Aufnahme: 2026
Schönheitskönigin im Dreigestirn - 100 Stadtsoldaten überraschen Bockeroths Prinzessin Anne I.
Tränen der Freude vergießt Prinzessin Anne I. (Mitte) an der Seite ihres Mannes, Prinz Holger II. (r.), als überraschend das Bonner Stadtsoldatencorps mit über 100 Karnevalisten ins Festzelt in Vinxel einmarschiert.
Bockeroth/Vinxel · Sie war eine Tanzmarie, die die Gesetze der Physik außer Kraft zu setzen schien. Für Anne Blankenberg, Teil des Bockerother Dreigestirns, hat sich das Bonner Stadtsoldatencorps deshalb eine besondere Überraschung überlegt.
Es ist eine uralte rheinische Weisheit, dass Tränen, die während des Lachens kullern, dann – rein rechnerisch – nicht mehr für traurige Momente zur Verfügung stehen, sondern ihren Lebenszweck als Freudenträne erfüllen. Die mehrfach runderneuerte Kölner Mundartband Höhner drückt diese Erkenntnis in ihrem frühen Gassenhauer „Loss mer fiere“ mit den Worten „Denn die Trone, die do laachs, musste nit kriesche“ aus. So gesehen, ist die Traurigkeit über Wochen, Monate, wenn nicht Jahre aus dem Leben von Anne Blankenberg gewichen: Die Prinzessin des Bockerother Dreigestirns erlebt einen Moment, wie ihn wenige Jeckenregenten jemals erlebten: 100 Gäste standen überraschend neben ihr auf der Bühne – das komplette Corps der Bonner Stadtsoldaten von 1872, komplett unangekündigt.
Große Auftritte auf großen Bühnen ist die gelernte Arzthelferin, die als Anne I. zusammen mit ihrem Mann als Prinz Holger II. und Bauer Hermann-Josef „Ocki“ Ockenfels das Dreigestirn im Königswinterer Höhenort (siehe Kasten) bildet, gewohnt. Denn: Bevor sie als Tanzmarie der Bonner Stadtsoldaten über die Bühnenbretter schwebte, machte sie sich unter ihrem Geburtsnamen Anne Mittler als mehrfach gekrönte Schönheitskönigin einen Namen. Titel wie Miss Vorgebirge (2003) und Miss Köln (2004) führten dazu, dass sie im selben Jahr zu einem Miss-Wettbewerb in China reisen durfte. „Das war krass: Zehn Tage, 65 Mädels aus 50 Ländern – und ich bin unter die ersten fünf gekommen“, erinnert sich die Bockerother Narrenregentin im Gespräch mit dem General-Anzeiger.
Dass sie dann aber vor dem Finale der fünf Schönsten ihre Koffer packte und zurück ins Rheinland reiste, hatte Gründe: „Die Goldhochzeit von meinen Großeltern stand an. Die wollte ich nicht verpassen“, erzählt sie.
Von der Schönheitskönigin zur Tanzmarie
Mit „Mitte 20“ tauschte sie dann Miss-Kronen, Roben und Badebekleidung gegen die Tanzuniform der Marie des Bonner Stadtsoldatencorps ein. Eine Kollegin aus der Arztpraxis schwärmte ihr von den Veranstaltungen der Stadtsoldaten vor. Dort gab es die Einladung, mal zum Probetraining zu kommen. Schon im Alter von fünf Jahren begann sie damit, im Tanzcorps der „Nixen vom Märchensee“ in ihrem Heimatort Oberkassel zu tanzen. Der Rest ist rasch erzählt: Mit ihrem Tanzoffizier Werner Fuchs brilliert Anne Mittler 2006, 2007 und 2008 als Tanzpaar der Bonner Stadtsoldaten. Wer ihre Auftritte gesehen hat, weiß, dass die beiden die Gesetze der Physik bei akrobatischen Figuren scheinbar außer Kraft setzten.
Zum vollständigen Bericht bei Kamelle. de - siehe Link unten.
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