Aufnahme: 1998

Die Feldlerche wurde zum Vogel des Jahres 1998 gekürt

R. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) stellte bereits im Oktober 1997 die Feldlerche als „Vogel des Jahres 1998" vor. Damit sollte auf die Probleme der modernen Agrarlandschaft aufmerksam gemacht werden. „Die Feldlerche steht für viele Tier- und Pflanzenarten, die durch intensive Landwirtschaft gefährdet werden", sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz zur Begründung. Der Naturschutzbund fordert eine Umkehr zu einer naturverträglichen Landwirtschaft, die Pflanzen und Tieren Lebensraum und den Menschen Erholung bietet.

Die eher unscheinbare Feldlerche gehört zu den volkstümlichen Vögeln, besungen in vielen Liedern. Bekannt ist ihr trällernder Gesang, den sie oft ohne Pausen im Flatterflug aus großer Höhe vorträgt. Aber immer weniger Menschen kommen in den Genuß dieser Gesangsvorstellung: Laut Roter Liste der gefährdeten Vogelarten sind die Brutbestände der Lerche in den letzten beiden Jahrzehnten bundesweit um rund ein Fünftel zurückgegangen, in Schleswig-Holstein sollen es sogar 50 Prozent Abnahme sein.

Die fast starengroße Feldlerche teilt dieses Schicksal mit vielen Bodenbrütern, deren Lebensraum Äcker, Wiesen und Weiden sind. „Die intensive Landwirtschaft ist die Hauptursache für die Gefährdung von Vogelarten", sagte der NABU-Vizepräsident. Besonders bedrängt seien die Arten, deren Lebensraum die offene Agrarlandschaft ist
— Beispiel Feldlerche. Zwar gilt die braun getönte Feldlerche laut Roter Liste nicht als gefährdet, aber sie wird bereits in der Vorwarnliste jener Arten geführt, die aufgrund eines beständigen Rückgangs unter besonderer Beobachtung stehen. „Sollte nichts geschehen, so müssen wir damit rechnen, daß sie in zehn Jahren zu den bedrohten Brutvogelarten in Deutschland gehört", sagte Opitz.

Der Naturschutzbund Deutschland fordert eine Umkehr zu einer naturverträglichen Landwirtschaft. Nur sie könne eine Kulturlandschaft erhalten, die Lebensraum für Tiere und Pflanzen und zugleich Erholungsraum für Menschen ist. „Ob die Lerchen — und mit ihr viele andere Tier- und Pflanzenarten in der deutschen Agrarlandschaft langfristig noch eine Überlebenschance haben, hängt nicht zuletzt von den Einkaufsgewohnheiten der Verbraucherinnen und Verbraucher ab. "Je mehr Menschen ökologisch erzeugte Lebensmittel einkaufen, desto mehr Landwirte würden auf biologischen Landbau umstellen— und dies sei gleichbedeutend mit einem „Naturschutzprogramm für Lerche & Co", so der NABU.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 17 vom 23.04.1998; Foto: Nabu/Gross; Text: R.
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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