Aufnahme: 1994
Weihbischof Trelle feierte erstes Meßopfer in der restaurierten Kirche St. Pankratius
OBERPLEIS. Es war Montag, der 13. April 1992, als mitten in der Nacht das Rheinland von einem Erdbeben erschüttert wurde. Auch die Kirche von Sankt Pankratius in Oberpleis wurde von dieser Erschütterungswelle erfaßt und nicht nur dies: Schäden blieben zurück. So klaffte zwischen Turm und Langhaus ein breiter Riss, auch an anderen Stellen wurden Risse entdeckt. Bereits am Mittwoch kamen die herbeigerufenen Fachleute mit ernster Miene ins Pfarrhaus: „Die Kirche muß aus Sicherheitsgründen für längere Zeit geschlossen werden!" Es folgte eine Krisensitzung im Pfarrhaus: Die Gottesdienste wurden in die Filialkirche St. Michael in Uthweiler verlegt. Später konnte man den renovierten Oberpleiser Pfarrsaal für die Heiligen Messen nutzen. Nun hat dieser Behelf ein gutes Ende gefunden. Die Kirche von Sankt Pankratius kann wieder für Gottesdienste aufgesucht werden. In einem Festgottesdienst, zu dem Weihbischof Norbert Trelle aus Köln gekommen war, konnten die Gläubigen ihre Kirche nach der Zwangspause wieder ohne Einschränkung aufsuchen.
Weihbischof Norbert Trelle galt denn auch der besondere Gruß von Pfarrer Willi Müller. Weihbischof Trelle war nach Oberpleis gekommen, um in Konzelebration mit vielen anderen Geistlichen - darunter auch Kreisdechant Robert Kreuzberg - das erste Meßopfer nach der Restaurierung der Kirche zu feiern. Norbert Trelle zeigte sich erfreut über den sehr guten Besuch des Gottesdienstes. „Möge dies auch in Zukunft so bleiben", war sein Wunsch.
Pfarrer Müller betonte, daß die Oberpleiser Kirche eine der schönsten in der Umgebung sei. Er bat die Gläubigen, sie weiterhin so gut und so oft wie möglich zu besuchen, damit sie nicht zum Museum werde. Lebendiger Glaube habe sie einst errichtet, lebendiger Glaube habe sie durch die Jahrhunderte bewahrt. Die Festpredigt hielt Militärdekan Hermann - Josef Kusen. Der Geistliche in seinen Ausführungen: „Vor wenigen Jahren gehörten noch fünf Prozent der Bevölkerung der Bundesrepublik keiner Kirche an inzwischen sind es 20 bis 25 Prozent! - Wenn unser Glaube an Gott uns etwas bedeutet, wenn wir überzeugt sind, daß dieser, unser Glaube unserem Leben einen tieferen Sinn und eine größere Erfüllung gibt, dann darf uns die Zahl der Ungläubigen in unserem Land nicht in Ruhe lassen! Dann müssen wir versuchen, unsere eigenen Erfahrungen mit Gott und unserem Glauben weiterzugeben. Uberall dort, wo uns dies möglich ist. Dazu brauchen wir dieses Gotteshaus. Nicht nur um Gott zu ehren und anzubeten, sondern auch, um hier Kraft und Orientierung zu schöpfen."
Und weiter an die Oberpleiser Gläubigen gerichtet, meinte der Geistliche: „An Ihnen liegt es, ob Sie dieses Gotteshaus in diesem Sinne nutzen oder ob es gleichsam degradiert wird zu einer kunsthistorischen Sehenswürdigkeit!" Der Festgottesdienst wurde von gleich drei Chören gestaltet: der Chorgemeinschaft St. Pankratius, dem Kapellenchor Uthweiler und dem Jugendchor unter der Leitung von Michael Faßbender. Die Orgelbegleitung hatte Kurt - Bruno Wirtz übernommen. Dominik Arz trug Trompetenmusik vor. BS
Wiedereröffnung von St. Pankratius am 27.08.1994
Einzug mit Weihbischof Norbert Trelle zum Festgottesdienst in die restaurierte Pfarrkirche St. Pankratius.
Unsere Pfarrkirche St. Pankratius im neuen Glanz.
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