Die frühere "Pannefabrik" in Boseroth
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Aufnahme: 1935

Die frühere "Pannefabrik" in Boseroth

Seit dem frühen 18. Jahrhundert weiß man von Dachpfannen- und Ziegelsteinherstellung in Boseroth. Sie wurde begünstigt durch die Tonvorkommen in der Nähe. Seit 1776 übte dort die Familie Gast den Beruf des "Pannenbäckers" aus. Um 1900 modernisierte Franz Gast, der letzte Besitzer, den Familienbetrieb. Er baute einen neuen Ofen mit hohem Kamin. 1927 wurde der Betrieb aufgegeben, aber der hohe Kamin blieb noch bis 1950 das "Wahrzeichen" von Boseroth. Die "Hollpanne" (Hohlpfannen) auf dem Dach des Hauses hinter dem Schornstein sind wohl aus eigener Produktion.

Im handgeschriebenen Rechenbuch des ehemaligen Oberpleiser Schulmeisters Wilhelmus Stricker aus dem Jahr 1752 steht folgende Rechenaufgabe:
"Einer bestellt sich in Boseroth Ziegel zu brennen. Davon soll ein jeder Ziegel 1/2 Elle lang, 1/4 Elle breit und 1/8 Elle hoch sein. Von den Ziegeln will er eine Mauer bauen lassen, 30 Ellen lang, 8 Ellen hoch und 2 Ellen dick. Ist nun die Frag, wieviel Ellen die Mauer hat und wieviel Stein der Maurermeister dazu brauchen muß?"

Dachziegel der Firma Franz Gast, Boseroth

Quelle
unbekannt
Zur Verfügung gestellt von
Bernhard Gast Magister Strickers Rechenbuch - aus der Heimatkunde der Klasse 3 (ca. 1958)
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