Aufnahme: 1990
Aus Maipaar wurde Ehepaar
st. Es war in Oberpleis im Monat Mai des Jahres 1937, da kaufte ein Pleeser Junge seine Maibraut für eine Rentenmark und drei Groschen. So geschehen bei der Mailehenversteigerung in der Wirtschaft „Beim Köbes". Ein Bund fürs Leben wurde daraus, als Josef Neuhöfer, geboren am 12. September 1905, selbständiger Sattler und Polstermeister, seine Gertrud Brauckmann, geboren am 21. April 1913 in Hannover-Havelse, Hauswirtschafterin im damaligen Reichsbahnkinderheim der Direktion Essen, dem heutigen Mathildenheim in Oberpleis drei Jahre später am 11. Mai 1940 heiratete. Der junge Ehemann mußte schon 3 1/12 Monate später den Waffenrock anziehen. Josef Neuhöfer machte den Frankreichfeldzug mit und kam dann nach Griechenland. Während der letzten Kriegsetappen wurde er zur Verteidigung der Stadt Magdeburg eingesetzt und konnte nach dem Krieg schnell seine Familie wieder in die Arme schließen, da diese das Kriegsende in Wernigerode im Harz erlebte. Am 29. Juni 1945 kam man wieder nach Oberpleis. In der Heimat wurde die Werkstatt wieder in Betrieb genommen. Zudem baute Josef Neuhöfer mit der Firma Brune in Oberpleis eine Möbelfabrik auf. Seit seiner Kindheit ist der Goldhochzeiter Mitglied des TuS 05 Oberpleis. Er war Turnwart, gründete eine Damenriege und bemühte sich um die dringend notwendige Turnhalle. Seit 1968 ist er Ehrenmitglied der Turnerfamilie. Josef Neuhöfer gehört zu den Gründermitgliedern des Gesellenvereins in Oberpleis und bekleidete dort Ehrenämter. Er baute auch die Narrenzunft mit auf sowie die Pleeser Funken. Neuhöfer ist seit 66 Jahren Mitglied der Kolpingsfamilie und Träger des Ehrenzeichens bei Kolping im Diözesanverband Köln.
Ganz besonders aber lag Josef Neuhöfer die Politik am Herzen. Schon als 15-Jähriger war er mit einem geliehenen Gewehr dabei, als die Separatisten aus dem Honnefer Wald vertrieben wurden. Auch an die Besetzung durch die „Schwarzen Franzosen" in Oelinghoven kann er sich noch gut erinnern. Damals besuchte er mit seiner Mutter die Großmutter in Oelinghoven. Noch im Kapitulationsjahr 1945 ging Neuhöfer in die Politik. Aus dem Zentrum baute er die örtliche CDU mit auf. Er war dann Amts- und Gemeinderatsmitglied in Oberpleis. Dem Kreistag gehörte er als Abgeordneter von 1970 bis 1978 an. In zahlreichen Ausschüssen und Gremien war sein Rat stets gefragt. Seit 63 Jahren ist Neuhöfer Mitglied der Raiffeisenbank Oberpleis. Für sein politisches Engagement und auch für seine Vereinstätigkeit wurde ihm 1977 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Für seine Verdienst um Brauchtum und Heimatpflege erhielt Neuhöfer beim Winzerfest 1983 den Orden „Wider den quälenden Durst". Mit 65 Jahren in den beruflichen Ruhestand getreten, ließ er sich politisch aber erst mit 75 Jahren „pensionieren". Jetzt fand er ein neues Betätigungsfeld. Mit fünf Senioren traf er sich zu einem „Männertreff", daraus entstand der jetzt 40 Mann starke „Montagstreff".
Gertrud Neuhöfer hat ebenfalls ein bewegtes Leben hinter sich. Als Mutter, Ehefrau, Hausfrau und Geschäftsfrau gab es keine Sekunde Leerlauf. Viele Jahre bildete sie Hauswirtschaftslehrlinge in ihrem Haushalt aus. Daneben fand sie immer noch Zeit für vielfältige Hobbys. Die Familie und der große Garten halten sie auch heute noch fit. Die Neuhöfers waren auch immer viel auf Reisen in Europa und in Übersee. Der Ehe entstammen fünf Kinder. Zu den Gratulanten zählen auch drei Enkelkinder. Vorbereitet und ausgerichtet wird die Goldhochzeitsfeier von der Nachbarschaft und der Dorfgemeinschaft. Gefeiert wird am 11. Mai um 19.30 Uhr in der Aula des Schulzentrums Oberpleis
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