Aufnahme: 1995
Neueröffnung der Filialdirektion der Kreissparkasse in Oberpleis, Dollendorfer Straße 20
"Die Kreissparkasse in Oberpleis
Den Aufzeichnungen von Heribert Weffer entnehmen wir, daß der ursprüngliche Begriff Kreissparkasse aus dem Jahre 1850 stammt. Dieszügliche Statuten wurden 1854 ausgearbeitet und genehmigt. Ein interessanter Auszug: § 18 Dem Einleger kommen bei Ein- und Auszahlung seiner Gelder auf keine Art Kosten zur Last. Bescheiden und vorsichtig ging man an das Geldgeschäft heran. Besonders schwierig war die Auswahl geeigneten Fachpersonals, das häufig nur aus beruflich anders orientierten Kräften bestand. In der Chronik der Kreissparkasse ist von Oberpleis erstmalig vermerkt im Jahre 1913: ‚Die Verwaltung der Annahmestelle wird dem Bautechniker Koch übertragen‘. Im November 1914 wird die spätere Hauptzweigstelle Oberpleis gegründet. Aus dem Jahre 1922 ist bekannt, daß die monatliche Vergütung des Herrn Koch, Vorsteher der Zweigstelle Oberpleis, sich auf M 120 beläuft und die Miete etc. M 10 beträgt.
Da der Gegenbuchführer Raderschall gekündigt hat, soll in Anbetracht der schwierigen Verhältnisse die Zweigstelle künftig nur mit einer Kraft besetzt werden. Zweigstellenleiter Koch erhält zur Vergütung auch eine jährliche Provision von 10 % auf die Zunahme der Spareinlagen. Bis zum Jahre 1925 gibt es keine Notiz, dann ist vermerkt, daß die Zweigstelle Oberpleis wiedereröffnet und mit einem geeigneten Herrn besetzt werden soll. Im April 1927 wird vom Vorstand beschlossen, die Vergütung von 300 RM jährlich anzuheben, beginnend mit dem 1. Januar 1929. Am 8. März 1930 werden die Filialen in Oberpleis, Uckerath und Aegidienberg besichtigt. Im gleichen Jahr ergibt eine Revision, daß von Filialleitern selbstständig Kredite bewilligt bzw. Kontenüberziehungen gestattet worden sind, und mißbilligt diese Handlungsweise.
Laut Beschluß vom 6. März 1931 soll geprüft werden, ob den Filialleitern von Oberpleis und Seelscheid gekündigt und diese Stellen geeigneteren Personen übertragen werden sollten. Verhandlungen über den Kauf eines Hauses an der Siegburger Straße Nr. 10, in die sich auch der damalige Bürgermeister Hahn einschaltete, scheiterten an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Der ehemalige Filialleiter erhält eine Entschädigung von 125 RM. Ein Vermerk vom 11. 4. 1938 bemängelt die fehlende Verdunkelungseinrichtung. Sie soll beschafft werden. Die Geschäftsräume befinden sich im Hause Schurff (jetzt Elektro Vogt).
Der Jahresumsatz mit 2496 Mio. RM in 1938 erhöhte sich auf 8275 Mio. RM im Jahre 1944. Nach der Währungsreform im Juni 1948 belief sich der Halbjahresumsatz auf 2480 Mio. DM. Aus 1941 ist bekannt, daß die Filiale in Oberpleis eine Einmannstelle ist und als Hauptzweigstelle über einen Geschäftsbereich von ca. 70 Ortschaften verfügt."
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