Aufnahme: 1990
Firma Zera zieht nach Ruttscheid um - Bericht in der Siebengebirgs-Zeitung
st.· Die Firma Zera in der Königswinterer Altstadt ist bereit, ihre Produktionsstätten zwischen Kellerstraße und Klotzstraße aus der Altstadt zu verlagern. Wie die Verwaltung in der Sitzung des Planungs- und Umweltschutzausschusses mitteilte, wurden Verhandlungen mit der Firma Zera über eine mögliche Auslagerung in das Gewerbegebiet Ruttscheid geführt. Voraussetzung für eine Verlagerung ist jedoch, daß die vorhandenen Baulichkeiten in der Altstadt einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden, die es ermöglicht, die Neuansiedlung kostengünstig zu gestalten. Mit der Verwertungsuntersuchung der Gebäude und Liegenschaften in der Altstadt wurde die Planungsgruppe Stieldorf beauftragt. Der Technische Beigeordnete HeinzMartin Bernert erläuterte das Ergebnis von Verhandlungen mit Vertretern der Firma Zera und deren Architekten bezüglich der Auslagerung. Für den gesamten Bereich sei eine gemischte Geschäfts-, Büro- und Wohnnutzung vorgesehen. Die Bereiche sollten erdgeschossig vom Marktplatz beginnend durch die Gebäude des Rathauses mit einer Passage verbunden werden. Der Technische Beigeordnete erläuterte die Planung anhand verschiedener Pläne, die der von der Firma Zera beauftragte Architekt erstellt hat. Bei der Stellplatzfrage müßte der Altbestand als Bestands-geschützt angerechnet werden. Auf jeden Fall dürfe keine zusätzliche Belastung der Kellerstraße und der Klotzstraße mit PKW-Verkehr zugelassen werden. Ebenso müsse überlegt werden, ob im unmittelbaren Bereich des Königswinterer Rathauses eine Flächensicherung betrieben werden müsse.
Ausschußmitglied Gerd Klant hält es für äußerst vorteilhaft für die Altstadt, daß die Firma Zera sich einer Auslagerung nicht mehr verschließt. Es müsse aber sichergestellt sein, daß diese Firma von Weltruf im Stadtgebiet verbleibe. Bei der Firma Zera würden, so Klant, qualifizierte Arbeitsplätze angeboten. Er habe durchaus Verständnis für das Vorgehen der Firma, die auf der Grundlage einer ordentlichen Planung eine wirtschaftliche Basis für das Auslagerungsvorhaben schaffen wolle. Die Vorstellungen müßten jedoch in den Fraktionen beraten werden. Ausschußvorsitzender Dr. Franz Friedrich Rohmer (SPD) stellte ebenfalls die Sicherung des Firmenbestandes im Bereich der Stadt Königswinter in den Vordergrund. Rohmer hält im Bereich der Altstadt die Wohnungsbauförderung für unverzichtbar. Der Technische Beigeordnete führte aus, daß ab dem ersten Obergeschoß Wohnbebauung vorgesehen ist. Ausschußmitglied Karl-Heinz Görres (CDU) bestätigte, daß Wohnbauvorhaben in Kernbereichen angesichts der hohen Grundstücks- und Baukosten nur zu finanzieren seien, wenn im Erdgeschoß Gewerbe untergebracht werde. Er erinnerte daran, daß bereits einmal gutachtlich mitgeteilt worden sei, daß allein die Auslagerung der Firma Zera Millionenbeträge verschlingen. Besonders hervorzuheben sei in der Planung die künftige Verbindung der Gassen und Innenhöfe. Ausschußmitglied Ilse Kehren (FDP) wollte wissen, ob die denkmalswerte Bebauung in diesem Bereich erhalten bleibe. Diese Frage bejahte der Technische Beigeordnete. Ausschußmitglied Karl-Heinz Seger (SPD) bat darauf zu achten, daß in diesem Bereich keine Geschäfte und kein Supermarkt entstehen.
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.