Aufnahme: 1930
Mitglieder der Feuerwehr Uthweiler im Oktober 1929 vor der Gaststätte Zaun in Uthweiler
Am 20.02.1929 wurde die Wehr in der Gaststätte Zaun in Uthweiler unter dem Motto „ Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr! “ gegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt lag die Brandbekämpfung in vielen ländlichen Bezirken, wie auch in dem zur Gemeinde Oberpleis gehörenden Ort Uthweiler, noch sehr im argen.
Als dann Ende des Jahres 1928 das Anwesen von Johann Reuter brannte, war die Not wieder einmal groß. Alle die helfen konnten halfen. Aber es fehlten die notwendigen Geräte und vor allem die Organisation zur Bekämpfung des Brandes. Erst als der Verwalter der Baumschule Dahs & Reuter, Franz Bellinghausen, mit der Belegschaft der Firma anrückte, konnte mit Hilfe einer kleinen Handdruckspritze, von denen eine auf dem Bönnschenhof und eine bei der Baumschule Dahs & Reuter standen, das Feuer gelöscht werden.
Nach diesem Vorfall überlegten einige Uthweiler Bürger eine organisierte Selbsthilfe zu gründen. Die Vorbereitungen und Planungen zogen sich bis in das Jahr 1929 hin. Am 20.02.1929 konnte dann endlich die Gründung erfolgen. Der Zusammenschluss der Uthweiler Bürger wurde am 10.03.1929 dem Kreisbrandmeister und dem Bürgermeister Hahn vom Amt Oberpleis unterbreitet und von diesen sehr begrüßt.
Zum Löschbezirk gehörten die Orte Uthweiler, Freckwinkel, Jüngsfeld, Elsfeld, Wahlfeld, Thelenbitze, Niederbuchholz und Bönnschenhof. Ferner erklärte sich die Wehr bereit, in dem benachbarten Ort Blankenbach, das zur Bürgermeisterei Hennef gehörte, Hilfe zu leisten. Selbstverständlich musste auch über diesen Bezirk hinaus auf Anforderung Hilfe geleistet werden.
Erster Brandmeister wurde von 1929 - 1934 Franz Bellinghausen aus Jüngsfeld und stellvertretender Brandmeister Michael Jonas aus Uthweiler, der von 1934 bis zu seinem Todestag im Jahre 1962 Amtswehrführer war. Bei der Aufstellung des Mitgliederstandes am 10.03.1929 ergab sich von zunächst 52 Gründungsmitgliedern ein aktiver Mitgliederstand von 33 Feuerwehrmännern. Eine Löschmannschaft war also vorhanden. Nur die notwendigen Ausrüstungsgegenstände fehlten und natürlich auch das Geld zur Anschaffung. Die Uthweiler Wehrmänner wussten auch hier Rat.
Am 21.07.1929 veranstalteten sie in einem Festzelt der Witwe Josef Reuter ein großes Werbefest, dessen Reingewinn zur Anschaffung der notwendigen Geräte dienen sollte. Durch den zahlreichen Besuch, u.a. auch von auswärtigen Wehren, gelang es einen ansehnlichen Betrag übrig zu halten. So konnte am 05.08.1929 eine gebrauchte Saug- und Druckspritze, ein gebrauchter Zubringer und ein gebrauchtes Halbverdeck zum Gesamtpreis von 350,- Reichsmark gegen Barzahlung angeschafft werden. Von der Gemeinde erhielt die Wehr die notwendigen Schläuche und Armaturen. Für die Fortbewegung der Druckspritze durch Pferdezug sorgte der Landwirt Heinrich Röhrig aus Uthweiler mit einem Gespann.
Unter der strengen Aufsicht von Brandmeister Franz Bellinghausen wurde sofort mit der Ausbildung an der Spritze begonnen, sodass die Wehr sehr schnell zu einer der schlagkräftigsten der Gemeinde Oberpleis gehörte. Schon bald konnte sie ihr Können unter Beweis stellen, als in der Nacht vom 18. zum 19.08.1929 das Anwesen der Witwe Winter in Oberpleis brannte. So gelang es kurze Zeit nach Eintreffen der Wehr den Brand zu löschen.
Im September 1929 wurde die Wehr mit Uniformen ausgerüstet, die die Wehrmänner zum Teil selber bezahlten. Der Rest kam aus den Haussammlungen. Vom Regierungspräsidenten in Köln wurde die F.F. Uthweiler am 22.10.1929 schließlich auch amtlich anerkannt und wenige Tage später erfolgte von gleicher Stelle die offizielle Ernennung des Brandmeisters und seines Stellvertreters.
Am 02.02.1930 wurde eine große Leistungsübung in Oberpleis veranstaltet, an der zahlreiche Wehren des Siegkreises teilnahmen. Die Uthweiler Wehr konnte einen guten Platz belegen.
Im November 1930 konnte die Wehr wieder einmal ihre Schlagkraft beweisen, als es galt den Brand des landwirtschaftlichen Anwesens Bäßgen zu bekämpfen. Im April 1931 besichtigte der Kreisbrandmeister die Gerätschaften der Wehr und befand, dass die Geräte sofort in einen würdigeren Geräteraum direkt neben der alten Schule in Oberpleis (auf dem heutigen Gelände des Busbahnhofs) gebracht werden mussten. Dieses Haus hatte bis zu seinem Abriss im Volksmund den Namen „Das Spritzenhaus“ behalten.
Am 17.05.1931 wurde die Wehr zu einem großen Waldbrand am Hühnerberg gerufen, der erst nach tagelanger Bekämpfung unter Kontrolle gebracht werden konnte. 1932 und 1933 nahm die F.F. Uthweiler an zahlreichen Übungen im Siegkreis teil und hielt sich durch ständige Übungs- und Schulungsmaßnahmen in Form.
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