Aufnahme: 1959
Goldhochzeitspaar Peter und Christine Zens
"Emsiges Treiben herrscht in dem schmucken Anwesen von Peter Zens am Ausgang des Ortes Hasenboseroth bei Oberpleis. Am 18. November wird das Ehepaar Zens zusammen mit seinen sieben Kindern und vierzehn Enkelkindern und der Dorfgemeinschaft das 50jährige Bestehen seines Lebensbundes feiern. Dann werden viele Musikfreunde von nah und fern nach Hasenboseroth kommen, um Peter Zens und seine Lebensgefährtin zu ehren, deren ganzes Leben der 'Frau Musica' gewidmet war.
'Vier Jahre sind wir zusammen gegangen. Dann haben wir zunächst ein Haus gebaut und dann geheiratet', erzählt Peter Zens. Im Mai 1905 bei der Fahnenweihe des Cäcilienvereins in Oberpleis lernten sich Peter Zens und Christine Gratzfeld kennen und lieben. Vier lange Jahre ging Peter Zens von Hasenboseroth nach Jüngsfeld auf die Freite. In der Jüngsfelder Baumschule war Christine Gratzfeld in Stellung. Die jungen Leute hatten es sich aber in den Kopf gesetzt, sich zunächst einmal 'das Nestchen' zu bauen und dann erst zu heiraten.
So geschah es denn auch. Als sie am 18. November 1909 in der alten Oberpleiser Pfarrkirche vor Pfarrer Horst den Lebensbund schlossen, konnten die beiden jungen Leute schon auf eine anerkennenswerte Leistung zurückblicken. Aus eigener Kraft hatten sie sich ein hübsches Wohnhaus gebaut, in das sie nun einzogen. Heute sind die Kinder damit beschäftigt, dieses Haus zu modernisieren und zu verschönern. Sie setzen ihre Ehre darin, diese Arbeiten bis zur Goldhochzeit fertigzustellen.
Streichbass und Blasbass waren die beiden Lieblingsinstrumente des Goldhochzeiters. Bis zu seinem 70. Lebensjahr blieb er diesen Instrumenten treu, war eifriger Sänger im Oberpleiser Kirchenchor und mehr als drei Jahrzehnte im Oberpleiser Orchesterverein tätig. Als Peter Zens aber 'die Siebzig gepackt hatte, wurde die Luft etwas knapp'. Da musste er den geliebten Blasbass beiseite legen, und kurze Zeit später folgte auch der Streichbass. Ein kleiner Schlaganfall machte das Spielen deses schweren Instrumentes unmöglich. Die nachfolgende Generation, unter der sich viele Musiker und Chordirigenten befinden, wird den Ehrentag der alten Leute besonders verschönern."
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