Aufnahme: 1971
Bazar der Realschule war ein voller Erfolg
"Mit dem Verlauf und dem Ergebnis des Weihnachtsbazars, den die Realschule für Jungen und Mädchen und die Aufbaurealschule für Spätaussiedler in Königswinter-Oberpleis in allen Räumen der Schule veranstalteten, war Direktor Kaiser sehr zufrieden. Nach Beendigung des Bazars sagte Kaiser vor der Presse: 'Das Ergebnis des Vorjahres in Höhe von rd. DM 3 500,— wurde bei weitem übertroffen. Fast 1500 Besucher haben wir gezählt.' Schüler, Lehrer und Elternpflegschaft hatten sich mancherlei einfallen lassen. Zum Verkauf wurden alle möglichen Gegenstände feilgeboten. Man konnte kleinere Weihnachtsgeschenke genug erstehen. Selbstgefertigte Gegenstände aus dem Werk- und Bastelunterricht wurden zum Verkauf angeboten. Es handelte sich, um nur einige wenige aufzuzählen, um Textilien aller Art vom Schal bis zu Handschuhen und Kissenbezügen über Klebearbeiten, Bilder, Silber, Emaillearbeiten und Schmuck. Spielzeug gab es en masse. Sogar Weihnachtsbäume konnten gekauft werden. Jede Klasse hatte ihren eigenen Verkaufsstand.
Vielumlagert waren auch die Tongemälde. Zum Gelingen des Bazars trug auch die Oberpleiser Geschäftswelt wesentlich bei. Für ein geringes Entgelt konnte man seine Kräfte an einer Wurfbude messen. Auch konnte geangelt werden und auf einer Autorennbahn gespielt werden. Gering war auch das Honorar, welches eine Wahrsagerin verlangte, die ihr Geschäft ganz gut verstand. Fast ausverkauft war am Ende des neunstündigen Bazars das 'Café unter dem Dach'. Gebäck und Kuchen hatten die Kinder selbst hergestellt. Im Physikraum war ein Non-Stop-Kino aufgebaut. Auserlesene Weine konnte man in der Weinstube kosten. Die Klasse 10a hatte für die Bar ihren Klassenraum zur Verfügung gestellt. Im Aufenthaltsraum gab es für die hungrigen Mägen Würstchen, Pommes frites und Bier.
Nicht genug Waffeln konnten herbeigeschafft werden. Eine Waffelbäckerei war im Raum der Klasse 8b installiert. Mehr als DM 500,— nahmen die Jungen der Klasse 10 ein, die auf dem unteren Schulhof die schmutzigen Wagen der Besucher einer Reinigung unterzogen. Eltern, die in Ruhe den Bazar durchwandern wollten, konnten ihre Kleinkinder bis zu zwei Jahren im 'Babysitting-Raum' abgeben. Ältere Schülerinnen sorgten gut für die Kleinsten. Doris Gräser führte mit der Klasse sechs im Gymnastikraum Volkstänze vor. Laienspiele zeigte die Laienspielgruppe, und der Chor der Schule sang weihnachtliche Lieder. Dafür zeichneten Lehrer Lubrich und Realschullehrerin Helga Franzen verantwortlich. Der Erlös des Bazars ist für die armen Kinder, die aus Pakistan nach Indien flüchten mussten. Solange die Verhältnisse im pakistanisch-indischen Raum jedoch unklar sind, wird das Geld auf einem Sperrkonto festgehalten, damit es später auch wirklich in die Hände der bedürftigen Kinder gelangt."
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