Aufnahme: 1990
Silberhochzeit in mittelalterlichen Kostümen gefeiert
Umrahmt von einer Spielschar mittelalterlichen Stils: das Silberbrautpaar Rausch.
st. Das hatte Oberpleis noch nicht erlebt: Eine Silberhochzeit im mittelalterlichen Stil. Im vorigen Jahr war Roswitha Rausch in Siegburg und sah zufällig den mittelalterlichen Markt von „Kramer Zunft & Kurtzweyl". Sie war begeistert und wußte auch ihren Mann Gerd davon zu begeistern, so ihre Silberhochzeit zu feiern. Dies geschah denn auch. Die Inhaber der Möbelfirma Brune, Gerd und Roswitha Rausch, engagierten den Wuppertaler Gaukler und Jongleur Manfred Richter, der mit Freunden und Bekannten hauptsächlich aus dem Ruhrgebiet ein ganz eigenes mittelalterliches Spektaculum inszenierte. Bei schönem Sommerwetter wurde das 25-jährige Ehejubiläum im Hofe der Firma Brune gefeiert. Zahlreiche Stände waren aufgebaut und in mittelalterlichen Kostümen wurde.n Speis und Trank, darunter auch ein „Liebestrank" kredenzt. Neben Tischen und Stühlen gab es auch Strohballen, auf denen man - wie im 12. und 13. Jahrhundert üblich - auch Platz nahm. Das kalte Buffet war nur mit Messern zu „bearbeiten" oder aber mit den Händen. Im Mittelalter gab es ja noch keine Gabeln. Dazu gab es für jeden der etwa 160 Gäste ein Brusttuch, um die Kleider bei diesem rustikalen Essen zu schützen und um nach dem Mahl Hände und Mund abzuwischen.
Die Gaukler von „Narrattak der Possentroß" unterhielten mit einer „artigen Comödie" und vielen Gauklerpossen. Für die Musik sorgte die Duisburger Gruppe „Schwartenhals". Im Marketendertroß tummelten sich eine Bauchtänzerin, ein Handleser, ein Jongleur sowie ein leibhaftiger Ablaßprediger, der wortgewaltig an die Sündhaftigkeit eines solchen Treibens gemahnte. Etwa 80 Gäste waren der Bitte in der Einladung gefolgt und erschienen in Kostümen der damaligen Zeit. Bis zur mitternächtlichen Stunde unterhielten die „Narrattaker" mit „Jubel und Trubel, mit Sing und Sang, mit Kling und Klang und mit Klim und Bim". Besonderen Beifall spendeten die Gäste dem toll inszenierten Liebesspiel. Das Jubelpaar erschien natürlich standesgemäß im Geleit aller Spielleute in passender Ehrenrobe, selbst gestaltet. Gegen Mitternacht gab es ein Feuerwerk, jedoch nicht im herkömmlichen Sinne, sondern mit erleuchteten Keulen.
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