Aufnahme: 1972

Eheleute Ebert feiern Diamanthochzeit

Bei einem Tanzvergnügen anläßlich des Geburtstages von Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1910 lernten sie sich in Metz/Lothringen kennen und lieben: Wilhelm Ebert und Frau Maria geb. Fiedler, die am 13. April in Oberpleis, Niederbach 10, das Fest der Diamantenen Hochzeit feiern. Wilhelm Ebert, der 85 Jahre alt ist und in Halle/Saale geboren wurde, besuchte nach der Volksschule eine Militärschule, worauf er sich zunächst auf die Unteroffizierslaufbahn vorbereitete. Mit 19 Jahren verließ er die Schule und war späterhin u. a. Rechnungsführer in verschiedenen Offizierskasinos.

Zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde er Offiziersstellvertreter. Bei erbitterten Kämpfen wurde er schwer verwundet, so erlitt er u. a. Leberquetschungen, einen Oberschenkelschuß und eine Verwundung am linken Arm, der bis zum Ellbogen amputiert werden mußte. Bei Verdun wurde Wilhelm Ebert für seinen Einsatz an der Front geehrt, und für die späteren Verwundungen erhielt er nicht nur mehrere Verdienstkreuze, sondern auch das EK I und EK II und das Verwundetenabzeichen. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges konnte er infolge seiner Verwundungen nicht mehr die Militärlaufbahn einhalten und trat eine Stelle bei der Reichsbahn in Halle, seinem Geburtsort, an. Bis 1945 brachte er es in der Assistentenlaufbahn bis zum Obersekretär.

1947 kam der Diamanthochzeiter nach Oberpleis, wo er die Gartenarbeit als sein Hobby betrachtet. Außerdem raucht er gerne Zigaretten. Jeden Abend sitzt das Paar vor dem Fernsehschirm. Besonders beliebt bei ihm sind Show- und Operettensendungen. Der Ehe entstammen zwei Mädchen. Am Jubeltage werden auch sechs Enkel und ein Urenkel zu den Gratulanten zählen. Willi Ebert ist Mitglied des örtlichen VdK.

Bis zu ihrer Hochzeit war Maria Ebert Verkäuferin in einem Textilgeschäft in Metz, wo die 80-jährige das Licht der Welt erblickte. Die grüne Hochzeit war vor 60 Jahren im Dom zu Metz. Noch vor zwei Jahren unternahm das Paar eine Frankreichfahrt. Das Jubelamt in der Oberpleiser  Kirche findet am 13. April um 10 Uhr statt. St.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 14 vom 30.03.1972; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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