Aufnahme: 1938

"Halbe" alte Schule

Häuser gelten als Immobilie, also als unbeweglich. Fachwerkhäuser dagegen sind beweglich, sie sind auch teilbar. Wenn das Balkenwerk freigelegt war, musste man nur noch die Holznägel herausschlagen, das Fachwerk schön ordentlich zerlegen und andernorts wieder zusammenbauen. So geschehen mit der alten Schule.

Als das 1832 errichtete Gebäude 1912 als Schulhaus ausgedient hatte, wurde es auf Abbruch an den Schank- und Landwirt Jakob Lichtenberg verkauft. Er baute die Hälfte, nämlich zwei Klassenräume plus Eingangsbereich mit Treppenhaus 200m weiter auf seiner Weide wieder auf. "Lichtenbergs Köbes wusste wahrscheinlich selbst nicht, welch ein Paradies er erschuf, als er jenseits der Friedhofsmauer aus der abgebrochenen Schule ein Haus baute, in dem aber niemand wohnte. Das Haus lag weit genug vom Dorf weg... Die Bude war abgeschlossen, die Fensterscheiben von uns und anderen Jungen aus alter Wut gegen die Schule eingeworfen. In den unteren Räumen lag Heu und Stroh. Die Tür zu den oberen Zimmern, die wüst und leer waren, war ebenfalls abgeschlossen..." . So schrieb Dorfsapothekersohn Paul Heinen in einer Bildergeschichte aus der Jugendzeit (s. Link unten). Mitte der 1930er Jahre wurde das Gebäude als Wohnhaus hergerichtet.

Ein weiteres Beispiel für wiederverwendetes Fachwerk und wieder von einer Schule - was aber Zufall ist - findet sich in Uthweiler. Im Pütz - Haus neben der Kapelle wurden Balken des Stieldorfer Schulhauses von 1730 verbaut (s. Link: Uthweiler 1900).

Die Fotopostkarte von Foto Balensiefen zeigt das romanisch verschneite Oberpleis im Winter 1945.

Medien & Downloads

Uthweiler 1900 FILE
Quelle
Nachlass Paul Bachem (Foto 1); Nachlass Foto Balensiefen (Foto 2)
Zur Verfügung gestellt von
Dr. Wolfgang Wirth: Foto 2 Teil der alten Schule 1993 - Alte Schule - Uthweiler 1900
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