Aufnahme: 1805

Rittersitz Niederbach

Detail der von Joann Jacob Schoogh, Priester in Oberpleis, um 1805 gezeichneten Karte des Jagdbezirks der ehemaligen Benediktinerpropstei Oberpleis.

Es sind keine Urkunden von der Gründung des Hauses Niederbach bekannt.
1370 wurden Mitglieder des ritterbürtigen Geschlechtes von Zweiffel als Bewohner dokumentiert. Später folgten Mitglieder derer von Metternich. Als Besitzer folgten Johann Scheuermann 1609 und Peter Beiwegh 1622 bis Wilhelm von Hillesheim das Haus Niederbach 1636 übernahm.
Die Familie von Hillesheim zählte zum Ritterstand des Herzogtums Jülich-Berg. Ursprünglich kam sie aus dem Dorf Merscheid bei Solingen und nannte sich, nachdem in den Besitz eines Gutes in dem heute zu Much gehörenden Weiler Hillesheim gekommen war, Merscheid genannt von Hillesheim bzw. nur noch von Hillesheim.
Der 1590 geborene Wilhelm von Hillesheim heiratete 1620 Catharina von Syberg zum Busche. Die Eheleute hatten zehn Kinder. 1644 waren schon vier Töchter und ein Sohn gestorben. Es blieben noch vier Töchter und ein Sohn. Die Töchter waren allesamt Ordensfrauen. Seit 1641 gehörte Wilhelm von Hillesheim Herrschaft und Schloss Ahrenthal, ebenso das Dorf Franken, gegenwärtig ein Stadtteil von Sinzig.
Wilhelm  von Hillesheim starb am 13. Februar 1658, seine Ehefrau Catharina im August 1662. Beide wurden im Chor der Primus, Felicianus und Lupianus geweihten Oberpleiser Pfarrkirche bestattet.
Sohn Franz Dietrich Freiherr von Hillesheim, Herr zu Ahrenthal, Niederbach und Berckum,
geboren im August 1641 heiratete 1670 Anna Maria Ursula von Cortenbach. Er starb am 15. Juni 1681.
1742 Neubau des Herrenhauses Niederbach für Franz Caspar Wilhelm von Hillesheim.
Ernst Wilhelm Gottfried, der letzte Freiherr von Hillesheim starb 1785 ohne Nachkommen.
Mit ihm erlosch das Adelsgeschlecht von Hillesheim.
Am 19. August 1807 starb Charlotte Elisabeth Regina Gräfin von Hillesheim, Schwester des Freiherrn Ernst Wilhelm Gottfried von Hillesheim, eine ehemalige Stiftsdame zu Vilich. Sie war die Letzte aus der Familie, der seit 1636 das Haus Niederbach gehörte. Kurz vor ihrem Tod vermachte sie mit ihrem Vermögen auch den Rittersitz Niederbach ihrem Großneffen Franz Graf von Spee.

* Im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Rheinland, gibt es zum Suchbegriff ‚Niederbach‘ zwölf Einträge, darunter zum Beispiel:
Regierung Köln Katasterkarten BR 0145 Nr. 2384 Niederbach (Kirchspiel Oberpleis), Amt Blankenberg (Bl. 264), Laufzeit 1666 und
Jülich-Berg, Hofrat (AA 0036), Spezialia, 3.1. Herzogtum Berg, 3.1.4. Amt Blankenberg, Laufzeit 1779-1799
Abtei Heisterbach gegen Reichsgraf von Hillesheim, als Inhaber des Rittersitzes Niederbach: Jagdrecht auf dem Scharffenberg bei Stieldorf.

Quelle
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, RW Karten / RW Karten, Nr. 1264
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