Aufnahme: 1999

Ministerin Brusis besuchte die Firma Herr im Gewerbegebiet

"Die Ministerin für Arbeit, Soziales und Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes NRW, Ilse Brusis, besuchte die Oberpleiser Elektrofirma Günther Herr im Gewerbegebiet Ruttscheid, um sich über die Ergebnisse eines dort durchgeführten Projektes zur Betriebsführung und Planung im Handwerk zu informieren. Der Besuch der Ministerin begann mit einem kurzen Rundgang durch die Betriebsräume und mit einer Darstellung der Schritte, die das Unternehmen zur Erarbeitung neuer Planungsgrundlagen unternommen hat. Am abschließenden Gespräch nahmen insgesamt 80 Personen aus mittelständischen Betrieben, Kammern und Institutionen der beruflichen Bildung teil.

Die Ministerin betonte, dass das Handwerk mit seinen rund 840000 selbständigen Betrieben in Deutschland als wichtiger Ausbildungs- und Beschäftigungsträger gelte. Aus diesem Grund sei der Erhalt der Betriebsstätten und damit von Beschäftigung in Handwerksberufen von großer Bedeutung. Denn auch das Handwerk müsse sich angesichts drohenden Preisverfalls, rückläufiger Auftragserwartungen und Verringerung öffentlicher Aufträge neue Möglichkeiten erschließen, um im Wettbewerb zu bestehen.

Dem Erhalt von Betrieben und der Sicherung von Beschäftigung dienen die von der Landesregierung geförderten Maßnahmen. Die Firma Herr erarbeitet dafür betriebsgrößenangepasste Modelle, die zu einer, spürbaren Verbesserung in der betrieblichen Leistungsabstimmung beitragen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto ‚Aus der Praxis für die Praxis.’ Es bot sich Gelegenheit, mit Experten und betrieblichen Praktikern Anforderungen und Möglichkeiten betrieblicher Modernisierung zu erörtern und vor allem Orientierung für die Entwicklung eigener Modernisierungsstrategien zu bieten und zur Übernahme erfolgreicher Verfahren anzuregen.

Die Handwerksbetriebe sind zunehmend ausländischer Konkurrenz, dem europäischen Binnenmarkt und der Einführung des Euro ausgesetzt, die sich direkt oder indirekt auch auf das Handwerk auswirkt. Allein im letzten Quartal 1998 bestand im Bauhauptgewerbe ein Auftragsrückgang von drei Prozent. Ministerin Brusis, die nach einem Einführungsvortrag von Günther Herr sprach, betonte: ‚Wie kaum ein anderer Bereich fordert die Elektrobranche einen lebenslangen Lernprozess. Was man gelernt hat ist nach 15 Jahren wertlos geworden. Es kommt also in Zukunft entscheidend auf Veränderungs- und Lernbereitschaft an.’ Brusis forderte die Mitarbeiter zum Mitdenken auf. Das sei gerade heute in kleineren Betrieben wichtiger denn je. Die Ministerin Schloss: ‚Das Ziel unserer Veranstaltung wäre aus meiner Sicht erreicht, wenn die Erfahrungen und Erfolge der Firma Herr Sie nicht nur zu neuem Denken, sondern auch zu neuem Handeln in Ihren Betrieben anregen würden.’"

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 16 vom 22.04.1999
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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