Aufnahme: 1977
Die Rauchschwalben
Die Rauchschwalben kehren gewöhnlich in der ersten Aprilhälfte aus dem Süden zurück. Manche Leser werden diese so heimischen Vögel noch mit viel ·Freude unter ihrem Dach erwarten. Früher, als es noch offene Rauchfänge gab, haben sie sogar mit den Menschen in einem Raum zusammengelebt. Durch die Nester in den Rauchfängen kamen diese Schwalben dann auch zu ihrem Namen.
Von den anderen heimischen Schwalbenarten, den Mehl- und Uferschwalben, sind die Rauchschwalben beim Flug gut an dem tiefgegabelten Schwanz zu unterscheiden. Das Gefieder oberseits glänzt metallen blau, die Unterseite ist von rahmweißer Farbe. Stirne und Kehle sind braunrot und die Abgrenzung zwischen der braunroten Kehle und der rahmfarbenen Unterseite bildet ein dunkelblaues Kropfband.
Zum Bau ihrer Nester brauchen sie Lehm, den sie mit Halmen und Haaren untermischen. Nach oben hin sind die Nester offen und darum durchweg immer innerhalb von Gebäuden, in Ställen, Tordurchfahrten oder Scheunen angebracht. Obwohl die Rauchschwalben Anfang April zurückkehren, kann man mit der ersten Brut erst im Mai rechnen. Gewöhnlich brüten Rauchschwalben zweimal im Jahr, es kommen aber auch öfter drei Bruten vor.
Oft sind mehrere Nester in einem Raum zu finden und weil die Schwalben im allgemeinen friedlich und tolerant sind und sich nicht um die Brutreviere streiten, ist ihr Gesang im Vortrag nicht hart und bestimmt, sondern besteht aus einem plaudernden Gezwitscher.
Schnell und wendig ist ihr Flug. Bewundernswert ist, mit welcher Geschmeidigkeit sie es schaffen durch kleinste Spalten und Öffnungen ihre Nester zu erreichen.
Es ist ein imposantes Bild, wenn sie sich im Herbst in großen Scharen auf den Telegraphendrähten sammeln, um in den Süden zu fliegen. Schöner aber ist es, so finde ich, wenn man sie im Frühling wieder in unserer Heimat begrüßen kann.
Gertrud Müllenholz
Die Rauchschwalbe bei www.nabu.de, - siehe Link unten.
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