Aufnahme: 1976

Haus- und Gartenrotschwanz

In den Morgenstunden, so Mitte April, hörte ich einen kurzen, nicht allzu lauten Gesang. Er, der Hausrot­schwanz, denn er war der bescheidene Sänger, war also auch aus dem Sü­den zurückgekehrt. Im Laufe dieses und aller darauffolgenden Tage sah ich ihn dann auf dem First des Schuppens sitzen, unter dessen Dach er in den letzten Jahren immer gebrütet hatte. Besonders in den Abendstunden sang er dort sein Liedchen. Das Weibchen habe ich nur ab und zu einmal gesehen.

Dieser Hausrotschwanzherr hatte schönes schwärzliches Rückengefieder und einen weißen Flügelspie­gel. Er war sicher schon älter, denn jungen Hausrotschwanzmännchen fehlt dieser Spiegel oft. Das Weibchen ist oben gräulich braun und unterseits dunkelgrau gefärbt. Hausrotschwänze leben ausschließlich zwischen Häusern und im felsigen Gelände. Dieses Vo­gelpaar kann in Ruhe sein Nest bauen. Gerne bringen sie ihre Nester auf einer Balkenunterlage an, um die Jungen großzuziehen. Hausrotschwänze errichten mit Vorliebe ihre Nester an Häusern, die noch im Bau sind und werden dann oft bei ihrem Brutgeschäft ge­stört.

Vier bis fünf weiße bis hell bläuliche Eier findet man in ihren Nestern, und brüten tun sie meist zweimal im Jahr. Einen rostroten Schwanz und Bürzel haben beide Geschlechter. Wegen ihrer stets vibrierenden Schwänze werden sie im Volksmund gleich ihren Verwandtem, den Gartenrotschwänzen, wo beide, Männchen und Weibchen, ebenfalls rostrote Bürzel haben, „Wippstätze" genannt. Der Herr Gartenrotschwanz ist mit seinem bunten Federkleid aber viel ansehnlicher als sein Vetter, der Herr Hausrotschwanz. Er hat ein schwarzes Gesicht und eine schwarze Kehle, das Brustgefieder ist rostrot, die Stirne reinweiß und das Rückengefieder schiefergrau. Die Weibchen der bei­den Arten gleichen sich, der Unterschied dabei ist, daß das Gartenrotschwanzweibchen unterseits heller ge­färbt ist und darum im Ganzen heller wirkt. Gartenrotschwänze leben im Wald, aber auch manchmal in unseren Gärten. Zum Brüten suchen sie sich Baumhöhlen aus. Sie legen sechs bis sieben, manchmal acht bis neun hellblaue, etwas rötlich gefleckte Eier und brüten durchweg nur einmal im Jahr. Es gibt Haus- und Gartenrotschwänze in unserer Heimat, aber es ist ihrer Art eigen, daß sie nicht in Gesell­schaft auftreten, sondern ihre Reviere breit gestreut besetzen.
Gertrud Müllenholz

Der Gartenrotschwanz - siehe Links unten.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 26 vom 25.06.1976; Text: Gertrud Müllenholz; Foto: Helmut Heintges
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ) Der Hausrotschwanz bei Wikipedia - Der Gartenrotschwanz bei www.deutsche-vogelstimmen.de - Rotschwanz bei www.bing.comm
Räume & Galerien
Flora und Fauna im Oberpleiser Hügelland Mein Steckenpferd Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989)
Aufrufe
209

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.