Aufnahme: 1994

Goldhochzeit im Hause Lichtenhagen

st. 1943 lernten sich in Dünkirchen Hermann (der von Nordnorwegen nach Dünkirchen kam) und Johanna Lichtenhagen kennen. Sie war als Dolmetscherin in englisch, französisch und spanisch tätig. Dort auf der Dienststelle be­gann die Liebesromanze. Das war im März 1943; schon im September wurde Verlobung gefeiert. Heiraten wollten sie am 7. Februar 1944, und zwar in Rotterdam. Die Hochzeitszeremonie sollte ein Bischof vollziehen und auch die Gäste waren schon geladen. Doch dann waren die Hochzeitspapiere ver­schwunden. Sie fanden sich erst im April 1944 in Sofia wieder. Wie sie dorthin kamen, blieb un­geklärt. Doch dann wurde Kriegstrauung gefeiert. Hermann Lichtenhagen hatte aus Italien Sonderurlaub bekom­men.

Der Goldhochzeiter erblickte am 3. September 1920 in Berlin-Zehlendorf das Licht der Welt. Abwechslungsreich war der berufliche Werdegang des Goldhochzeiters. Er begann 1939 eine Marine-Verwaltungs­offizierslaufbahn. 1945 geriet Hermann Lichtenhagen in Ägypten in englische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1948 zurückkehrte. Von 1948  bis 1957 bekleidete er den Posten eines Personalchefs und Leiter eines Finanzbüros bei der briti­schen Besatzungsmacht in Sol­tau und Fallingbostel. 1957 trat er in die Bundeswehr ein und zwar als Oberleutnant zur See Cuxhaven. Von 1958 bis 1977 folgten Beschäftigungszeiten als Logistik-Offizier bei einem Minensuchgeschwader, Dezernent im Materialamt der Bun­deswehr in St. Augustin sowie Leiter der Stabsabteilung da­selbst mit 900 Mitarbeitern. Insgesamt verbrachte Hermann Lichtenhagen 40 Jahre seines Berufslebens im militärischen Bereich. Seit 1977 lebt er im Ruhestand. Hermann Lichtenhagen ist Träger des Bundesverdienstkreuzes. Seine Hob­bys sind Filmen, Gartenarbeit und die Beschäftigung mit sei­nem Hund.

Johanna Lichtenhagen wurde am 11. Februar 1920 in Duis­burg geboren. Nach der Schul­zeit verbrachte sie ihre Volon­tärzeit bei der Halleyschen Ver­sicherung. Mit 19 Jahren wurde sie für volljährig erklärt, um ei­ne leitende Stellung bei dieser Versicherung zu übernehmen, da die Männer in den Kriegs­dienst einberufen wurden. Mit großem Erfolg bestand sie spä­ter die Prüfung als Dolmetsche­rin. Diese Tätigkeit übte sie bis 1952 aus. Dann übernahm sie bis 1959 eine englische Schule in Soltau. 1962 kam das Ehepaar nach Bonn. Seit dieser Zeit kümmert sich die Goldhochzeiterin um Mitmenschen aus dem Ausland. Auch Johanna Lichtenhagen liebt den Hundesport. Sie war mehrere Jahre stellvertre­tende Vorsitzende des Hunde­sportvereins Siebengebirge. Ih­re weiteren Hobbys sind stricken, Kleider nähen und lesen. Der Ehe entstammen eine Tochter und ein Sohn, der aber 1975 im Alter von 26 Jahren verstarb. Die Goldhochzeit am Frei­tag, 13. Mai, wird im engsten Familienkreis gefeiert. Das Ehepaar wohnt im Wiesengrund 40 in Oberpleis.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 19 vom 11.05.1994; Foto und Bericht: Günher Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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