Aufnahme: 1998
Goldene im Hause Lichtenberg
st. Beim Maifest 1946 hatte es gefunkt. Willi Lichtenberg hatte ein Auge auf die schöne Annemarie geworfen. Unter allen Umständen wollte er sie ersteigern. Das kostete ihn 1200 Reichsmark. Ein Jahr später verlobte sich das Paar und am 24. Juni 1948, nur drei Tage nach der Währungsreform, versprachen sie sich mit jeweils 40 DM in der Tasche die Treue auf Lebenszeit. Jetzt feierten die Eheleute Willi und Annemarie Lichtenberg die 50. Wiederkehr ihres Hochzeitstages. Der Goldbräutigam wurde am 14. Mai 1920 in Uthweiler geboren. Nach der Schulzeit mit Mittlerer Reife absolvierte er eine Lehrzeit im elterlichen Baumschulbetrieb und war nachher Gehilfe in der Obstbaumschule Fey in Meckenheim.
Nach seiner Soldatenzeit übernahm Willi Lichtenberg den elterlichen Betrieb. Am 3. Oktober 1949 legte er seine Meisterprüfung als Gärtner ab. Der Betrieb Lichtenberg war bis zum 31.12.1994 weit über die Grenzen des Rheinlandes als Sortimentsbaumschule bekannt. Willi Lichtenberg hatte zahlreiche Ehrenämter inne. Er war jeweils 30 Jahre im Prüfungsausschuß für Gehilfen und Meisterprüfungen, in der Anerkennungskommission für Markenbaumschulen, Schätzer bei der Hagelversicherung und Vertreter bei der Jahrestagung des Bundes Deutscher Baumschulen. Seine Hobbys waren bzw. sind kegeln, tanzen, fotografieren und Skatspielen. Seit 1944 ist er in einem Kegelclub. 18 Jahre war er sogar Sportkegler. Annemarie Lichtenberg, geb. Hönscheid, erblickte am 27. März 1924 in Bonn das Licht der Welt. Mit zwei Jahren kam sie aber mit ihren Eltern schon nach Oberpleis, die dort ein Lebensmittelfeinkostgeschäft betrieben. Nach dem Schulabschluß mit der Mittleren Reife absolvierte Annemarie in den Kriegsjahren 1940 bis 1942 die Kaufmannslehre im elterlichen Betrieb, wo sie dann als Verkäuferin tätig war.
Nach der Hochzeit führte sie das Büro der Baumschule. Die Hobbys der Jubelbraut sind kegeln, tanzen, singen und turnen. Bis 1989 war sie aktiv in der Oberpleiser Weiberfastnacht tätig. Im Damenkegelclub „Mit Schwung" schiebt sie seit 38 Jahren die Kugel. 1976 trat sie als Sopranistin in den Kirchenchor St. Pankratius ein, wo sie seit zehn Jahren im Vorstand ist. Einige Jahre wirkte sie auch im Kirchenvorstand mit. Wöchentlich turnt die Goldjubilarin in der Senioren-Gymnastikgruppe. Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Lichtenbergs, als am 26. Mai 1976 der Sohn im Alter von 21 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Zur Goldhochzeit besuchten Willi und Annemarie Lichtenberg, die noch eine Tochter haben, eine Dankmesse. Die Nachbarn „aus der Kumme" gratulierten bereits am Vorabend mit Fackelzug und Ständchen.
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