Aufnahme: 1999

Erich Oppermann feierte 95.

mn. Am 15. Dezember 1904 wurde Erich Oppermann, heu­te wohnhaft in Thomasberg, in Gera/Thüringen geboren. An der Ostwaldschule in Leipzig absolvierte er seine Ausbildung zum Drogisten. Hier liegen die Wurzeln seiner Verbindung zur Naturheilkunde. Er schloss sich schon früh dem Jung-Drogi­sten-Verein an, der neben botanischen Exkursionen auch Lehrgänge in Physik, Mikro­skopie und Pflanzenschutz anbot. Die Gehilfenprüfung be­steht der junge Oppermann mit der Note sehr gut und be­kommt die Giftkonzession für Preußen, Sachsen und Thürin­gen. Ab 1927 führt der ehrgeizige Drogist schon verantwortlich eine Drogerie. Zusammen mit einem Kollegen baut er den ersten Drogisten-Lehrgarten Deutschlands auf und erhält da­für das Goldene Verbandsabzeichen.

Der Krieg unterbricht den beruflichen Werdegang von Erich Oppermann. Erst 1947 kommt er aus russischer Kriegs­gefangenschaft zurück nach Leipzig. Seine Frau Charlotte, mit der er seit 1931 verheiratet ist, hatte das Geschäft - auch nach der Zerstörung durch Bomben im Jahr 1943 - weiter­geführt. Seine Kinder Rolf und Ruth traten in die Fußstapfen des Vaters und erlernten eben­falls den Beruf des Drogisten. Zurückgekehrt aus der Gefan­genschaft und wieder im Ge­schäft tätig, muss er bald fest­stellen, dass Stasimitarbeiter seine Kunden bespitzeln. Diese Vorkommnisse belasten die Oppermanns immer mehr, so dass sie schließlich Geschäft, Wohnung und alle Wertsachen zurücklassen und 1953 nach ei­nem Ausflug nach Potsdam in den Westen gehen.
 
Wie Erich Oppermann den Weg nach Oberpleis bzw. nach Thomasberg fand, ist schnell geklärt. Der Präsident des Deutschen Drogistenverbandes, zu dem er nach einer Fahrt nach Köln Kontakt aufgenommen hatte, half mit dem Hinweis weiter, dass in einer Drogerie in Oberpleis ein Leiter gesucht werde. Dass dieser Neuanfang nur unter großem Einsatz und mit persönlichen Opfern möglich war, versteht sich von selbst. Es zeigte sich aber, dass durch Arbeit, Mithilfe aller Familienmitglieder und nie versie­gendem Optimismus das heute bekannte Unternehmen auf die Beine gestellt werden konnte. Das Geschäft führt heute zum Stolz des Jubilars sein Enkel weiter. Ihm hat er auch die Re­zeptur des weithin  bekannten „Feldwebel Müller", eines magenfreundlichen  Likörs, übergeben, den sein Schwiegervater einst kreiert hatte. Durch regelmäßiges Schwim­men und Laufen hält sich Erich Oppermann weiter fit. Wert legt er darauf, dass er allmor­gendlich seine Gymnastikübun­gen machen kann.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 50 vom 16.12.1999; Foto und Bericht: Majunke-Noll
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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