) Begrüßung:
a) durch ein Kind
b) durch den Vertreter der Nachbarschaft.
3.) Ständchen: „Leise flehen meine Lieder“ von Schubert
4.) Gesangverein „Das Glöcklein“ von Orth
5.) Kinder bringen ihre Glückwünsche.
6.) Glückwünsche
7.) Das Orchester spielt das Andante aus der kleinen Nachtmusik von Mozart.
8.) Dorfkinder drücken in Gedichten ihre Festesfreude aus.
9.) Die Kinder von Berghausen singen.
10.) Das Orchester spielt: „Die Ehre Gottes in der Natur“ von Ludwig van Beethoven.
11.) Die Eltern des Primizianten werden geehrt mit einem Gedicht.
12.) Noch einige Glückwünsche
13.) Trompetensolo: „Berühmtes Abendständchen“ von Hertel
14.) Der Gesangverein singt: Heimat, liebe Heimat“.
15.) Der Primiziant spricht.
16.) Das Orchester bringt eine „Träumerei“ von Schumann.
17.) Der Junggesellenverein schwenkt dem Gefeierten das Fähndel.
18.) Das Orchester beendet die Feier mit dem Florentinermarsch von Fucick.

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Pater Raphael Wasserheß tat seinen Dienst als kath. Feldgeistlicher der Deutschen Wehrmacht und verstarb am 13.1.1943 bei der Schlacht um Stalingrad.

Quelle
Katholisches Kirchenblatt von Oberpleis vom 26.2.1939
Zur Verfügung gestellt von
Abtei Michaelsberg, Siegburg (Foto)
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