Baubeginn am Gewerbepark Siebengebirge

Aufnahme: 1992

Baubeginn am Gewerbepark Siebengebirge


Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:

st. In unmittelbarer Nähe der Autobahnauffahrt Siebengebirge erschließt die Stadt Königswinter zurzeit den neuen Gewerbepark Siebengebirge. Rund 25 Prozent des etwa 20 Hektar großen Gewerbeparks werden Grünflächen sein, daher auch die Bezeichnung „Gewerbepark". Die Kanalbaumaßnahmen sind für die Erschließung des ersten Teilabschnittes, in dem ca. sechs bis acht Hektar zur Vermarktung anstehen, abgeschlossen. Die erforderliche Verbreiterung der Ein- und Ausfahrt zur L 331 ist derzeit noch im Bau, wird aber in Kürze beendet sein. Es schließt sich dann unmittelbar die Herstellung der Baustraße innerhalb des Gewerbeparks an. Mit der Ansiedlung der ersten Unternehmen ist Ende 1992/Anfang 1993 zu rechnen. Der Rat der Stadt hat bisher der Veräußerung von rund 32 000 Quadratmetern zugestimmt.

Neben dem Kaufpreis für die Grundstücke muss die Stadt etwa 11,5 Millionen Mark für die Erschließung des Gebietes aufbringen. Darüber hinaus werden die notwendigen ökologischen Ausgleichsmaßnahmen Ausgaben zwischen eins bis zwei Millionen Mark erfordern. Das Land NRW unterstützt diese Maßnahme mit zwei Millionen Mark. Diese Unterstützung kommt voll den ansiedelnden Unternehmen zugute. So konnte der Verkaufspreis auf 80 Mark pro Quadratmeter zuzüglich des satzungsgemäßen Kanalanschlussbeitrages in Höhe von etwa 20 Mark pro Quadratmeter für ein voll erschlossenes Gewerbegrundstück herunter- subventioniert werden. Neben vier Königswinterer Handwerksbetrieben, denen geschäftliche Erweiterung an den bisherigen Standorten nicht möglich war, wird auch die Unternehmensgründung eines feinmechanischen Dienstleistungsbetriebes erfolgen. Außerdem wird mit drei auswärtigen Firmen wegen eines Standortes verhandelt. Etwa 13 der 20 Hektar werden bebaut. Die Firmen benötigen je nach Größe eine Fläche von 1000 bis 10000 Quadratmetern. Bereits 40 Prozent der Gesamtfläche sind vorgemerkt.

Die bis jetzt zur Ansiedlung vorgesehenen Unternehmen werden ca. 200 Arbeitsplätze im neuen Gewerbepark schaffen. Im Februar 1992 konnte mit den Tiefbauarbeiten, d.h. Kanal und Baustraße, begonnen werden. Diese Maßnahme soll im November 1992 fertiggestellt werden. Es handelt sich um den ersten Bauabschnitt. Die Auftragssumme für den Kanalbau betrug rund 1,6 Millionen Mark und für den Straßenbau rund 700000 Mark. Der Kanalbau wird im so genannten Trennsystem ausgeführt, d.h. Schmutz- und Regenwasser werden in getrennten Rohrleitungen geführt. Es werden zu diesem Zweck rund 1000 Meter Schmutzwasserkanal aus Steinzeugrohren, Durchmesser 250 mm, verlegt. Dieser Schmutzwasserkanal bekommt einen direkten Anschluss an den Transportsammler in Richtung Oberpleis und somit an das Klärwerk in Menden. Für die Regenwasserbeseitigung werden 500 Meter Kanal aus Betonröhren 300 bis 600 mm ausgeführt und rund 500 Meter aus Betonröhren von 800 bis 1000 mm Durchmesser.

Hinzu kommen für beide Kanäle die erforderlichen Schachtbauwerke. Das Regenwasser wird dann in ein Regenklärbecken mit 250 Kubikmeter Inhalt geleitet . Dieses Becken hat den Sinn, Schmutzstoffe aus dem Regenwasser abzusetzen und wirkt somit als Regenwasserkläranlage. Der dann dort gesammelte kompakte Schlamm wird in Zukunft mit Hilfe eines Schlammsaugwagens unmittelbar aus dem Becken abgesaugt. Nach Durchlaufen dieses Regenklärbeckens gelangt dann das Wasser, bevor es in den Lützbach eingeleitet wird, in ein offenes Regenrückhaltebecken mit einem Nutzvolumen von rund 1600 Kubikmetern. Dieses Becken soll bezwecken, das Regenwasser kontinuierlich dem Lützbach zuzuführen, um somit eine Überbelastung dieses Gewässers in quantitativer Hinsicht zu vermeiden. Das Becken selbst wird als ökologisch gestaltetes offenes Erdbecken mit Dauereinstau gebaut und der natürlichen Umgebung optisch angepasst. Da ein Dauereinstaubereich vorhanden ist, werden unterschiedliche Wassertiefen erzeugt, um möglichst vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen.

Mit Hilfe einer Schwimmerdrosselklappe wird dann eine konstante Menge in den Bachlauf abgegeben. Dieses Becken kann über entsprechende Rampen wie auch im Sohlbereich mit geeigneten Fahrzeugen angefahren werden, um die entsprechenden Reinigungs- und Wartungsarbeiten durchzuführen. Die eigentliche Baustraße hat dann den Zweck, die Erschließung des Gebietes sicherzustellen. Es werden ca. 3500 Kubikmeter Boden abgetragen, ca. 3300 Kubikmeter Frostschutz und rund 5000 Quadratmeter Tragschicht eingebaut. Gleichzeitig erfolgt die Verlegung der erforderlichen Versorgungsleitungen. Um die Anbindung des Gewerbegebietes an die L 331 sicherzustellen, muss die künftige Erschließungsstraße, die jetzt als Baustraße ausgebaut wird, ordnungsgemäß mit seinen so genannten Knoten angebunden werden. Zu diesem Zweck müssen auch rund 950 Kubikmeter Bodenaushub erfolgen, 750 Kubikmeter Frostschutz eingebaut und schließlich 1500 Quadratmeter bituminöse Straßen- bzw. Gehwegbefestigungen mit Bordsteinen und Pflasterrinnen gebaut werden. Nach dem jetzigen Baufortschritt, so erklärte Stadtbaudirektor Ulrich Szemskat der Presse vor Ort, kann davon ausgegangen werden, dass die Arbeiten termingerecht im Herbst fertig gestellt sind.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 34 vom 20.08.1992
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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