Aufnahme: 1977

Die Blaumeisen

Die Blaumeisen sind nicht so oft als Brutvögel zwischen den Häusern anzutreffen, wie die Kohlmeisen. Woran es liegt, kann man generell nicht sagen, denn im Allgemeinen sind sie gar nicht so selten und immer wieder in den Wäldern und an Waldrändern anzutreffen. Vielleicht ziehen sie den Wald als Brutrevier vor, vielleicht ist es aber auch deshalb, weil die kleineren Blaumeisen den größeren Kohlmeisen oder anderen höhlenbrütenden Vögeln gegenüber den Kürzeren ziehen, wenn es um die Besetzung der Nisthöhlen geht. Die meisten der im Handel angebotenen und auch aufgehängten künstlichen Nisthöhlen haben eine Einfluglochweite von ca. 36 mm. In  ihnen können  alle Meisenarten, aber auch Kleiber, Trauerschnäpper und Gartenrotschwänze brüten. Wer aber nur an einer Blaumeisenbrut  interessiert  ist, muß einen  Nistkasten nehmen, dessen Einflugloch 27 mm im Durchmesser beträgt.

Auch bei den hübschen Blaumeisen tragen Männchen und Weibchen das gleiche Federkleid, wobei man wieder beobachten kann, daß wie bei allen gleichgefiederten Vogelarten bei den Weibchen die Farben nicht so klar abgegrenzt sind, wie das bei den Männchen der Fall ist. Die Blaumeisen sind die einzigen unserer heimischen Meisen, bei denen Kopf, Flügel und Schwanz blau gefärbt sind. Die Unterseite ist gelb, von blauschwarzen und schwarzen Federchen sind die weißen Backen eingefaßt. Die hellblaue Kopfplatte ist von weißen Federehen umrahmt. Hinterkopf und Rücken sind grünlich gefärbt und werden durch einen weißlichen Nackenflecken aufgehellt.   

Ihr Gesang hat verschiedene Tonfolgen aufzuweisen. Sie können mit hellen Tönen locken, sie können ganz schön zetern, aber am Schönsten ist doch ihr Zi-Zi, dem ein perlender Triller folgt. Blaumeisen müssen, wie alle kleinen Vögel, für viel Nachkommenschaft sorgen. Ich hatte einmal welche im Nistkasten, und als ich dann nachsah, wie es um die Brut bestellt sei, reckten sich mir acht hungrige Schnäbel entgegen.

Mir ist dann aber ein Fehler unterlaufen, vor dem ich hiermit andere warnen möchte. Man muß ja die Nistkästen in jedem Jahr säubern. 1. Weil die Vögel gewöhnlich zweimal im Jahr brüten und eine Nisthöhle selten drei Nester aufnehmen kann. Es gehört ja zum Brutverhalten vieler Vögel, daß sie für jede Brut ein neues Nest bauen. 2. Weil sich in diesen Kästen auch gerne Ungeziefer aufhält, welches das Leben der Vögel beeinträchtigen kann.

In meinem Fall war es so: Im Frühling sah ich Blaumeisen an der Nisthöhle, in der sie im vergangenen Jahr gebrütet hatten. Ach, dachte ich, du hast den Kasten ja noch gar nicht gereinigt und tat es auf der Stelle. Nun aber blieben die Blaumeisen fort und ich konnte mir das nicht erklären. Im Nachhinein hörte ich dann, daß jemand ohne mein Wissen den Kasten schon im vergangenen Herbst gereinigt hatte. Ich hatte also das neue Nest aus dem Kasten entfernt und damit selbst die Meisen vertrieben. Denn, wenn Vögel beim Nestbau gestört werden, ihnen das Nest zerstört oder genommen wird, bauen sie an einer anderen Stelle ein neues Nest. Daß mir das sehr leid getan hat, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Ich habe mir damals aber vorgenommen, in Zukunft Nistkästen nur noch im Herbst zu säubern. Gertrud Müllenholz

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 31 vom 05.08.1977; Bericht: Gertrud Müllenholz
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ) Die Blaumeise bei Wikipedia - Die Blaumeise bei Microsoft Bing - Die Blaumeise bei www.deutsche-vogelstimmen.de
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