Aufnahme: 2004

Wanderwoche mit Regentaufe

Die Wandergruppe der Evangelischen Kirchengemeinde Oberpleis fuhr diesmal zu ihrer 11. Wanderfreizeit nach Undeloh in der Lüneburger Heide. Nach einer kurzen Andacht mit Frau Vikarin Rautenberg ging es am Sonntagmargen, den 29.08. los. Die Hinfahrt wurde kurz vor dem Ziel in der Heide unterbrochen. Von dem Parkplatz aus sollte eine kleine Wanderung zum Grabe von Hermann Löns gemacht werden, angeblich 10 bis 15 Minuten. Wir zogen fröhlich los. Es war sehr warm, und alle trugen nur leichte Kleidung. Der Weg zog sich wesentlich länger als gedacht. Am Löns-Grab war eine größere Gemeinde versammelt, wahrscheinlich zu einer Gedenkfeier. Plötzlich zog ein Gewitter auf, und es goss in Strömen. Kaum einer von uns hatte einen Regenschirm oder eine Jacke dabei, und so wurden alle pitschnass. Diese erste „Regentaufe" war sehr nützlich, denn von nun an waren wir auf unseren Wanderungen gut ausgerüstet, es war auch nötig. Zum Bei­ spiel: Wanderung zum „Wilseder Berg" - auf dem Rückweg Sturm und Regenböen oder Besuch des Wildparks „Lüneburger Heide" - sehr schön, sehr nass, Stimmung trotzdem gut.

Unser Quartier, der „Smes-Hof" in Undeloh, stellte sich nach anfängli­cher Skepsis als sehr gut heraus: schöne Zimmer, sehr gutes Essen, einen eigenen Tagungsraum, freundliche Wirtsleute. Die Tage began­nen früh um 7.30 Uhr mit „Sport", um 10.00 Uhr dann Abfahrt oder Abmarsch. Außer dem schon Erwähnten machten wir noch schöne Wanderungen zur Mühle oder zum Heidelehrpfad. Wir sind eine Gruppe überwiegend älterer Menschen mit sehr unterschiedlichen Konditionen, einschließlich einer Rollstuhlbenutzerin. Die Ausflüge waren von unserem „alten Wanderbären" Harry Kittelmann und Assistenten so gestaltet, dass jeder irgendwie mitmachen konnte, z. B. nur den Hin­ weg oder nur kurz und dann einkehren oder Taxi zurück. Es war alles bestens vorbereitet. Leider musste auch „unser Harry" Kittelmann er­ kennen, dass er nicht mehr alle Touren bewältigt. Mit bewunderungswürdiger Energie und viel Humor hat er alle Wege geschafft und war geschafft.

Nun kommt der Punkt, der uns alle sehr beeindruckte. Am Freitagabend war eine Andacht angesetzt. Die schöne, kleine, sehr alte Kirche lag direkt unserem Gasthof gegenüber. Frau Pastorin Christiane Joos hielt eine kurze Ansprache. Harry Kittelmann verabschiedete sich von der Aufgabe des Leiters und Planers der ,,Wanderfreizeit". Nach einer Aussegnung feierten wir noch gemeinsam das Abendmahl. Et­ was wehmütig gingen wir in unser Quartier zurück. Alle bewegte die Frage: Wird es noch mal eine Wanderfreizeit geben? Wer übernimmt die Leitung und Verantwortung in Zukunft? Am Samstag hatten wir dann doch noch einen schönen Abschiedsabend. Ehrungen und „Ordensverleihungen" wurden von unserer „Präsidentin", Frau Felderhoff, vorgenommen. Wir haben gesungen und gelacht. Es war wieder ein­ mal eine wunderbare Woche. Zum Schluss noch einmal herzlichen Dank unserem „alten Wanderbären" Harry Kittelmann für seinen Ein­satz, seine Zeit und unzählbare Dienste, die der für die Wandergruppe geleistet hat.

Gerhard Kybelka

Quelle
Pfarrfamilie (ökumenische Ausgabe) Nummer 5 / Dez. 2004 / Januar 2005; Bericht: Gerhard Kybelka
Zur Verfügung gestellt von
Maria Hermes; Fotograf unbekannt
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