Aufnahme: 1920 (ca.)

Goldhochzeit der Eheleute Jonas aus Freckwinkel

Das Bild einer damals sehr seltenen Goldhochzeit ist aufgenommen im Garten vor der Kegelbahn der Gaststätte Reuter in Uthweiler ("Bahnhof"), wo auch gefeiert wurde. Da früher bereits in sehr jungen Jahren geheiratet wurde, dürfte das Jubelpaar erst um die 70 Jahre alt gewesen sein; die Gesichter sind geprägt von harter Arbeit. Der Hof der Familie befand sich in Freckwinkel, Richtung Düferoth links hinter dem Pleisbach und wurde das Elsternest genannt;
das Wohngebäude existiert heute noch.

Das Bild zeigt nicht das Leid, welches die auf dem Bild abgebildeten Personen in der Zeit, in der sie lebten, ertragen mussten. So hatte etwa das Jubelpaar einen seiner drei Söhne, Josef, im Ersten Weltkrieg verloren. Josef war 1916 bei Sedan gefallen und hatte seiner Ehefrau Josefine drei Kinder im Alter von 4, 3 und 1 Jahren hinterlassen, welche die junge Witwe nunmehr alleine ernähren musste. Josefine heiratete wieder, verlor dann später zwei ihrer Söhne
durch den Zweiten Weltkrieg. Robert blieb in Russland vermisst, Johann verstarb an den Spätfolgen des Krieges.

Durch die Namenshäufigkeit in den Ortschaften - in Uthweiler/Freckwinkel hießen bspw. gleich mehrere Familien Jonas, Lichtenberg und Pütz -wurden Beinamen gegeben, um die Familien auseinander halten zu können. So gehörten wie oben erwähnt die Goldjubilare sowie der bereits gefallene Josef Jonas und seine Frau Josefine zum "Elsternest" in Freckwinkel.

Familie Adolf Jonas hatte einen Hof an der heutigen Straße "Am Hang" in Uthweiler, von dem noch das Wohngebäude sowie der Teil einer Scheune vorhanden sind; dieser Zweig der Jonas wurde "Fusskuhl" (Fuchskaule) genannt, da mehrere Familienmitglieder rote Haare hatten.

Die auf dem Foto abgebildete Maria Jonas heiratete später Josef Lichtenberg aus Uthweiler; dieser Zweig der Lichtenbergs wurde "Dröcks" (= Gertruds) genannt, abgeleitet von der Oma Gertrud. Ein anderer Zweig der Lichtenbergs waren die "Krings".

Die Familie Pütz, die in Uthweiler direkt neben der Kirche wohnte, waren die "Tinas", abgeleitet von der 1877 geborenen Mutter Christine Pütz geb. Klein aus Hasenboseroth, die über 100 Jahre alt wurde.

Zur Verfügung gestellt von
Dr. Norbert Gierlach
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