Aufnahme: 1980

Historisches Pfarrhaus brannte ab

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Mittwoch der vergangenen Woche in Oberpleis und Umgebung: Das Pfarrhaus an St. Pankratius brennt. Ein Großrand hat das Pfarrhaus vollständig vernichtet. Nur die stabilen, fast ein Meter starken Außenmauern des alten Propsteigebäudes aus dem Jahre 1645 blieben, wenn auch beschädigt, stehen. Die Feuerwehr hat sich alle Mühe gegeben, das zu retten, was noch zu retten war. Sie sah es als eine Hauptaufgabe an, das Übergreifen des Feuers auf das erst vor kurzem wiederhergestellte Gotteshaus zu verhindern. Um 13.01 Uhr wurde bereits die Feuerwehr Uthweiler alarmiert. Nur wenige Minuten später fuhr sie aus. Ihr zu Hilfe kamen die Wehren aus den umliegenden Ortschaften sowie aus Hennef und Bad Honnef. Den vereinten Wehrkräften gelang es nach wenigen Stunden das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Viele Oberpleiser eilten zum Brandherd. Die Flammen schlugen meterhoch aus dem Dachstuhl, der nach kurzer Zeit ganz den Flammen zum Opfer fiel. Als Erste rannten die Arbeiter, die den Kirchvorplatz ausbauen, zum Pfarrhaus, als sie den Brand bemerken. Der Friedhofsgärtner alarmierte die Feuerwehr.

Pfarrer Gottfried Stein, der erst eine Woche vorher in den Ruhestand verabschiedet wurde, konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der pensionierte Priester erlitt einen Schock und wurde von Dr. Bussen, den ihn behandelnden Arzt, versorgt, der ihm nunmehr auch eine vorübergehende Wohnung besorgen konnte. Als wir eintrafen, hatten wir große Schwierigkeiten mit der Wasserbeschaffung", klagte der Einsatzleiter, Kreisbrandmeister Wolfgang Mirbach. Das Löschwasser mußte aus entfernt liegenden Hydranten und aus dem Pleisbach beschafft werden. Viele der 60 im Einsatz stehenden Wehrleute mußten mit schweren Atemschutzgeräten in das Haus eindringen. Sie kamen jedoch nicht weit, da immer wieder Decken und Wände aus Holz, Lehm und Stroh herabfielen. Am späten Abend bot das Haus mit völlig zerstörten Innenräumen ein trostloses Bild. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf 1/2 bis dreiviertel Millionen DM.

Heinz Lindlar, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes: Ein historisches Gebäude von unersetzlichem Wert ging verloren. Es sollte in Kürze repariert und renoviert werden. Nun hoffen wir, daß die Restaurierung schneller vorangetrieben wird. Ein Wiederaufbau scheint möglich. Die oberen Räume wurden mit dem Mobiliar vollkommen vernichtet. Die unteren Räume hingegen sind nicht so schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Gerettet werden konnten das Pfarrarchiv und die Pfarrbücherei. Die Bücherei und das Archiv wurden vorübergehend im Nachbarbauernhof Niederstein und in den hinteren Räumen des Kreuzganges untergebracht. Die Brandursache steht noch immer nicht genau fest. Man vermutet, daß ein defektes Kabel schuld an dem Großbrand ist. Das DRK stand für alle Fälle bereit. gst.

Zur Galerie: Brand des Pastorats Oberpleis 1980

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 13 vom 28.03.1980; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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