Aufnahme: 1977

Die Grünfinken

Wer schenkt schon den Grünfinken Beachtung, dem olivgrünen, gut spatzengroßen Vogel, dessen Körpergefieder beim Männchen nur durch ein kräftiges Gelb an Brust, Flügeln und am Schwanz aufgehellt ist. Das Weibchen wirkt mit seinem mehr gräulichen als olivgrünen Federkleid sehr schlicht. Hervorzuheben wäre bei beiden nur noch der kräftige, helle Schnabel.

Sie sind, wie gesagt, nicht auffällig gefärbt und bei Gartenbesitzern auch nicht sehr beliebt.  Man sagt ihnen nach, daß sie im Frühling an den Blütenknospen herumpicken. Die Leute befürchten wohl, daß sie dann weniger Obst bekommen, aber ob das so ist, bleibt wohl dahingestellt.

Grünfinkenweibchen haben es nicht leicht, denn sie müssen ihr Nest allein bauen. Das tun sie, indem sie für den Unterbau dünne Ästchen, trockene Wurzeln und harte Gräser nehmen. Die Mulde legen sie mit Federn, Haaren oder ganz feinen Würzelchen aus. Die Grünfinkenfrau macht bis zu drei Bruten im Jahr und baut jedesmal dazu ein neues Nest.

Der „Herr Grünfink" ist aber doch ein guter Familienvater, denn wenn das Weibchen brütend auf den Eiern sitzt, die weiße bis weiß-bläuliche Schalen haben und mit rötlichen, violetgrauen und rostbraunen Flecken versehen sind, versorgt er das Weibchen mit Futter. Auch sorgt er sich hinterher um die Aufzucht der Nachkommenschaft.

Nett ist bei den Grünfinken der Balzflug, mit dem das Männchen beim Weibchen Eindruck machen will. Er steigt in die Luft, breitet seine Flügel weit aus und gleitet dann schwebend wieder herunter. Bei diesem Balzflug kann man den Grünfinken hübsch finden, denn seine Flügel scheinen gegen den blauen Himmel durchsichtig wie Alabaster.

Von seinem Gesang wäre noch zu sagen, daß er oft aus einem Klingeln besteht. Allen wohlbekannt ist aber auch sein „Räätschen", der sogenannte Regenruf. Gertrud Müllenholz

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 39 vom 30.09.1977; Bericht: Gertrud Müllenholz
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ) Der Grünfink bei Wikipedia - Der Grünfink bei Microsoft Bing - Der Grünfink bei Vogelstimmen.de
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