Aufnahme: 2024
Im Alten Zoll in Oberpleis brechen die letzten beiden Jahre an
Oberpleis · Viele Oberpleiser werden traurig sein: Im Juli 2026 hört Soledad Sichert als Pächterin im Alten Zoll in Oberpleis auf. Sie ermutigt schon jetzt mögliche Nachfolger und erzählt, was sie zum Abschied Besonderes plant.
„Ich habe vor fünf Jahren gesagt, dass mein Pachtvertrag nach sieben Jahren enden wird, weil dann mein Koch Benito Di Lorenzo in Rente geht. Wir sind von Anfang an ein Team gewesen“, sagte Soledad Sichert vom Restaurant „Alten Zoll“ in Oberpleis. Ihre Nachfolgerin oder ihren Nachfolger kann sie nur ermutigen: Sie würden in Oberpleis eine großartige Aufgabe übernehmen. „Wir würden uns auch wünschen, dass sich unsere Zeit im Alten Zoll überschneidet und ich ihnen unsere Kunden noch vorstellen kann, damit der Übergang nahtlos ist. Das hätte ich mir vor fünf Jahren auch gewünscht“, sagt die 54-Jährige.
Seiteneinsteigerin überzeugte mit Businessplan
Vor fünf Jahren war sie mit ihrem Team mit einem wohlüberlegten Businessplan gestartet. „Das war knallharte Realität. Nur mit Träumen kann man keine Gastronomie führen“, sagt sie. Mit ihren Zahlen, aber vor allem auch mit ihrem Enthusiasmus, hatte die Seiteneinsteigerin, die gelernte Simultanübersetzerin ist, damals die Geschäftsführung des Eigentümers, der Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft (WWG). überzeugt. Heute sagt die Argentinierin, die einst der Liebe wegen nach Deutschland kam und mit ihrem Mann heute in Windhagen lebt: „Ich würde es immer wieder machen.“ Sie habe sich damals sehr viele Gedanken über Zahlen gemacht, aber nicht über die Menschen, die einmal ihre Gäste sein würden. „Sie haben mich total beeindruckt und extrem glücklich gemacht. Ich habe viele Menschen mit Tiefgang kennengelernt, von denen einige sogar Freunde geworden sind."
Um ihre fehlende Erfahrung in der Gastronomie auszugleichen, holte sie sich vor fünf Jahren mit ihrer Restaurantleiterin und ihrem Koch zwei echte Profis ins Team. Benito Di Lorenzo ist seit seinem 15. Lebensjahr in dem Geschäft zu Hause. Nach erfolgreicher Kochlehre in seiner italienischen Heimat war er seit 1980 an Rhein und Sieg als Koch tätig, stellt sein Können unter anderem in der Friedrich-Naumann-Stiftung auf der Margarethenhöhe, auf der Bad Godesberger Cäcilienhöhe und in seinem eigenen Restaurant Amigo in Bonn-Kessenich unter Beweis.
Auch von Fachkräftemangel kann im Alten Zoll keine Rede sein. „Ich könnte jede Woche jemand Neues einstellen“, sagt Sichert. Dabei legt sie die Messlatte auch für ihre sieben bis acht Minijobber im Service und in der Küche sehr hoch. Alle müssen vor der Einstellung eine Schulung durchlaufen. „Viele schaffen das nicht. Ich lege aber großen Wert darauf, dass meine Mitarbeiter bei mir auch etwas fürs Leben mitnehmen “, sagt sie. Der Alte Zoll ist auch Ausbildungsbetrieb.
Neue Gäste durch TV-Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal“
Die Corona-Zeit sei kein Problem gewesen. Die Nebenkosten seien durch den Staat übernommen worden, auch für die Mitarbeiter habe es staatliche Hilfen gegeben. „Wirtschaftlich stehen wir auch jetzt gut da. Ich bin sehr, sehr zufrieden.“ Auch die Teilnahme an der TV-Show „Mein Lokal, Dein Lokal“ vor einigen Monaten habe da geholfen. Jeden Werktag lud ein Gastgeber aus der Region die Mitstreiter in sein Restaurant ein und bekochte diese im laufenden Betrieb. Gesiegt hat der „Alte Zoll“ nicht, trotzdem sei das Format eine gute Werbung gewesen. „Es hat uns sehr viele Gäste gebracht. Die Leute kamen danach sogar aus Neunkirchen-Seelscheid zu uns“, berichtet Sichert.
Überhaupt die Gäste: Sie kommen gerne in das einzige von einer Wassersommelière geführte Restaurant in Deutschland. 400?Wasserflaschen mit Mineralwasser aus aller Welt stehen in den Regalen. „Jeder hat eine Macke“, sagt Sichert schmunzelnd.
Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger vom 19.07.2024 - siehe Link unten.
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.