Aufnahme: 1986

Walter Lubrich 50 Jahre Priester

"gst. Pfarrer Walter Lubrich (77) feierte am Sonntag, 9. März, die 50. Wiederkehr seiner Ordination in der Kirche St. Elisabeth in Breslau. Nach seiner Ordination erhielt der junge Priester eine Stelle als Hilfsprediger in Schweidnitz und Ende 1937 eine Pfarrerstelle in Wendstädt bei Glogau an der Oder. Doch 1942 machte das Soldatentum auch nicht vor dem geistlichen Stand halt. Nach Kriegsende verschlug es den jungen Pfarrer in die Rheinische Kirche, nach Engelskirchen und Herchen, bis er am 1. November 1947 die Pfarrstelle in Oberpleis antrat. Zugleich wurde ihm die Betreuung der Heimatvertriebenen übertragen. Die evangelische Gemeinde Oberpleis erhielt unter der Leitung von Walter Lubrich 1949 ihre erste Kirche. 1974 wurde der beliebte Pfarrer in den Ruhestand versetzt, doch seiner Gemeinde ist er bis heute als Oberpleiser Bürger treu geblieben.

Das goldene Priesterjubiläum wurde mit einem Dankgottesdienst gefeiert. Die Predigt hielt Pfarrer Heiko Schmitz unter dem Motto ‚Vorbild‘. Musikalisch wurde der Gottesdienst gestaltet vom Posaunenchor Asbach/Oberpleis unter der Leitung von Johannes Lubrich, einem Sohn des Jubilars. Nach der kirchlichen Feier wünschten die Gottesdienstbesucher Walter Lubrich per Handschlag Gottes Segen für weitere Jahre im Dienst der Kirche. Bei der anschließenden weltlichen Gratulationscour im Gemeindehaus würdigte der Vorsitzende des Presbyteriums, Freiherr Dr. Hermann von Richthofen, die Verdienste Walter Lubrichs während seiner 27-jährigen Tätigkeit in der Pfarrgemeinde. Als Geschenk überreichte er dem Goldjubilar eine Federzeichnung der Oberpleiser evangelischen Kirche und ein Buch über den Erbauer Otto Bartning.

Die Glückwünsche des Kirchenkreises an Rhein und Sieg überbrachte Superintendent Helmuth Wirths, der einen Tonkrug mit dem Wappen des Kirchenkreises als Geschenk mitgebracht hatte. Auch alle weiteren Redner bezeichneten Pfarrer Lubrich als einen liebenswerten Menschen, der sich durch Bescheidenheit und Freundlichkeit auszeichne. Für die katholische Gemeinde sprach Maria Hermes die Glückwünsche aus und betonte, dass Walter Lubrich auch bei der katholischen Gemeinde beliebt sei. Thomas Lissek gratulierte für die Oberpleiser Kolpingsfamilie. Der Jubilar habe sich auch dieser katholischen Vereinigung verschrieben, denn auf seine Initiative hin seien auch evangelische Bürger in den Reihen der Kolpingsfamilie. Doch vor 15 Jahren habe Lubrich auf eine entsprechende Frage zur Gestaltung eines ökumenischen Gottesdienstes geantwortet: ‚Bis dahin fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter‘.

Ein ausführliches Lebensbild zeichnete der Gründer der ersten evangelischen Schule in Oberpleis, Kopp, von Walter Lubrich: Er kannte nicht nur seine Pfarrangehörigen, sondern auch die Verwandtschaft der Gemeindemitglieder: ‚Der Jubilar war ein Pfarrer, der mit seiner Gemeinde ging‘. Diese Worte sprach Pfarrer Hermann Federschmidt von der benachbarten evangelischen Gemeinde Stieldorf-Heisterbacherrott. Aus seiner Hand erhielt Lubrich ein Buch über die Schätze der Religion."


Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 11 vom 13.03.1986; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
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Evangelische Kirche Oberpleis Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989)
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