Aufnahme: 1984

Eheleute Schoroth feiern „Goldene" - Kannten sich schon als Nachbarskinder

gst. Schon als Kinder kannten sich Karl Schoroth und Gertrud Bödefeld. Am 27. April 1935 heirateten sie standesamtlich in Oberpleis und am 5. Mai wurde die kirchliche Trauung vollzogen. Nun feiert das Paar die 50. Wiederkehr des Hochzeitstages. Das Dankamt findet am kommenden Samstag um 14 Uhr in der Pankratiuskirche statt. Meinte das Goldhochzeitspaar: „Wir sind Oberpleis treu geblieben." Der Goldhochzeiter erblickte am 19. Oktober 1904 in Asbach das Licht der Welt, doch seine Jugendjahre verbrachte Karl Schoroth in Sandscheid. Nach der Schule erlernte er den Gärtnerberuf, den er sein ganzes Leben lang ausübte. 25 Jahre betrieb er mit Hilfe seiner Frau, die im Verkaufsladen tätig war, eine Gärtnerei mit Samenhandlung, unterbrochen  
lediglich durch fünf Jahre im Kriegseinsatz. Alle seine sieben Brüder zogen den Soldatenrock an; zwei kehrten aus dem Kriege nicht mehr in die Heimat zurück.

Karl Schoroth gehört zu den Gründern der Kolpingsfamilie Oberpleis und des Waldbauvereins. Seit 65 Jahren ist er nun auch schon Mitglied des Oberpleiser Bienenzüchtervereins. In früheren Jahren besaß er bis zu 30 Völker. Ein Volk besteht im Sommer aus rund 30.000 Bienen. In guten Jahren konnte der Imker bis zu 70 Pfund (ca. 32 kg) Honig von einem Volk ernten. Heute, so der Goldhochzeiter, sind es durch die vielen Spritzmittel höchstens noch 20 Pfund. Die Goldbraut wurde am 19. Juli 1911 in Frohnhardt geboren. Nach der Schulzeit wirkte sie bis zu ihrer Hochzeit in Bonn und in Königswinter als Hausgehilfin. Sie ist eifrige Keglerin im Kolping-Kegelclub und noch oft fallen bei ihr alle Neune. Zudem ist sie auch Mitglied des „Kaufhausmüüs-Kegelclubs". Vor etwa 20 Jahren mußte das alte Haus der Schoroths an der Siegburger Straße in Oberpleis infolge des Straßenausbaus abgerissen werden.

Man baute ein neues großes Haus etwas straßenabseits, doch eine Gärtnerei wurde nicht mehr eingerichtet.
Die Schoroths vermieteten einen Teil des Gebäudes. Nach einer Gaststätte ist hier heute die Firma Glasbau untergebracht. Doch Frau Schoroth konnte nicht müßig zu Hause herumsitzen und nahm eine Stelle als Verkäuferin in einem Bonner Kaufhaus an. Ihre Hobbys sind heute Kreuzworträtsel lösen, Wandern, Reisen und Handarbeiten in einem entsprechenden Kreis der katholischen Frauengemeinschaft.

Am Freitagabend gestaltet die Dorfgemeinschaft am Hause des Jubelpaares um 19 Uhr einen Empfang; eine Feier in der Aula des Schulzentrums schließt sich an. Zwei Töchter und sechs Enkelkinder werden neben den anderen Gratulanten dem Goldhochzeitspaar noch viele schöne Jahre wünschen.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 18 vom 03.05.1984; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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