Aufnahme: 2023
Saunapark Siebengebirge - Eingangsbereich
Firmengeschichte
Alles begann 1934 mit einem 33,3 Meter langen, vom Lützbach gespeisten Betonbecken, Sandliegehalle und einer primitiven WC-Anlage. In einem sumpfigen Brachland zwischen Auel und Oberpleis hatte das damalige Amt Oberpleis zur Ertüchtigung und Erfrischung der Bürger ein „Strandbad“ gebaut und 1935 eröffnet. Bei Ausbruch des Krieges wurde das Bad geschlossen, nach dem Krieg wieder instandgesetzt und 1950 um sechs Umkleidekabinen, eine Brause und zwei Toiletten ergänzt in Betrieb genommen. Vier Jahre später wurde das Freibad von der Gemeinde Oberpleis modernisiert und umgebaut. Das Becken verlängerte man auf 50 Meter und ergänzte es mit einem Springerbecken samt Ein- und Drei-Meter-Sprungbrett sowie einem Aufsichtsturm, von dem aus Schwimmleiter Paul Bellinghausen, den die Gemeinde bereits 1951 als „Badewärter“ eingestellt hatte, mit scharfem Blick und dem unerlässlichen Megaphon alles „im Griff“ hatte. Außerdem kamen ein Kinderplanschbecken und ein großes Eingangsgebäude mit Umkleideräumen und einem „richtigen“ WC-Bereich hinzu.
Mit der Cafeteria, die von Bellinghausens Ehefrau Anneliese betrieben wurde und in den 1970er Jahren bis in den später Abend geöffnet war, war das Freibad damals eine weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannte Attraktion. Im Rahmen einer technischen Modernisierung erhielt das Bad 1964 eine Umwälz- und Chloranlage und fortan kam das Wasser nicht mehr vom Lützbach, sondern vom Wasserbeschaffungsverband Thomasberg. Neue Zeiten brachen an, als 1974 die beiden Cousins Hans und Wilfried Rösgen neben dem Freibad eine Tennishalle mit drei Spielfeldern, einer Gaststätte und einer Pächterwohnung errichteten. Eigentlich war noch eine Außenanlage mit Parkplatz geplant, doch dann kam es anders: Aus finanziellen Gründen wollte die Stadt Königswinter, zu der Oberpleis seit 1969 gehörte, die Trägerschaft des Freibads abgeben und bot sie 1982 den Tennishallen-Betreibern an. Diese übernahmen das Bad, das damit bundesweit das erste öffentliche Freibad in privater Hand wurde, und als Zugabe auch den verantwortlichen Schwimmmeister Paul Bellinghausen, der dort noch bis 2003 seinen Dienst versah.
Ein Architekt, dem Hans Rösgen von seinen Tennisplänen und dem Freibad erzählt hatte, schlug, nachdem er die Anlage gesehen hatte, begeistert vor, dort noch eine öffentliche Sauna zu bauen. Familie Rösgen ließ sich überzeugen und nach einjähriger Bauzeit wurde 1984 das erste Freizeit-, Wellness- und Gesundheitszentrum im Siebengebirge eingeweiht, dessen Angebot nun auch Sauna, Kosmetik, Massage, eine große Gartenaußenanlage und ein neues Restaurant für die Saunafreunde aufwies. Das Freizeitzentrum Siebengebirge war geboren. Wilfried Rösgen zog sich 1994 aus dem Unternehmen zurück und Hans Rösgen leitete mit seinem Sohn Frank das Freizeitzentrum samt Strandgarten weiter. Um die Jahrhundertwende zählte der Strandgarten rund 16.000 Besucher jährlich; rund 80 Mitarbeiter waren auf dem Gelände beschäftigt.
Ab 2004 führte Familie Rösgen die Gastronomie - das Saunarestaurant „Auszeit“ und das öffentliche Restaurant „Pleiser Stuben“ – in Eigenregie erfolgreich weiter. Das wegen irreparabler Schäden am Beckenboden ab 2003 geschlossene Strandbad wurde 2005 mit einem auf 25 Meter verkleinerten Schwimmbecken sowie einem Strandbereich mit Kinderbecken wiedereröffnet. Zur Freude der Gäste blieben vertraute Gebäudeteile, die alte Technik und „Pauls „Aussichtsturm“ erhalten. Seit Hans Rösgen sich 2017 ins Privatleben zurückgezogen hat, führen die Geschwister Frank Rösgen und Ute Faßbender das Unternehmen weiter.
Der Saunapark Siebengebirge bietet inzwischen sechs verschiedene Saunen - drei finnische Saunen mit 80, 90 und 100 Grad Celsius, ein Dampfbad, eine Eventsauna „Gartensauna“ für 50 Personen und ein Bio-Saunarium mit den entsprechenden Brausen und Abkühlbecken. Für die Aufgüsse werden ausschließlich naturreine Öle in 50 verschiedenen Duftsorten verwendet. Die Blockhaussauna ist auf zwei Wegen zu erreichen: auf einem Steg über den Lützbach oder als Kneippgang durch das Wasser des Bachs hindurch. Statt einer Dusche kann dort auch ein künstlicher Wasserfall genutzt werden. Im Hauptgebäude laden ein kleines Hallenbad und zwei Whirlpools zum Schwimmen oder passivem Genießen ein.
Ruheliegen im Saunabereich, ein Ruheraum im Wintergarten und ein Schlafraum in der ersten Etage, Solarium, Stühle und Liegen im Freigelände zwischen Haupthaus und Lützbach laden zum Entspannen ein. Das Restaurant in der ersten Etage ist für Saunagäste wie auch für andere Gäste zugänglich. Im Eingangsbereich befinden sich neben der Rezeption für Sauna und Tennishalle sowie ein Kosmetik- und Parfümeriegeschäft. In einem umgebauten Teil des alten Freibad-Gebäudes befinden sich Massage- und Physiotherapieräume, die sowohl vom Sauna-Gelände als auch von außen zu erreichen sind.
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