Aufnahme: 1991

40 Jahre evangelische Kirche

st. Pfarrer Heiko Schmitz hielt in der Oberpleiser evangelischen Kirche einen Festgottesdienst anläßlich des Geburtstages des Gotteshauses, welches 40 Jahre alt wurde. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Posaunencorps gestaltet. Als Gäste wohnten Angehörige der Patengemeinde aus Attawasch in der DDR dem kirchlichen und weltlichen Fest bei. Ein Grußwort des dortigen Pfarrers wurde verlesen. Aus der Muttergemeinde Oberkassel war auch eine Abordnung erschienen. Die Patengemeinde hatte als Geschenk einen Bildband über Stadtkirchen der Mark Brandenburg mitgebracht. Die katholische Gemeinde Oberpleis hatte ebenfalls Grüße und Glückwünsche übermitteln lassen und als Geschenk einen Baum überreicht, der die Verbundenheit der beiden Gemeinden ausdrücken sollte. Das gemütliche Beisammensein am Nachmittag im Gemeindehaus gestalteten der Singkreis und die Jungschar. Abgeschlossen wurde der Festtag mit einer Vesper, gestaltet vom Kirchenchor.

Am dritten Adventssonntag des Jahres 1949, 11. Dezember, wurde die schöne Holzkirche von Präses Held und Oberkirchenrat Boue eingeweiht. Erbaut wurde sie von dem Architekten Professor Dr. Otto Bartning, der in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg zum Leiter der Bauabteilung des Hilfswerkes der evangelischen Kirche in Deutschland berufen worden war. Heute ist die evangelische Kirche, genannt Bartning-Kirche, aus dem Ortsbild von Oberpleis nicht mehr wegzudenken, ganz besonders nicht, seitdem auch das ihr gegenüber liegende architektonisch sehr gelungene Gemeindehaus im Jahre 1984 fertiggestellt wurde. Jeden Sonntagmorgen klingt das helle Geläut der kleinen Kirche melodisch mit dem tieferen Glockenton der katholischen Kirche St. Pankratius zusammen. Zu den wenigen evangelischen Christen, die vor dem Kriege schon in Oberpleis gewohnt hatten, kamen nach Kriegsende viele Heimatvertriebene hinzu. Vor dem Kriege mußten sich die evangelischen Christen aus Oberpleis nach Oberkassel wenden. Dort ist die Mutterpfarre und die älteste evangelische Kirche des Rhein-Sieg­ Kreises. Bevor die Kirche in Oberpleis gebaut wurde, wurden auch Andachten in privaten Häusern veranstaltet. Erst ab 1946 kam dann ein Vikar aus Oberkassel nach Oberpleis.

Der erste kirchliche Versammlungsraum war der Saal Bellinghausen, der der evangelischen Gemeinde freundlicherweise von der Familie Bellinghausen zur Verfügung gestellt wurde. Dort fanden dann nicht nur die Gottesdienste statt, sondern Gemeindeschwester Wilhelmine rief die Frauenhilfe ins Leben. Im November 1947 trat dann Pfarrer Lubrich, der selbst mit seiner Familie aus Schlesien vertrieben worden war, seinen Dienst in der Gemeinde Oberpleis an. Er bemühte sich unter Mithilfe der katholischen Gemeinde um ein Grundstück für den Bau einer Kirche. Zunächst erfolglos, bis schließlich in Boseroth ein Grundstück erworben werden konnte. Die Mittel für den Bau der Kirche stellte das Hilfswerk der Schweiz zur Verfügung. Als sehr hilfsbereit erwies sich in jenen Tagen die Schweizerin Ruth von Wild, die damals als Leiterin des Kinderheimes in Brüngsberg tätig war. Das Fundament wurde in Eigenarbeit erstellt, selbst die Mädchen der Jugendgruppe halfen beim Ausschachten. Nachts wurde Wache geschoben, weil immer wieder geklaut wurde.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 1 vom 04.01.1990; Text: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Inge Oessling (Postkarte); Rudolf Pieper(SZ)
Räume & Galerien
Evangelische Kirche Oberpleis Presseberichte Presseberichte 2 (ab 1990 bis 2000)
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