Aufnahme: 1998 (Bericht 1995)

Das Filmtheater in Oberpleis

"Die ersten Schritte in Sachen Kino in Kinotopzeiten unternahm der Oberpleiser Jünglingsverein. Doch wie schwer es die Branche in der Stummfilmära hatte, mußten die, ‘Jünglinge‘ bald erfahren. Zu ihrem Glück war da ja noch der Eigentümer Matthias Bellinghausen, der den Zeichen der Zeit folgend, der Landbevölkerung die Produkte von Ufa, Bavaria usw. zur Ansicht bringen konnte. Anschließend übernahm sein Sohn Heinrich das Unternehmen und während seiner Soldatenzeit stand seine Gattin Emilie an der Tageskasse.

Ein Auffanglager der deutschen Wehrmacht beendete im letzten Kriegsjahr die Filmvorführungen und der Saal diente danach den Amerikanern als Materialdepot. Nach Rückkehr aus der Gefangenschaft sorgte dann, ‚de Poss Matthes Hein‘, wie er allseits genannt wurde, wieder für sein Kino in Oberpleis. Mit fortschreitendem Anwachsen des Fernsehens wurde die Führung des Theaters immer schwieriger und die aufwendigen Produktionen der Filmgesellschaften hätten einer breiteren Zuschauermenge bedurft, um eine Rentabilität zu gewährleisten. Auch die Versuche von zwei weiteren Unternehmern scheiterten bald, so daß das Filmtheater Oberpleis vor einigen Jahren seine Pforten schließen mußte."

Quelle
Aus der Broschüre "Leben in und um Oberpleis", Seite 49, Kreissparkasse Oberpleis 1995; Text: Karl Hermann Uhlenbroch
Zur Verfügung gestellt von
Wilbert Fuhr: Broschüre; Edgar Zens: Foto Beim Postmattes (Dollendorfer Straße) - Der Jünglingsverein Oberpleis
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