Aufnahme: 1997
Der (Große) Buntspecht — Vogel des Jahres 97
R. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat den Buntspecht als „Vogel des Jahres 1997" vorgestellt. NABU-Vizepräsident Helmut Opitz sagte zur Begründung, der Buntspecht repräsentiere als Waldvogel all jene Tierarten, denen der Rückgang der naturnahen Wälder zu schaffen mache: „Die Botschaft des Buntspechts lautet: Lebendige Wälder statt eintöniger Forsten!" Der etwa amselgroße Buntspecht ist der bekannteste und häufigste Vertreter unter den heimischen Spechten, unschwer zu erkennen an seinem schwarz-rot-weißen Gefieder.
Ausschlaggebend für seine Wahl zum Vogel des Jahres sei der „kritische Zustand" des Lebensraumes Wald gewesen, so Opitz. Das Waldsterben gehe ungebremst weiter, und die ökologische Qualität der verbliebenen Wälder lasse in vielen Fällen sehr zu wünschen übrig. „Von Natürlichkeit und lebendiger Vielfalt kann kaum die Rede sein, schaut man sich die Beschaffenheit des Waldbodens, die Anzahl der Tier- und Pflanzenarten und den geringen Totholzanteil deutscher Forsten genauer an“.
Zwar zählt der Buntspecht noch nicht zu den gefährdeten Arten, denn aufgrund seiner erstaunlichen Anpassungsfähigkeit kann er auch im monotonen Wirtschaftsland leben. Doch auch der Buntspecht zieht — wenn er die Wahl hat — den alten, reichlich gegliederten Mischwald vor.
Schutz für den Buntspecht bedeute keineswegs, auf eine wirtschaftliche Nutzung des Waldes zu verzichten, so Opitz weiter. Der NABU fordert die flächendeckende Umstellung der Forstwirtschaft auf eine naturgemäße Waldwirtschaft: Statt aufgeräumter Forsten, die nach Altersklassen und Baumarten sortiert sind, soll es in Zukunft mehr naturnahe Wirtschaftswälder geben, in denen einige Regeln beachtet werden, etwa die Vermeidung von Kahlschlägen und der Verzicht auf Gift und Chemie.
Besonders wichtig für die Spechte: Der Schutz des Lebensraumes Totholz, denn sie zimmern ihr Nest am liebsten in morschen Bäumen. Weitere NABU-Forderungen lauten deshalb, einen Totholzanteil von fünf Prozent des Holzvorrates in jedem Wald zu belassen und das Abholzen von Höhlenbäumen zu verbieten.
Tieraufnahmen aus der Umgebung von Oberpleis.
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