Aufnahme: 1805
Genehmigung der Pensionsvermehrung für den letzten Propst von Oberpleis durch Kurfürst Maximilian Joseph
Abschrift der Urkunde:
„Maximilian Joseph Herzog in Ober und Niederbaiern der obern Pfalz, Franken und Berg u: u: des heil. römischen Reichs Erzpfalzgraf, Erztruchseß und Churfürst.
Auf den Bericht des Separats in christlichen Reformations Angelegenheiten Unseres Herzogthums Berg vom 16ten d.M. genehmigen Wir, dass dem ältesten Kapitular der aufgehobenen Abtei Siegburg Jos. Marquis von Copons, in Rücksicht seines hohen Alters, und des Umstandes, dass derselbe bei Aufhebung der Abtei das wegen seines hohen Alters zuvor abgegebenen Priorat noch begleitet hätte, auf einer höheren Pension hätte Anspruch machen können, eine lebenslängliche jährliche Zulage von fünfzig Reichsthalern zu seiner dermaligen Pension ertheilet werde.
München, den 9ten August 1805.“
(Unterschrift des Kurfürsten Maximilian Joseph)
„An das Churfürstl. Bergische Separat in Geistl. Reformations Angelegenheiten.
Das Pensionsvermehrungsgesuch des Kapitulars der aufgehobenen Abtei Siegburg Jos. Marquis von Copons betr.
Auf Churfürstl. Höchsten Befehl“
(Unterschrift: ggeiger)
Aus der Zeit, in der von Copons Propst von Oberpleis war, ist eine Begebenheit bekannt.
Am 31. Mai 1794 fand vor dem Amtsverwalter Bürgel, dem Propst von Oberpleis von Copons, Pastor Meys u.a. aus Anlass der Kirchenrechnungsprüfung eine Besichtigung der Dorfkirche statt. Im Pfarrarchiv Oberpleis ist unter Kirchenrechnungen der Zustand der Kirche u.a. wie folgt beschrieben: „1.tens ware die kirch vorbehaltlich des aufbewahrten heiligsten Sakraments schier einem Schweinestall gleich, es waren 2.tens ausschließlich des hohen altars die beyde Nebenaltär fast unbrauchbar ..5.tens das blafond durch den durchs Tach schlagenden Regen abgefallen.“
„Trotz der verhältnismäßig hohen Einkünfte waren bei der Aufhebung der Propstei 1803 enorme Schulden vorhanden. Es ist anzunehmen, dass sie zum Teil auf die Kriegswirren und Kontributionen seit 1794 zurückgingen, doch hat auch die alles andere als sparsame Lebensführung der Pröpste dabei eine Rolle gespielt“ (Robert Mies, Die Geschichte von Oberpleis, 1955).
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