Aufnahme: 1982

Goldhochzeit der Eheleute Schenkelberg - Bei Thomasberger Kirmes kennengelernt

50 Jahre verheiratet sind am 28. März die Eheleute Christian Schenkelberg und Frau Maria geborene Meurer. Nur noch bis zum 1. April wohnt das Goldhochzeitpaar in seinem Eigenheim Dollendorfer Straße 120. Dann ziehen Christian und Maria Schenkelberg zu ihrer Tochter, die ebenfalls in Oberpleis wohnt. Das Anwesen in der Dollendorfer Straße mußte vermietet werden, einschließlich des großen Gartens, da Christian Schenkelberg seit neun Jahren fast erblindet ist und nur noch eine Sehkraft von 0,05 Prozent hat. Um seine Zeit sinnvoll zu vertreiben, läßt er sich regelmäßig Cassetten  schicken, auf denen Romane gesprochen sind, die er sich dann an.hört. Geboren wurde Christian Schenkelberg am Heiligen Abend des Jahres 1897 in Söven. Nach seinem Abitur studierte er an den Universitäten in Bonn, Köln und Paris Französisch, Deutsch und Sport. Zur Erweiterung seiner Kenntnisse in der englischen Sprache verbrachte er längere Zeit in England, unter anderem an der Skinner School in Tonbridge-Wells.

Als Lehrer wirkte der Pädagoge in Düsseldorf und Köln. Aus dem Kriege zurückgekehrt, nahm er wieder eine Realschullehrerstelle in Köln an. In Oberbleis fand die Familie eine neue Heimat, da sie in Köln dreimal ausgebombt wunde. 1947 ließ Christian Schenkelberg sich an die Realschule in Königswinter versetzen und wurde dort Direktorstellvertreter. Im Jahre 1962 wurde er pensioniert und übernahm ein Jahr später eine Stelle an der Förderschule in Oberpleis­ Niederbach, wo er seine alten Fächer lehrte und noch zehn Jahre wirkte. Maßgeblich war er an„der Umgestaltung dieser Schule in eine Aufbaurealschule beteiligt. In jungen Jahren war der Goldhochzeiter aktiv in Sportvereinen in Söven und Oberpleis tätig. So hat er den Sövener Sportverein 1921 mitgegründet, war bis 1929 Vorsitzender und ist heute dort Ehrenvorsitzender. Zwei Jahre lang war er auch Vorsitzender des TuS 05 Oberpleis. Auch der Segelflugverein Oberpleis wurde von Christian Schenkelberg geführt, bis er mit anderen Vereinen im Segelflugverein Mußer Heide aufging. Das war, als auf Initiative des Goldhochzeiters die Flughalle im Eudenbach gebaut wurde.

Kennengelernt haben sich Christian und Maria 1927 im Saale Raths in Thomasberg bei der dortigen Kirmes. Doch dann verloren sich die jungen Leute aus den Augen und trafen sich zufällig wieder zwei Jahre später in der Kölner Hohe Straße. „Ich habe meine Maria nicht mehr losgelassen", bemerkte Christian Schenkelberg, der trotz seines Sehleidens den Humor nicht verloren hat. Geheiratet wurde in der Kölner Sakramentskapelle der Herz-Jesu-Kirche. Die erste Wohnung nahm das Ehepaar, das zwei Töchtern das Leben schenkte, in Köln, wo Maria Schenkelberg, gelernter Textilkaufmann, das Textilgeschäft ihrer Tarnte übernahm, das aber nach dem zweiten Bombenangriff auf Köln nicht mehr wiedereröffnet werden konnte. Eine erste Notwohnung bekamen die zwei Töchter mit einem Dienstmädchen in Zweikreuze bei Oberpleis, wohin die Mutter zum Wochenende nachkam und schließlich ganz übersiedelte. Gemeinsam baute sie mit Bekannten bereits den Keller des Hauses, wo das Ehepaar bis zum 1. April noch wohnt, bevor ihr Mann aus dem Krieg zurückkehrte. Das nötige Geld verdiente sie sich durch die Unterbringung von vier Internatsschülern.  Maria Schenkelberg wurde am 17. April 1908 ,geboren. Bereits ·am Freitag feiert das Jubelpaar mit der Dorfgemeinschaft am Hause und nach einem Fackelzug in der Aula des Schulzentrums.  Am Sonntag ist um 11.30 Uhr das Dankamt in St. Pankratius. Danach wird im großen Verwandten- und Bekanntenkreis im Hause gefeiert. gst.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 12 vom 26.03.1982; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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